Vollgas mit eigenen Formaten: Vox will sich aus der Krise covern

07.03.2014
 
 

Der Jahresbeginn lief für Vox – vorsichtig gesagt – durchwachsen. Mit neuen Serien, Dokus und einer für Deutschland neuen Musik-Cover-Show wollen Senderboss Bernd Reichart und Unterhaltungschef Kai Sturm den Karren aus dem Dreck ziehen. Die Erwartungen liegen hoch: Deutlich über dem Senderschnitt soll "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" landen, sagte Sturm während der Programmpräsentation in Berlin.

Der Jahresbeginn lief für Vox – vorsichtig gesagt – durchwachsen. Mit neuen Serien, Dokus und einer für Deutschland neuen Musik-Cover-Show wollen Senderboss Bernd Reichart und Unterhaltungschef Kai Sturm den Karren aus dem Dreck ziehen. Die Erwartungen liegen hoch: Deutlich über dem Senderschnitt soll "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" landen, sagte Sturm während der Programmpräsentation in Berlin.

Konkret heißt das: Die Messlatte hängt bei mindestens 7,5 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Das ist angesichts der jüngsten Zahlen kein kleines Ziel. Nur noch durchschnittlich 6,6 Prozent erreichte Vox im Februar, nachdem die Werte schon im Januar um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Januar des Vorjahres eingebrochen waren. Reichart analysierte selbstkritisch: "Wir kamen bislang noch überhaupt nicht in den Tritt.2 Sturm ergänzte, es habe zu Jahresbeginn nur wenig "frische Ware" fürs Publikum gegeben. 

„SmS“ startet am 22. April

Am Samstag startet endlich die Produktion von "Sing meinen Song". Xavier Naidoo und sechs Sängerkollegen brechen auf nach Südafrika, um jeweils Lieder der anderen einzustudieren. Bereits am 22. April soll die Premierenfolge laufen, ab dann kommt das Tauschkonzert jeden Dienstags ab 20.15 Uhr (kress.de berichtete).

Jahrelang bastelte Sturm am Konzept, das nun von Schwartzkopff TV umgesetzt wird. Mit Entwicklungschef Frank Albers habe er vor fünf Jahren erstmals darüber verhandelt, verriet Sturm im kress-Gespräch. Verschiedene Produzenten scheiterten, schließlich brachte Xavier Naidoo persönlich den Durchbruch. Er nutzte seine Kontakte und fragte die Künstler selbst an. Gewinnen konnte er Sarah Connor, Sasha, Roger Cicero, Gregor Meyle, Sandra Nasic und Andreas Gabalier. Dass sich diese Promis für Vox entschieden, macht den kleinen Bruder von RTL durchaus stolz. Die kleine Senderstruktur ist ein Vorteil – wegen der kurzen Wege, sagte Sturm: "Es könnte sein, dass man bei uns eher die Chefarzt-Behandlung hat."

Eine ganz eigene Idee ist der Songtausch nicht. Vorbild gestanden hatte "De beste zangers van Nederland" des öffentlich-rechtlichen niederländischen Senders Tros, das schon in anderen europäischen Staaten lief – in Dänemark etwa unter dem schönen Namen "Toppen af Poppen". Die Vox-Macher betonen jedoch, der Show eine ganz eigene Note zu geben. Das entspricht ganz klar  Senderkurs: eigene Duftmarken setzen. Senderchef Reichart will das Programm mit nicht weniger als 70 Prozent Eigenproduktionen füllen – aus strategischen Erwägungen. "Das hat zwei Vorteile: Es macht uns unabhängig und unverwechselbar", sagte Reichart. Die Unabhängigkeit vom internationalen Lizenzenmarkt hob er besonders hervor.

Jorge Gonzales trainiert seine „Chicas“

Für ein weiteres frauenaffines Format mit Kultpotenzial verpflichtete Vox den Model-Coach Jorge Gonzalez. In der "Chicas Walk Academy" trainiert er die Frau von nebenan, um die graue Maus in einen schönen Schwan zu verwandeln. Stolz sind die Programmmacher auch auf "Die Höhle der Löwen", in der sich Startup-Unternehmer mit ihren Ideen vor einer Jury beweisen müssen. Unternehmer wie der Reisefirmengründer Vural Öger entscheiden über die Förderung der Gründer. Tierfreunden wird mit Martin Rütters "Der Hundeprofi unterwegs" eine neue Abwandlung des erfolgreichen Konzepts geboten.

Auch in Sachen neuer Serien kleckert Vox nicht. "King & Maxwell" wird neu am Mittwoch eingeführt. Zur Ausstrahlung für dieses oder das kommende Jahr konnte sich der Sender die Rechte an der US-Serie "Dracula" sichern. Rund um Ostern läuft "Die Bibel" - mehr als zehn Stunden Serie verteilt auf Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag (kress.de berichtete). Schon am 15. März kommt als Deutschlandpremiere die Thriller-Miniserie "Der Anwalt des Teufels" in drei Folgen auf den Schirm. Im April folgt die Miniserie "The Guilty" in drei Episoden.

Senderchef Reichart bekannte sich ausdrücklich auch zu den 2009 eingeführten Dokus am Samstagabend. Bis zu vier Stunden Programm am Stück aus dem wahren Leben kommt in diesem Jahr mit "Die Wende privat" und einer Doku über die Generation der "Babyboomer".

Autor: Jens Twiehaus

 

Ihre Kommentare
Kopf

Karl Jobig

07.03.2014
!

Mittlerweile drängt sich für mich die Frage auf: "Ist permanentes Wachstum bei den Medien noch möglich...?" Ich komme zum Schluss und sage NEIN. Der Markt wird zu unübersichtlich. Das Publikum ist begrenzt und durch das Massenangebot zeitlich überfordert. Nur Top-Qualität wird sich behaupten oder durchsetzen.


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