11. Verhandlungsrunde bringt Tarifabschluss: 4% mehr Gehalt für Tageszeitungsredakteure

24.04.2014
 

Der BDZV und die Gewerkschaften DJV) und dju in ver.di haben sich am Donnerstagmittag in Berlin auf ein neues Tarifwerk geeinigt. Es war bereits die elfte Verhandlungsrunde. Rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sind betroffen. Die Tarifparteien verständigten sich unter anderem auf eine lineare Erhöhung der Gehälter zum 1. Mai 2014 um 2,5% und zum 1. April 2015 um 1,5%.

Der BDZV und die Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und dju in ver.di haben sich am Donnerstagmittag in Berlin auf ein neues Tarifwerk geeinigt. Es war bereits die elfte Verhandlungsrunde. Rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sind betroffen. Die Tarifparteien verständigten sich unter anderem auf eine lineare Erhöhung der Gehälter zum 1. Mai 2014 um 2,5 Prozent und zum 1. April 2015 um 1,5 Prozent - bei einer Laufzeit von 29 Monaten des Gehaltstarifvertrags bis zum 31. Dezember 2015.

Für Pauschalisten und Journalisten nach dem so genannten 12a-Tarifvertrag sollen die Vergütungen zum 1. Juni 2014 und zum 1. Mai 2015 jeweils um 1,8 Prozent, maximal jedoch um 40 Euro angehoben werden.

Weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Zugeständnisse akzeptierten die Gewerkschaften nach langwierigen Verhandlungen bei den Sonderzahlungen. Erstmals wird in diesem Jahr das Weihnachtsgeld um 0,18 Prozent reduziert, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sinken bis Mitte 2019 jeweils um den gleichen Prozentsatz. Danach wird das Jahreseinkommen der Redakteurinnen und Redakteure bei 13,5 statt wie bisher bei 13,75 Monatsgehältern liegen. Für die Neueinsteiger in den Zeitungsjournalismus wird die Absenkung auf 13,5 Gehälter mit dem Weihnachtsgeld 2014 fällig. Gleiches gilt für die Journalisten in Norddeutschland.

Die Urlaubstage sollen auf 30 Tage für Neueinsteiger gekürzt werden. Höhere Besitzstände sollen erhalten bleiben, gekoppelt an die Zusage, den jeweils nächst höheren Urlaubsanspruch noch zu erreichen. Der Umzugsurlaub wird nur noch bei dienstlich veranlassten Umzügen gewährt. Der Manteltarifvertrag soll bis Ende 2018 gelten

Für künftige Redakteure "ohne journalistische Regelausbildung" beginnt das Gehalt bei 2.800 Euro. Die Zahl der Berufsjahrstufen wird reduziert und mit neuen Funktionsbeschreibungen versehen. Das Gehaltsspektrum reicht von 3.032 Euro im ersten bis 5.636 Euro monatlich ab dem 16. Berufsjahr für Redakteure mitLeitungsfunktion. Alle am 1. August 2013 angestellten Redakteure sollen noch eine Höhergruppierung erfahren, ehe die neue Berufsjahrstaffel bei ihnen wirkt. Für die Redakteure, die jetzt in den Verlagen angestellt sind, vereinbarten die Tarifparteien einen Bestandsschutz.

Manteltarifvertrag gilt ab 2016 auch für Onlinejournalisten

Erfolgreich war der DJV mit seiner Kernforderung, die Onlinejournalisten in die Tarifverträge einzubeziehen. Für die bei den Zeitungsverlagen angestellten Onliner gilt der Manteltarifvertrag ab Mitte 2016. Unverändert bleibt die Dauer des Volontariats mit zwei Jahren. Allerdings sollen die Ausbildungsinhalte den veränderten Erfordernissen im redaktionellen Alltag angepasst werden.

DJV: "Das ist kein Traumergebnis"

"Das ist kein Traumergebnis",wertete DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring den Tarifabschluss,"sondern die einzige Möglichkeit, die Flächentarifverträge zu erhalten." Das heutige Verhandlungsergebnis sei ohne die Arbeitskämpfe der Kolleginnen und Kollegen in den letzten Monaten nicht denkbar gewesen. Döhring: "Dafür danke ich allen Aktiven von ganzem Herzen, die sich für die berechtigten Tarifforderungen der Zeitungsjournalisten engagiert haben."

BDZV: "Künftig regelmäßiger Qualitätsdialog"

BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf erklärte, dass beide Seiten in den langwierigen Verhandlungen nach Kompromisslösungen gesucht hätten, um angesichts der tiefgreifenden strukturellen Umbrüche in der Branche die Zeitungsunternehmen zukunftsfest zu machen. Dies sei zu einem großen Stück gelungen und werde auch zur Erhaltung des Flächentarifvertrags beitragen. Und er kündigte an: "Wir wollen zusätzlich mit den Gewerkschaften in einen regelmäßigen Qualitätsdialog treten". Dies solle zum Beispiel auch der Erprobung von Klauseln für eine erfolgsabhängige Vergütung dienen oder zur Abstimmung von Seminarinhalten zur Weiterbildung der Redakteure.

Für die Annahme des "Tarifwerks Zunkunft" (BDZV) haben die Verhandlungsparteien eine Erklärungsfrist bis zum 30. Juni vereinbart.

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