Harald Schmidts Abschied von der Sky-Show: Ein letzter Dank für "fantastische 19 Jahre"

 

Furioser Applaus, kein Platz für Rührung, ein paar Sticheleien - und schon war er weg. "Ich verabschiede mich jetzt ins Privatleben", sagte Harald Schmidt in seiner letzten Late-Night-Show bei Sky. "Ich weiß nur noch nicht in welches." Die von vielen Fans bis zuletzt ersehnte Ankündigung, doch noch konkret wo anders weiter zu machen, blieb aus. Stattdessen futterte er im Kreis seiner Liebsten Würstchen und Nudelsalat. 

Furioser Applaus, kein Platz für Rührung, ein paar Sticheleien - und schon war er weg. "Ich verabschiede mich jetzt ins Privatleben", sagte Harald Schmidt in seiner letzten Late-Night-Show bei Sky. "Ich weiß nur noch nicht in welches." Die von vielen Fans bis zuletzt ersehnte Ankündigung, doch noch konkret wo anders weiter zu machen, blieb aus. Stattdessen futterte er im Kreis seiner Liebsten Würstchen und Nudelsalat. 

Pathetische Erklärungen, Sentimentales gar liegen ihm natürlich nicht. Deswegen wurde es zu Schluss fast ein wenig hektisch. Mit seinen Sidekick-Favoriten der jüngeren Zeit, darunter Jürgen Vogel, Klaas "Joko" Heufer-Umlauf, Olli Dittrich, Pierre M. Krause, Bastian Bielendorfer und einer als einzigen sichtlich mitgenommenen Nathalie Licard hatte sich Schmidt am letzten Abendsmahl-Tisch wieder mal verplaudert.

Man erzählte sich Schwänke von faden "Wetten, dass ..?"-Backstage-Partys, dem Frust in den Anstalten, prügelte ein wenig auf den ehrgeizigen "Newcomer" Markus Lanz ein und stolperte konsequent in die eigenen Pointen herein. Dann zupfte Judith Holofernes noch schnell ein Abschiedslied herunter.

Schmidt merkte, dass die Zeit mal wieder davon gelaufen war. Mit einem Dank ans Publikum für "fantastische 19 Jahre" und einem schnodderig hinterhergeschobenen "Ciao" war's dann auch schon vorbei. Der Applaus donnerte wieder. Sehr lange. Und Schmidts letzte Freunde klatschten natürlich im Stehen.

"Ein tolles Gefühl, mal völlig unbeobachtet zu sein"

Inhaltlich setzte die Legende mit dem legendär hohen Senderverschleiß dem allen nichts Neues mehr an den Schluss. Dafür mokierte er sich noch ein wenig über seine Alt-Arbeitgeber. Etwa die Entscheidung von Sky, die Sendung frei empfangbar im Netz einzustellen. "PR-Gag des Senders", scherzte Schmidt etwas bitter. "Damit man sich auf Youtube eine Show anguckt, die es nicht mehr gibt und sagt 'Hey, da hol ich mir mal ein Abo'."

Ohnehin musste Sky, wo man seine auch im Zuschauerabseits verlässlich grandiose Show offenbar auch gegen Monica-Lierhaus-Interviews gegengerechnet hatte, kräftig einstecken. "Heute ist der Tag unserer letzten Show bei Sky. Ich habe diese zwei Jahre bei Sky genossen. Ein tolles Gefühl, mal völlig unbeobachtet zu sein", sagte er gleich zu Beginn.

Über den wilden Applaus - "So ist das, wenn das Publikum vom Land kommt und Helene-Fischer-Fan ist" - konnte er sich nur bedingt freuen. Hätten sich die vielen Krokodilstränenweiner doch auch mal ein Abo gekauft. Mehr als 60.000 Zuschauer sahen seine letzte Sendung zusammengerechnet bei Sky nicht.

"Millionen Zuschauer verzockt"

Eine Steilvorlage für die Schlusstagsgags war natürlich die Verurteilung von Uli Hoeneß. Schmidt verwandelte sie sehr selbstironisch. "Dreieinhalb Jahre für den erfolgreichsten Fußballmanager der Welt", sagte er. "Als ich mir das so angeschaut habe, dachte ich: Mensch, irgendwie haben Hoeneß und ich viel gemeinsam, oder? Wir haben beide Millionen verzockt: Er Euro, ich Zuschauer."

Allerdings musste er auch noch sein WDR-Trauma verarbeiten, als er Hoeneß sogar ein wenig bemitleidete. "Auch ich saß einige Jahre in einer Anstalt", äzte er. Befreiend sarkastisch dagegen: "Ich habe gegenüber Hoeneß einen Vorteil, ich werde heute entlassen."

Hoffentlich richtet Harald Schmidt tatsächlich doch noch Besuchsgänge in der harten Wirklichkeit ein - vielleicht schon demnächst im Theater.

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