Die Nachrichtenmaschine: Schwäbische Software schreibt aus Daten News

07.04.2014
 

Die Daten: Dallas Mavericks vs. Golden State Warrior: 85:108. Die Schlagzeile: Warriors deklassieren Nowitzkis Mavericks. Das Ungewöhnliche: Die Überschrift wurde nicht von einem Sportjournalisten, sondern von einer Software geschrieben. In Deutschland ist dieses Szenario bisher noch nicht umgesetzt worden. Die technologischen Voraussetzungen existieren allerdings bereits.

Die Daten: Dallas Mavericks vs. Golden State Warrior: 85:108. Die Schlagzeile: Warriors deklassieren Nowitzkis Mavericks. Das Ungewöhnliche: Die Überschrift wurde nicht von einem Sportjournalisten, sondern von einer Software geschrieben. In Deutschland ist dieses Szenario bisher noch nicht umgesetzt worden. Die technologischen Voraussetzungen existieren allerdings bereits.

Die Aexea GmbH aus Stuttgart (www.aexea.de) hat nun erstmals eine Software vorgestellt, die mit Hilfe eines semantischen Modells Daten aus verschiedenen Quellen verknüpft und anschließend automatisiert nicht nur Headlines, sondern komplette hochwertige Nachrichtentexte formuliert.

"Leserorientierte, verständliche und lesenswerte Texte"

Der Software AX liegt ein komplexer Algorithmus zugrunde, der in der Lage ist, Daten aus unterschiedlichen Datenbanken zu verknüpfen und daraus Beziehungen, Korrelationen, Einflüsse und Besonderheiten zu identifizieren. Für jede Art von Nachricht wird ein Regelwerk konzipiert, das die Basis für solche Schlussfolgerungen bildet. Damit kann die Software ein "Informationsmodell" erstellen, das die Basis für die spätere Nachricht bildet. Anschließend werden die Inhalte in ein narratives Gerüst eingebunden und in natürliche Sprache umgesetzt. Die Besonderheit von AX ist, dass die Software dabei eine generative Grammatik nutzt und syntaktische Regeln und Flexionen anwenden kann. Das aus den Auswertungen entwickelte semantische Modell wird auf diese Weise "sprachlich abgebildet und geglättet". Das Ergebnis: "leserorientierte, verständliche und lesenswerte Texte".

"Es ist die intelligente semantische Logik, die es der Software ermöglicht, Texte zu schreiben, die nur das Sagenswerte und Sprechbare enthalten", erklärt Frank Feulner, Leiter Software Development/ Semantic Technologies bei der Aexea GmbH die Besonderheit der Software.

Die Interessen der Leser individueller abbilden

Die Software könne die Ausrichtung auf die Zielgruppe unterstützen, das sei vor allem sinnvoll, wenn die Zielgruppe klein ist. So könnten für ein Sportmagazin besondere Artikel für Bayernfans oder sogar Fans von Philipp Lahm "ohne allzu großen Aufwand" erstellt werden. "Im Prinzip wäre es möglich, dass der Nachrichtenwert und die Detailtiefe auf die Ansprüche eines einzelnen Lesers abgestimmt werden, wenn dieser vorher seine Interessen angibt." Für die AX-Macher ist das "ein Mehrwert für den Leser, der bisher im professionellen journalistischen Bereich nicht existiert, den die Leser aber möglicherweise auch bezahlen würden". Ein Philip-Lahm-Fan müsse sich bisher seine Infos und Details auf den eher marketingorientierten Websites des Spieler, des Vereins oder auf Fanseiten und -foren zusammensuchen.

Freiräume für Journalisten schaffen

Eine Software, die in der Lage sei, Nachrichtentexte zu formulieren und auf die Interessen der Zielgruppe zuzuschneiden, könne Journalisten dringend benötigte Freiräume schaffen. "Die Einsatzmöglichkeiten sind natürlich nicht auf den Journalismus beschränkt", erklärt Aexea-Geschäftsführer Saim Alkan. "Auch im E-Commerce-Bereich gibt es großen Bedarf an guten Texten. Bisher hat der Aufwand viele Anbieter davon abgehalten ihre Produkttexte zu optimieren. Mit AX ist die Produktion qualitativ hochwertiger Texte in großer Stückzahl wesentlicher schneller und günstiger."

Alkans Pläne für die Zukunft: "Unser nächstes Projekt ist der Aufbau eines Sportportals, bei dem jeder Leser seinen eigenen Sportteil schreiben lassen kann. Ganz gleich, ob er sich für Philip Lahm oder die Tischtennis Kreisliga interessiert."

Ihre Kommentare
Kopf
Chris Ecklebe

Chris

COSMOTY.de
Geschäftsführer

08.04.2014
!

Eine Demo eines solchen "Sportportals" würde ich gern sehen.

Roboterjournalismus, klingt spannend ;)


Julianita M

10.04.2014
!

Wahnsinn hört sich danach an als wäre die Zukunft doch schön früher da als gedacht! Toll.


Rouven Futor

10.04.2014
!

Weg mit den ganzen teuren Redakteuren, nur noch ein paar Germanisten brauchen wir da. Die kosten eh fast nix.
Google sagt uns, was die Leser wollen, der Algo haut es dann gleich raus. Da kann man fast in Echtzeit auf Suchtrends reagieren. Geile Zukunft.
Moment: Anleitung zur Meinungsbildung? Wer braucht schon 'ne Meinung heutzutage.


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