Filmschaffende erhöhen den Druck auf ARD und ZDF: "25 Cent je Haushalt und Monat für eine Programmoffensive"

 

Es ist die alte Geschichte vom Bärenfell, das gerne im Vorfeld verteilt wird: In die Diskussion, was mit den erwarteten Überschüssen aus der Rundfunk-Haushaltsabgabe geschehen soll, mischen sich nun sechs Branchenverbände von Gewicht ein: Gemeinsam fordern Produzentenallianz, Schauspielerverband BFFS, ver.di & Co, dass ARD und ZDF ab 2015 jährlich rund 100 Mio Euro in Qualitätsproduktionen stecken.

Es ist die alte Geschichte vom Bärenfell, das gerne im Vorfeld verteilt wird: In die Diskussion, was mit den erwarteten Überschüssen aus der Rundfunk-Haushaltsabgabe geschehen soll, mischen sich nun sechs Branchenverbände von Gewicht ein: Gemeinsam fordern Produzentenallianz, Schauspielerverband BFFS, ver.di & Co, dass ARD und ZDF ab 2015 jährlich rund 100 Mio Euro in Qualitätsproduktionen stecken.

KEF-Empfehlung löst viele Forderungswellen aus

Laut den Berechnungen der KEF entstehen nach dem neuen Modell der Gebührenerhebung bekanntlich Mehreinnahmen, die durch die Senkung der Abgabe um 73 Cent pro Haushalt aufgefangen werden könnten. 

Hier greifen in einem Schulterschluss die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen, der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände, der Berufsverband Kinematografie (BVK), der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) sowie die ver.di FilmUnion ein.

Sie fordern in einer gemeinsamen Resolution, dass "beginnend mit dem Jahr 2015 ein Teilbetrag der Überschüsse in Höhe von mindestens 25 Cent je Haushalt und Monat für eine Programmoffensive von ARD und ZDF ausschließlich für Programminvestition verwendet werden."

100 Mio Euro mehr für gutes Programm - nur nicht für Sport, bitte

Laut den Interessensvertreten der Fernsehwirtschaft ergäbe sich bei rund 40 Mio Fernsehhaushalten eine Investitionssumme von rund 100 Mio Euro jährlich, die in Auftragsproduktionen, Lizenzeinkäufe von deutschsprachigen Programmen und in europäische Co-Produktionen fließen sollten. Explizit ausnehmen wollen die Verbände dabei Sportprogramme.

"Die Mittel, die ARD und ZDF in fiktionales Programm, dokumentarische Produktionen und Kinderprogramm investieren, stagnieren seit Jahren", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. "Ungeachtet der zwischen der Produzentenallianz und ARD und ZDF vereinbarten Eckpunkte, die einen größeren Budgetrealismus verwirklichen sollten, kennen Produktionsetats seit Jahren nur eine Tendenz: Sie werden entweder reduziert oder jedenfalls auf dem schon vor vielen Jahren erreichten Stand eingefroren."

Fernsehfilm-Drehtage von 28 auf 21 eingedampft

So würde der große 90-minütige Dokumentarfilm in den öffentlich-rechtlichen Programmen so gut wie gar nicht mehr stattfinden. Bei der Herstellung eines "Tatort"-Fernsehfilms sei das zur Verfügung stehende Budget über einen Zeitraum von zehn Jahren zuletzt preisbereinigt um rund 20 Prozent gesenkt worden, heißt es bei Produzentenallianz & Co. "Dies konnte nur durch eine Verkürzung der Drehtage von ursprünglich durchschnittlich 28 Tagen auf heute 21 Tagen aufgefangen werden."

Wegen der Mittelkürzung - so die Argumentation der Interessensvertreter - kämen international anerkannte Programmideen nicht mehr aus Deutschland und könnten daher weltweit erfolgreichen Vorzeigeproduktionen wie "House of Cards", "Homeland" oder "Downtown Abbey" nicht Paroli bieten. "Auch beim Kinofilm droht Deutschland inzwischen international den Anschluss zu verlieren", so das Schwarzmalgemälde.

Ihre Kommentare
Kopf

Karl Jobig

12.03.2014
!

Setzen Sie sich bei einem New York - Besuch mal einen Tag in Ihrem Hotelzimmer vor den Fernseher und lassen sich vom Roomservice verpflegen. Danach wissen Sie, wie gut ARD und ZDF sind. Leichte Unterhaltung, auch die seichte, sollte die Domäne der Privaten sein. Der 'Kampf' um Einschaltzahlen bei ARD / ZDF ist abartig.


Knut Föckler

13.03.2014
!

Die richtige Initiative der Produzentenallianz zur richtigen Zeit. Möge sie Gehör finden!


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