Tarifrunde Zeitungen: Erste Annäherung zwischen Verlegern und Journalisten

10.03.2014
 

"Wir haben Missverständnisse ausgeräumt und erstmals in unterschiedlichen Modellen für eine Tarifeinigung, die die Regionalisierungsproblematik einschließt, gedacht", sagte der Verhandlungsführer der Zeitungsverleger, Georg Wallraf, über die achte Runde der Tarifverhandlungen für Redakteure an Tageszeitungen. "Wir sind von einem Tarifabschluss noch ein gutes Stück entfernt", resümierte DJV-Mann Kajo Döhring.

"Wir haben Missverständnisse ausgeräumt und erstmals in unterschiedlichen Modellen für eine Tarifeinigung, die die Regionalisierungsproblematik einschließt, gedacht", sagte der Verhandlungsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Georg Wallraf, über die achte Runde der Tarifverhandlungen für Redakteure an Tageszeitungen, die am vergangenen Freitag in Hamburg stattfand.

Alle Materien, und somit auch die Gehaltstabellen, seien mit DJV und dju in ver.di diskutiert worden. Angesichts der Annäherung in den bisher sehr unterschiedlichen Standpunkten gebe es aus seiner Sicht keinen Grund für weitere Streikmaßnahmen.

Auch DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring sieht Fortschritte bei den Verhandlungen für die rund 14.000 Journalisten. "Es ist gelungen, wichtige Elemente für neue Tarifverträge zu benennen". Die Verleger hätten ihre Forderung nach Absenkung des Weihnachtsgelds für längerfristig erkrankte Redakteure zurückgezogen. Im Gespräch sei erneut der Wunsch der Verleger gewesen, die Einkommensentwicklung der Journalisten an die regionale Kaufkraft zu koppeln.

Laut Döhring ist es in den Verhandlungen noch nicht gelungen, das Thema Regionalisierung abzuschließen. Gehalts- und Honorarerhöhungen seien für die Verleger im Rahmen der Teuerungsrate vorstellbar gewesen. Verschlechterungen hätten sie bei den aus Urlaubs- und Weihnachtsgeld bestehenden Sonderzahlungen gefordert, die gegebenenfalls stufenweise in überschaubarem Umfang abgesenkt werden sollten. Die vom DJV geforderte Integration der Onliner in die Tarifverträge könne möglicherweise in mehreren Schritten erfolgen, habe am Ende des Tages im Raum gestanden. 

Die Tarifverhandlungen sollen wie geplant am 26. März in Berlin fortgesetzt werden. "Wir sind von einem Tarifabschluss noch ein gutes Stück entfernt", resümierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Aber die Verleger haben endlich ihre Blockadehaltung an den Haken gehängt und den konstruktiven Weg eingeschlagen." Das sei nur durch die Entschlossenheit hunderter Kolleginnen und Kollegen gelungen, die sich in den letzten Wochen an Warnstreiks für faire Tarifverträge beteiligt hätten.

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