Nach dem vollzogenen Springer-Funke-Deal: Funke-Chef Braun erwartet "ein schweres Stück Arbeit"

04.05.2014
 

"Ich fühle mich sehr wohl mit dem Kauf": Der Geschäftsführer der Funke Mediengruppe, Manfred Braun, ist mit dem nun vollzogenen Springer-Funke-Deal zufrieden. In einem "Focus"-Interview sagte Braun: "Wenn ich den Substanzwert etwa einer 'Hörzu' betrachte, kenne ich kaum vergleichbare Mediengeschäfte, die eine solche Rendite nachhaltig erwirtschaften."

"Ich fühle mich sehr wohl mit dem Kauf": Der Geschäftsführer der Funke MediengruppeManfred Braun, ist mit dem nun vollzogenen Springer-Funke-Deal zufrieden. In einem "Focus"-Interview sagte Braun: "Wenn ich den Substanzwert etwa einer 'Hörzu' betrachte, kenne ich kaum vergleichbare Mediengeschäfte, die eine solche Rendite nachhaltig erwirtschaften." Noch höher seien die Renditen von "TV Digital" und "Bild der Frau", so Braun.

"Wir sprechen hier schon von zweistelligen Renditen", unterstrich er. In der Industrie müsse man nach ähnlichen Werten lange suchen. Sein Haus setze "klar auf Print in Verbindung mit Digital, aber Print bleibt für uns das Hauptprodukt".

Die Auflagen des Kartellamts (kress.de berichtete) nannte Braun "sehr schmerzlich". Durch den erzwungenen Verkauf von acht Titeln an die Klambt Mediengruppe fehle Funke jetzt eine ganze Reihe von Produkten. "Wir müssen unser Organisationssystem neu darauf abstellen ... ein schweres Stück Arbeit."

Standort-Frage

Über die künftigen Standorte der Frauen- und Programm-Zeitschriften werde das Unternehmen "in vier bis acht Wochen eine erste Klarheit haben", so Braun. Dann werde sich abzeichnen, "in welche Richtung es geht - nach Hamburg, nach München oder eine Mischung aus beidem".

Wie die Regionalzeitungen künftig zusammenarbeiten, sollen die Chefredakteure aller Funke-Blätter in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Braunschweig, Hamburg und Berlin gemeinsam diskutieren. "In den nächsten sechs Monaten werden sie definieren, welche Seiten sie künftig gemeinsam produzieren können", so Braun zu "Focus". "Es wird aber nicht so sein, dass eine unserer Zeitungen einen nationalen Mantel für alle macht."

Hintergrund: Nach der Freigabe durch das Kartellamt übernimmt die Funke Mediengruppe schon zum 1. Mai für 920 Millionen Euro wie vereinbart Zeitungen und Zeitschriften von Axel Springer ( u.a. "Berliner Morgenpost", "Hamburger Abendblatt", "Bild der Frau"). Zugleich verkauft Funke acht Fernsehzeitschriften an die Mediengruppe Klambt und erfüllt damit die Auflagen des Bundeskartellamts. Unabhängig davon beantragen Funke und Springer beim Kartellamt, gemeinsame Unternehmen für die Vermarktung von Anzeigen und Printtiteln gründen zu dürfen.

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