IVW-Zahlen fürs 1. Quartal 2014: "LandLust" lässt die Blätter hängen

 

Verdammter Kiosk! Die Publikumszeitschriften haben laut IVW im 1. Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr 3,3% ihrer Auflage verloren, und das ist vor allem auf Einbußen am Büdchen zurückzuführen: Der Einzelverkauf sank um fast 7%, während die Zahl der Abos stabil blieb. Die größten Verluste mussten die Zeitschriften "Reader's Digest", "TV Digital" und - kein Witz - "LandLust" hinnehmen.

Verdammter Kiosk! Die Publikumszeitschriften haben laut IVW im 1. Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr 3,3% ihrer Auflage verloren, und das ist vor allem auf Einbußen am Büdchen zurückzuführen: Der Einzelverkauf sank um fast 7%, während die Zahl der Abos stabil blieb. Die größten Verluste mussten die Zeitschriften "Reader's Digest", "TV Digital" und - kein Witz - "LandLust" hinnehmen. Top-Gewinner sind "Land Idee", "Meins" und "mein schönes Land".

Das dicke Minus der "LandLust" um 120.156 auf 978.229 verkaufte Exemplare (-11%) ist besonders bemerkenswert, denn die Zeitschrift hat bisher fast immer zu den Top-Gewinnern in der Auflagenstatistik gehört. Selbst im Vorquartal 4/2013 legte sie noch leicht (+1%) zu, weil sie Verluste am Kiosk durch ein Wachstum der Abos kompensierte. Das ist im Quartal 1/2014 nicht mehr gelungen. Nur die Zeitschrift "Reader's Digest" hat sich in diesem Zeitraum (gerechnet nach absoluten Zahlen) von noch mehr Käufern verabschiedet: Ihre Auflage sank um 158.679 Exemplare, wofür zuvorderst gesunkene sonstige Verkäufe verantwortlich sind.

Es wäre aber vorschnell, ein Ende des Landbooms auszurufen: Einige "LandLust"-Plagiatoren können sich nach wie vor die schwieligen Hände reiben. So verbesserten "Land Idee" und "mein schönes Land" ihre Auflage um 46.259 bzw. 32.950 verkaufte Exemplare, was die Plätze eins und drei in der Liste der Top-Aufsteiger bedeutet. Abo und Einzelverkauf beider Titel wachsen und gedeihen weiterhin.

Von den drei großen aktuellen bzw. Nachrichtenmagazinen hat es diesmal den "stern" am härtesten erwischt: Seine Auflage sank um 89.195 verkaufte Exemplare (-11%). Chefredakteur Dominik Wichmann hat vor allem am Kiosk eine Schlappe erlitten: Der Einzelverkauf brach fast um ein Drittel auf 200.705 Exemplare ein. Zu beachten ist allerdings, dass der "stern" im Vorquartal 1/2013 mit einer 1-Euro-Ausgabe für seinen Relaunch trommelte. Der "Focus" hat 6% seiner Auflage verloren, wofür vorrangig ein Minus bei Abos und sonstigen Verkäufen verantwortlich ist. Der "Spiegel" als Dritter im Bunde hielt seine Auflage diesmal fast konstant (-0,8%), obwohl auch er am Kiosk ordentlich in die Knie ging (-11%). Zurückzuführen ist die stabile Auflage darauf, dass erstmals das E-Paper in die Auflage einging. Es beflügelte die sonstigen Verkäufe und sorgte für ein leichtes Wachstum der Zahl der Abos.

"BamS" verliert 4,8%

Die Auflagenverluste der Tageszeitungen sind im 1. Quartal nicht ganz so hoch ausgefallen wie die der Publikumszeitschriften: Sie betragen -2,7%, wofür vor allem das maue Geschäft am Büdchen verantwortlich ist (-6,3%). Die Wochenzeitungen konnten ihre Auflage hingegen in etwa halten (-0,2%).

Einer von ihnen sei ein genauer Blick gegönnt: Bei der "Bild am Sonntag" steht seit vergangenem Jahr Marion Horn am Balken, und bei Springer war zuletzt hinter vorgehaltener Hand von einer ihrem Schaffen zu verdankenden erfreulichen Auflagenentwicklung die Rede. Tatsächlich sind die Verluste der "BamS" im 1. Quartal mit -4,8% geringer ausgefallen als noch in den Vorquartalen, als es um 7,5 (4/2013) bzw. 6,4% (3/2013) nach unten ging. Die Verluste der Kombi aus "Bild" und "B.Z." beliefen sich im 1. Quartal 2014 auf 5,8%.

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Alice Scheerer

Alice Scheerer

Alice Scheerer Texterin und Content-Marketing-Dienstleister
Texterin und Content-Marketing-Dienstleister

23.04.2014
!

Das Kleinstadtkiosk um die Ecke spiegelt die Statistik überraschend gut wieder. Dort fehlt die LandLust seit einiger Zeit. An ihrer Stelle liegt die 'Land Idee'. Neben 'Daphnes Diary übrigens'.

Allerdings frage ich mich: Ist das tatsächlich eine Reaktion auf konkretes KundInneninteresse, oder die zentrale Entscheidung des Distributors?


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