Madsack nimmt Heimatzeitungen an die Kandare: Stellenabbau und Verlust der Eigenständigkeit

 

Die Mediengruppe Madsack organisiert nach kress-Infos ihre Lokalberichterstattung im Umkreis von Hannover neu - und spart dabei Stellen ein: Die sogenannten Heimatzeitungen sollen in Zukunft nicht mehr von einem eigenen Produktionsdesk in Garbsen produziert werden, sondern am Lokaldesk der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" ("HAZ") entstehen.

Die Mediengruppe Madsack organisiert nach kress-Infos ihre Lokalberichterstattung im Umkreis von Hannover neu - und spart dabei Stellen ein: Die sogenannten Heimatzeitungen sollen in Zukunft nicht mehr von einem eigenen Produktionsdesk in Garbsen produziert werden, sondern am Lokaldesk der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" ("HAZ") entstehen.  Die "HAZ"-Redaktion unter Führung von Chefredakteur Hendrik Brandt übernimmt zudem die publizistische Verantwortung über die insgesamt sechs Titel und führt bei ihnen in Zukunft die Regie.

Die Heimatzeitungen (u.a. "Deister-Anzeiger", "Leine-Nachrichten") liegen im Umland von Hannover täglich den beiden Madsack-Titeln "HAZ" und "Neue Presse" ("NP") bei. Sie erscheinen im Tabloid-Format, ihre Auflage beträgt rund 100.000 Exemplare.

Die Madsack Heimatzeitungen GmbH & Co KG solle in Zukunft die Rolle einer "Nachrichten- und Textagentur" übernehmen, "deren Mitarbeiter entsprechend der inhaltlichen und journalistischen Anforderungen von 'HAZ' und 'NP' Themen recherchieren und Beiträge erstellen", sagt Madsack-Sprecherin Susanne Bömmel. Eine eigene Chefredaktion wird es fortan nicht mehr geben: Chefredakteur Peter Taubald und sein Stellvertreter Clemens Wlokas beschränken sich in Zukunft auf ihre Rolle als Geschäftsführer der Madsack Heimatzeitungen GmbH & Co KG.

Madsack liefert eine inhaltliche Begründung für die Degradierung der Heimatzeitungen: Künftig solle die journalistische Verantwortung für die Berichterstattung über die Ereignisse in der Region bei der Regionalzeitung selbst liegen, so die Madsack-Sprecherin. So würden Textdoppelungen und mehrfache Recherchen zum gleichen Thema vermieden und sichergestellt, "dass die Inhalte und Gestaltung der Umland-Lokalausgaben optimal zur Zeitung passen".

Zum Umfang des geplanten Stellenabbaus nennt Madsack keine Zahlen. Bei der Gewerkschaft verdi befürchtet man aber, dass bei den Heimatzeitungen bis zu 25 Stellen zur Disposition stehen. Von den dort derzeit beschäftigten knapp 50 Redakteuren sollen demnach in Zukunft nur 25 als Reporter an Bord bleiben. Madsack wird allerdings den "HAZ"-Lokaldesk in Hannover um 11 Stellen aufstocken. Die Ausschreibung dafür soll konzernweit erfolgen. Der Heimatzeitungen-Produktionsdesk in Garbsen hat derzeit 12,5 Stellen.

Madsack 2018 nimmt Gestalt an

Die Neuorganisation bei den Madsack-Heimatzeitungen ist Teil des Programms Madsack 2018, das Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung, im vergangenen Jahr vorgestellt hat (kress.de vom 4. Oktober 2013). Es sieht u.a. vor, dass bestimmte Aufgaben wie Vermarktung, Vertrieb, Logistik und Dienstleistungen konzentriert werden. Frucht dieser Strategie ist auch die Gründung einer Zentralredaktion für überregionale Inhalte namens Redaktions Netzwerk Deutschland (kress.de vom 29. November 2013).

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