Markus Lanz im "Emotion"-Interview: "Öffentlichkeit kommt mit einer ungeheuren Wucht daher"

11.03.2014
 

Der viel kritisierte Markus Lanz räumt im Interview mit "Emotion" ein, dass er manchmal Angst habe, dem Druck des TV-Geschäfts nicht mehr standhalten zu können: "Ich werde mich nie an dieses Gefühl gewöhnen, ausgestellt zu sein wie im Schaufenster. Wenn ich im Sommer auf einer Wiese sitze, denke ich, ich kann das alles beherrschen. Doch das ist eine Illusion."

Der viel kritisierte "Wetten, dass..?"-Moderator Markus Lanz räumt im Interview mit der Frauenzeitschrift "Emotion" (Ausgabe 04/2014) ein, dass er manchmal Angst habe, dem Druck des TV-Geschäfts nicht mehr standhalten zu können: "Ich werde mich nie an dieses Gefühl gewöhnen,ausgestellt zu sein wie im Schaufenster. Wenn ich im Sommer auf einer Wiese sitze, denke ich, ich kann das alles beherrschen. Doch das ist eine Illusion. Öffentlichkeit kommt mit einer ungeheuren Wucht daher", erklärt Lanz. Seine Herkunft helfe ihm aber, sich abzugrenzen, so der gebürtige Südtiroler.

Stress begegnet Markus Lanz sportlich: "Über Laufen und Krafttraining reagiere ich mich ab. Wie viele Männer neige ich zum nervösen Magen." Auch habe er manchmal das Gefühl, dass ihm alles zu viel werde. "Aber wenn die Anstrengung besonders groß ist, ist es umso schöner, wenn der Schmerz nachlässt", so der Hobby-Extremsportler, der den Anspruch hat, "immer so fit zu sein, dass ich morgen zu einer Überquerung des Grönlandeises aufbrechen kann." Ansonsten achte Lanz auf Ruhezeiten: "Stecker raus, Telefon aus. Abkoppeln vom Medienalltag, das brauche ich. Im Auto bleibt meistens sogar das Radio aus", so Lanz, der als Volontär bei "Radio Hamburg" seine ersten Schritte in die Medienbranche machte.

Mit dem Begriff der Prominenz kann der aus einem Bergdorf stammende Südtiroler nichts anfangen: "Ist es die Lizenz, sich aufzuführen wie ein Idiot? Sicher nicht. Es ist in Wahrheit, eine Kategorie in der Klatschpresse, ein Geschäft. Aus dummen Fotos werden dumme Geschichten gemacht - und verkauft. Ich mag diesen Zustand nicht." Prominenz bedeute für ihn vielmehr den Verlust von Anonymität, sagt Markus Lanz und klagt im "Emotion"-Interview: "Im Restaurant heimlich mit dem Handy gefilmt zu werden, wie ich mir mein Schnitzel reinschiebe und dabei kaue. Das ist einfach nur bescheuert." 

Über die Auf und Abs im Leben sagt Lanz: "Es ärgert mich mittlerweile, dass uns jeden Tag vorgegaukelt wird, dass wir alle rund um die Uhr granatenmäßig glücklich sein könnten und müssten."

Die Zukunft des Fernsehgeschäfts sieht er so: "Das Fernsehen, das wir heute kennen, gibt es vielleicht nur noch zehn Jahre. Das muss auch nichts Schlechtes sein."

Das Frauenmagazin "Emotion" erscheint in der Inspiring Network GmbH, die u.a. auch die Philosophiezeitschrift "Hohe Luft" herausgibt.

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