Jörg Schönenborns "beängstigende" Bilanz: "Die Kreativen haben beim WDR nicht angeklopft"

12.03.2014
 

Der designierte WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn ist beim Werkstattgespräch der Adolf-Grimme-Preis-Freunde mit seinem Sender hart ins Gericht gegangen. "Es gibt das beängstigende Phänomen, dass über viele Jahre die Kreativen im Unterhaltungsbereich, Satire- oder Comedybereich bei uns entweder nicht angeklopft haben oder bei uns waren, aber bei uns nicht das machen konnten, was erfolgreich wurde". 

Der designierte WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn (kress.de berichtete) ist beim Werkstattgespräch der Adolf-Grimme-Preis-Freunde mit seinem Sender hart ins Gericht gegangen. Der WDR könne kaum mehr jüngere Zuschauer begeistern. Für innovate, kreative Formate ist Schönenborn bereit, Marktanteile bei den Älteren zu verlieren.

"Das Problem ist, dass die Altersgruppen unter 60 ganz unterdurchschnittlich beteiligt sind", sagte Schönenborn in Düsseldorf laut einem "Spiegel Online"-Bericht. Die Zugewinne an Zuschauern, die der WDR in den vergangenen Jahren hatte, würden die Altersgruppe über 60 betreffen.

"Es gibt das beängstigende Phänomen, dass über viele Jahre die Kreativen im Unterhaltungsbereich, Satire- oder Comedybereich bei uns entweder nicht angeklopft haben oder bei uns waren, aber bei uns nicht das machen konnten, was erfolgreich wurde", wird Schönenborn zitiert.

Es sei eine Herausforderung, bei einem Sender wie dem WDR das Programm zu ändern, um ein jugendlicheres Publikum anzuziehen. "Wenn man mit Programm, das zum Beispiel von Zielgruppen über 60 gern geguckt wird, sehr erfolgreich sein kann, dann muss man verdammt stark sein, um zu sagen, das lassen wir jetzt mal und gehen auf Innovation - wissend, dass die Marktanteile, dass die Zuschauerzahlen damit deutlich geringer werden", sagte der zukünftige WDR-Programmchef. Diese Umsteuerung hinzubekommen, anspruchsvolle und intelligente Serien anzubieten und dafür Marktanteile abzugeben, das sei die Aufgabe.

Schönenborn ist seit 2002 WDR-Chefredakteur Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Politik und Zeitgeschehen. Unter seiner Verantwortung sind eine Reihe erfolgreicher Informationsformate entwickelt worden. Dazu gehören "hart aber fair" als Polittalk, "Markencheck", "Wahlarena" und im WDR Fernsehen "Sport inside" und "Tagesschaum". Außerdem hat er Wahlsendungen im Ersten moderiert und steht für den "ARD Brennpunkt" und den "Presseclub" vor der Kamera.

Der WDR ist mit mehr als 4.000 festen Mitarbeitern und einem Etat von über einer Milliarde Euro die größte ARD-Anstalt.

Ihre Kommentare
Kopf

Karl Jobig

12.03.2014
!

Wer bei der ARD, aber auch beim ZDF, von jüngeren Zielgruppen "träumt", nimmt schlicht nicht zur Kenntnis, dass Fernsehen überwiegend von älteren Menschen erlebt wird. Junge Menschen sitzen zumindest abends selten bis kaum vor der
"Glotze", nicht weil das Angebot nicht stimmt, sondern weil die Jüngeren andere Interessen haben.


Ralf E. Hansen

Ralf E. Hansen

Medienconsulter
Consulter Medien & Entertainment

12.03.2014
!

und haben Sie sich nie gefragt warum keiner anklopft Herrn Schönenborn ? Was ist wohl mit einem Senderverbund los, um den Deutschlands beste Kreative einen großen Bogen machen ? Wenn ich das hier ausspreche, weint der WDR....


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