Rund die Hälfte der 100 Beschäftigten betroffen: Erhebliche Einschnitte bei der "Westdeutschen Zeitung"

28.03.2014
 

"Dramatische Nachrichten aus Düsseldorf", verbreitet "newsroom.de". Nach Informationen der Nachrichtenseite soll die Redaktion der "Westdeutschen Zeitung" (Girardet Verlag) erheblich verkleinert werden. Von 100 Beschäftigten sollen offenbar rund die Hälfte das Haus verlassen. Dazu stünden Veränderungen im "WZ"-Mantel an und Umstrukturierungen im Lokalen.

"Dramatische Nachrichten aus Düsseldorf", verbreitet "newsroom.de". Nach Informationen der Nachrichtenseite soll die Redaktion der "Westdeutschen Zeitung" erheblich verkleinert werden. Von 100 Beschäftigten sollen offenbar rund die Hälfte das Haus verlassen. Von den Maßnahmen sollen Redakteure und Mitarbeiter, die redaktionsnahe Tätigkeiten ausüben oder die Redaktion unterstützen (Sekretariat, etc.), betroffen sein.

Dazu wird der Zeitungsmantel laut "newsroom.de" zukünftig nicht mehr im Haus produziert, sondern eingekauft. Ein Team von sieben Redakteuren (bislang arbeiteten beim "WZ"-Mantel 20, 25 Redakteure) solle die Seiten dann in Düsseldorf regionalisieren.

Auch bei den Lokalausgaben soll es Veränderungen geben: In Mettmann, Neuss und am Niederrhein werde zwar die "Westdeutsche Zeitung" weiterhin präsent bleiben, offenbar nur nicht mit eigenen Redakteuren. Hier soll die "Rheinische Post" die Lokalseiten zuliefern, berichtet "newsroom.de". Einzig der "Bergische Volksbote", die "WZ"-Lokalausgabe in Burscheid (Regierungsbezirk Köln), bleibe neben den Redaktionen in Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal erhalten. 

Die "Westdeutsche Zeitung" soll auch einen neuen Chefredakteur bekommen, der seinen Posten am 1. Mai antreten werde. Das Traditionsblatt erscheint im Girardet Verlag. Die IVW wies für die Kombo "Westdeutsche Zeitung plus" im vierten Quartal 2013 eine verkaufte Auflage von 136.483 Exemplaren aus. 

DJV-NRW warnt vor weiteren journalistischen Mogelpackungen

Auch der DJV-NRW meldete sich wegen der "drastischen Einschnitten bei der 'Westdeutschen Zeitung'" zu Wort: Der Verlust von Journalistenarbeitsplätzen und Medienvielfalt in NRW gehe weiter. Dass bei der "WZ" Veränderungen im Mantel anstünden, sei lange befürchtet worden. Überraschend kämen nun allerdings die Umstrukturierungen im Lokalen. "Dass auch der Giradet-Verlag Fremdinhalte zukaufen und unter dem Titel 'Westdeutsche Zeitung' publizieren will, kritisieren wir aufs Schärfste", erklärt Uwe Tonscheidt, stellvertretender Vorsitzender des DJV-NRW. Vor allem die Lokalteile in den drei Kreisen wären dann nichts anderes als journalistische Mogelpackungen, wie man sie auch von der Funke-Mediengruppe kenne.

"Weiterer Schritt in Richtung publizistische Sackgasse"

Zu der Zahl von rund 50 "WZ"-Beschäftigten, die sich Sorgen um den Arbeitsplatz machen müssten, sagte Tonscheidt: "Der Wandel in der Zeitungsbranche geht einmal mehr deutlich zu Lasten der Mitarbeiter." Wieder würden in großem Umfang redaktionelle Arbeitsplätze abgebaut, wieder würden etliche Journalisten ihren Job verlieren. Tonscheidt verweist auf die Ereignisse rund um die Westfälische Rundschau im Raum Dortmund Anfang 2013, "letzte Woche erst die Ankündigung von MDS und Heinen-Verlag, mehrere Lokalredaktionen im Raum Köln zusammenzulegen". Und nun die WZ. "Das ist ein weiterer Schritt der Verleger, sich von der Meinungsvielfalt zu verabschieden", so Tonscheidt weiter, "und ein weiterer Schritt in Richtung publizistische Sackgasse".

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