"Darauf achten, dass sein Einsatz auch Sinn macht": Bellut erhöht Druck auf "Wetten, dass..?" & Lanz

 

Ungewohnt scharfer Gegenwind für Markus Lanz: Sein ZDF-Intendant Thomas Bellut gab vor der nächsten "Wetten, dass ..?"-Sendung, die am 5. April in Offenburg steigt, einen deutlichen Warnschuss ab. "Ein weiterer Quotenschwund würde die Show sehr schwächen", sagte Bellut. Eine Einstellung schließt er offenbar nicht mehr aus. "In diesem Jahr werden wir sehen, wie stark die Marke noch ist." 

Ungewohnt scharfer Gegenwind für Markus Lanz: Sein ZDF-Intendant Thomas Bellut gab vor der nächsten"Wetten, dass ..?"-Sendung, die am 5. April in Offenburg steigt, einen deutlichen Warnschuss ab. "Ein weiterer Quotenschwund würde die Show sehr schwächen", sagte Bellut. Eine Einstellung schließt er offenbar nicht mehr aus. "In diesem Jahr werden wir sehen, wie stark die Marke noch ist." 

Wie lange wird es WD noch geben? Bellut: "Ich weiß es nicht"

Auf die direkte Interview-Frage der "Handelsblatt"-Redakteure Kai-Hinrich Renner und Thomas Tuma, wie lange es "Wetten, dass ..?" überhaupt noch geben wird, wich Thomas Bellut aus. "Ich weiß es nicht", sagte er. Eine Bestandgarantie für eine Vorzeigeshow, die ihn immerhin zwischen 2 und 2,5 Mio Euro pro Ausgabe und damit mehr als Samstagabendkrimis kostet, hätte sich anders angehört.

Bellut hatte selbst einmal die "Wetten, dass ..?"-Messlatte bei 8 Mio Zuschauern angelegt. Daher kann ihn der dramatische Zuschauerschwund auf das zuletzt erreichte Rekordtief nicht ungerührt lassen. "5,8 Millionen Zuschauer sind für derartiges Eventfernsehen ein niedriger Wert", konstatiert Bellut in dem Interview, verweist aber auf die allgemein aufgesplitterten Interessen auf dem Zuschauermarkt. "Eine große Familienshow wie 'Wetten, dass ..?' hat es seit Jahren zunehmend schwerer, weil sich die Zielgruppen heute fragmentieren", so Bellut. 

Rückwärtsgewandte Verbeugung vor Thomas Gottschalk

Die Analyse verband er dabei mit einer rückwärtsgewandten Verbeugung vor Thomas Gottschalk: "Lanz' Vorgänger Thomas Gottschalk war eine der letzten lebenden TV-Legenden und konnte das allmähliche Abgleiten der Quoten immer noch mal auffangen", lobte Thomas Bellut. 

Den Stil von Markus Lanz wollte er nicht als "verbissen" charakterisieren, attestierte dem Südtiroler aber sportlichen Ehrgeiz. "Er will seinen Job eben auch richtig und gut machen", sagt Bellut in dem Interview. "Daran arbeitet er hart, aber nicht verbissen. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass sein Einsatz auch Sinn macht."

Zieht sich Markus Lanz auf seinen Talk zurück?

Klar wird, dass der Intendant seinen Schützling, den er einst selbst für die große Samstagabendshow mit ausgewählt hatte, zumindest für seine werktägliche Talk-Show halten möchte. "In seiner Late-Night ist er von den Debatten weitgehend unbeschadet", sagte Bellut zur Quoten- und Qualitätsdiskussion um "Wetten, dass ..?". 

Allerdings kritisierte er rückblickend noch einmal die umstrittene Sahra-Wagenknecht-Sendung, die viel Kritik auf sich zog und bekanntlich eine selbst nicht unumstrittene Online-Petition ausgelöst hatte. "Die Sendung war so sicher nicht in Ordnung. Aber der Grat im Fernsehen ist schmal. Einerseits soll ein Talkmaster ja ein guter Gastgeber sein, andererseits soll er kritisch nachfragen", so Thomas Bellut. "Die Zuschauerreaktionen nehme ich sehr ernst, auch wenn ich nicht alle fair fand."

Bellut arbeitet Programmbeschwerden ab

Die starke Teilhabe der Zuschauer an den Programminhalten und die Kritik in sozialen Netzwerken greift der Intendant auf. "Mittlerweile widme ich etwa einen halben Arbeitstag pro Woche dem Thema Programmbeschwerden", sagt Bellut. "Sobald begründete Kritik beim Vorsitzenden des Fernsehrats oder bei mir landet, muss ich einer Sache nachgehen. Beschwerdemanagement ist für mich Alltag geworden."

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