Neue Bewegtbildformate und Mobile-Produkte: So sieht Gruner + Jahrs Digitalstrategie aus

10.04.2014
 
 

Nachdem Vorständin Julia Jäkel Ende März die Rückkehr in die schwarzen Zahlen verlauten ließ, stellte das Verlagshaus am Baumwall in Hamburg am heutigen Donnerstag seine neue Digitalstrategie vor.

Nachdem Vorständin Julia Jäkel Ende März die Rückkehr in die schwarzen Zahlen verlauten ließ (kress.de berichtete), stellte das Verlagshaus am Baumwall in Hamburg am heutigen Donnerstag seine neue Digitalstrategie vor. Das Ziel: der Verlag will zum größten Inhalte-Anbieter und Vermarkter in Europa werden. Mit digitalen Zusatzgeschäften und neuen Bewegtbildformaten soll die Transformation in das Digitalgeschäft gelingen.  

"Wir wollen uns von Papier befreien, hin zu einem Haus der Inhalte", sagte Stan Sugarman, Chief Sales Officer/Chief Digital Officer in der Pressekonferenz. Bis zum Jahresende will das Pressehaus rund einhundert digitale Produkte bei iTunes anbieten können und den Status als größter Digital-Vermarkter in Europa ausbauen. "96% unseres Digital-Umsatzes erwirtschaften wir bereits mit Werbung, größer ist in Europa nur noch Google Adsense", sagte Sugarman.

Im Schnitt will Gruner + Jahr pro Monat mindestens ein neues Mobile-Produkt launchen, das von einem fünfköpfigen Entwicklerteam und in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Redaktionen entwickelt wird. Die Masse kompensiere die Produktionskosten, erklärt Sales-Chef Sugarman die Strategie, auf eigene Entwicklungen zu setzen.

Bewegtbilder wie 360 Grad-Ansichten oder Video-Clips sollen die Inhalte der "G+J Communities of Interest" (Food, Family, Style) erlebbarer machen. So haben die Hamburger zuletzt 150 Videoclips für zehn neue Formate produziert und dafür mehrere 100.000 Euro investiert, wie Arne Wolter sagte, stv. Chief Digital Officer des Verlags.

"Wir glauben an Paid Content aber nicht an Pay Walls"

Mit Video-Formaten wie "Hack'n Roll" mit Starkoch Marc Balduan sollen beispielsweise mehr Nutzer für die Marken von "chefkoch.de" gewonnen werden, für das Magazin "beef" sei ein zeitloses digitales Themenheft allein über Rindfleisch denkbar, wie Sugarman sagt. Auch im E-Commerce möchte der Verlag weiter investieren. Neben weiteren Übernahmen planen die Hamburger im zweiten Quartal auch den Launch eines eigenen Produktes im Bereich Parenting. "Grillzangen im Online-Shop – das wäre vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen", sagt Sugarman.

"Wir glauben an Paid Content aber nicht an Pay Walls", skizziert Sugarmann die Mission für die Inhalte des Verlaugshauses. Journalistische Formate wie die eMagazines sollen weiterhin kostenpflichtig bleiben. Bei den Community-Apps wie denen von "chefkoch.de" oder "eltern.de" setzte das Pressehaus weiterhin auf eine Kostenlosstrategie, um die Reichweite zu erhöhen. Umsätze sollen hier künftig Listing-Gebühren oder Werbung erwirtschaften.

Autor: Malte Brenneisen

 

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