Dankesrede an Laura Poitras: Edward Snowden spricht beim Henri Nannen Preis

 

Nach einem Jahr Leerlauf haben Redakteure des "Spiegel" wieder die begehrte Büste in Empfang nehmen können. Die Hamburger bekamen den Henri Nannen Preis 2014 in den Kategorien Reportage (Gurlitt) und Investigation (NSA).

Nach einem Jahr Leerlauf haben Redakteure des "Spiegel" wieder die begehrte Büste in Empfang nehmen können. Die Hamburger bekamen den Henri Nannen Preis 2014 in den Kategorien Reportage, für die Geschichte über Cornelius Gurlitt, und Investigation, für die Enthüllungen der Handy-Abhör-Affäre um die Bundeskanzlerin.

Edward Snowden bedankte sich in einer Videobotschaft bei Laura Poitras für ihr Engagement. Sie wurde für ihre Verdienste für die Pressefreiheit ausgezeichnet (kress.de berichtete). Die Dokumentarfilmregisseurin und -produzentin war maßgeblich an der Erstveröffentlichung der NSA-Dokumente beteiligt. "Die Arbeit war für mich ein echtes Privileg", so Poitras. Snowden sagte, Poitras habe es mit ihrer Arbeit zu einer offeneren Welt gebracht. "Sie hat einen wichtigen Schritt gemacht für uns alle", so Snowden.

Manege frei für das "Raritätenkabinett"

Die Organisatoren des Henri Nannen Preises hatten in diesem Jahr alles unter das Motto Zirkus gestellt. Durch den Abend führte Schauspieler Dominique Horwitz, der als Zirkusdirektor die Manege für die Laudatoren und die prämierten Journalisten, das von ihm benannte "Raritätenkabinett", freigab. Als Zwischenact lockte Jongleur Timo Wopp mit seiner "haptischen Powerpointpräsentation" und frechen Sprüchen das Publikum aus der Reserve. 

Jurymitglied und Laudator der Kategorie Investigation, Giovanni di Lorenzo, ("Zeit"-Chefredakteur) betonte, dass es ein an Enthüllungen reiches Jahr gewesen sei. Die Auszeichnungen teilen sich 2014 "Spiegel", "Zeit", "Geo" und das "Süddeutsche Zeitung Magazin" wie folgt unter sich auf:

Reportage / Egon Erwin Kisch-Preis: Özlem Gezer: "Die Liebe seines Lebens", "Der Spiegel" 

Dokumentation: Malte Henk: "Nennt uns bloß nicht Helden", "Geo"

Investigation: Jacob Appelbaum, Marcel Rosenbach, Jörg Schindler, Holger Stark: "Kanzler-Handy im US-Visier? / Der unheimliche Freund", "Der Spiegel"

Essay: Wolfgang Uchatius: "Soll ich wählen oder shoppen?", "Die Zeit"

Fotoreportage: Moises Saman: "Im Reich des Todes", "Süddeutsche Zeitung Magazin"

Lebenswerk: Alfred Grosser (siehe kress.de vom 13. Mai 2014)

"Deine Geschichte war ganz toll"

Die Verlierer bereitete Alexander Gorkow von der "Süddeutschen Zeitung" auf die Gespräche auf der After-Show-Party vor. Als er im letzten Jahr leer ausging, wurden diese von drei Sätzen bestimmt:

  • "Deine Geschichte war ganz, ganz toll."
  • "Was hast du erwartet, schau dir die Jury doch an."
  • "Ich könnte dir Stories aus den letzten zwei Jurysitzungen erzählen, aber ich will dir deinen Abend nicht total versauen."

Insgesamt wurden in diesem Jahr 912 Bewerbungen aus 181 Print- und Onlinemedien eingereicht. Der Jury des Henri Nannen Preises 2014, der insgesamt mit 35.000 Euro dotiert ist, gehörten u.a. Brigitte Fehrle (Chefredakteurin "Berliner Zeitung"), Jan-Eric Peters (Chefredakter "Welt") und Stefan Plöchinger (Chefredakteur "sueddeutsche.de") an. Neu in das Gremium berufen wurden in diesem Jahr Wolfgang Büchner (Chefredakteur "Der Spiegel") und Jörg Quoos (Chefredakteur "Focus"). Jana Hensel (Chefredaktion "Der Freitag"), Helmut Markwort (Herausgeber "Focus"), Nils Minkmar (Feuilletonchef "FAZ") und Ulrich Reitz (scheidender "WAZ"-Chefredakteur) waren dagegen nicht mehr in der Jury mit dabei.

Ihre Kommentare
Kopf

Karl Jobig

17.05.2014
!

Diese Preisverleihung war hoffentlich nicht einstimmig ?! Ich wäre enttäuscht.
Das Laudatio-Video des Herrn Snowden hat zudem, den Henri-Nannen-Preis
entwertet. "Wahrheit": Wunderschön - warum wird gelogen, dass sich die Balken biegen ? "Spionage" ein alter Hut seit Menschengedenken, ob mit dem hoch gejubelten Herrn Snowden oder ohne seine "Aufklärung". Es wird weiter spioniert und weiter gelogen. Wer das verleugnet, ist ein 'Spinner' oder zumindest 'blauäugig'....


Anne-Kathrin Schulze

19.05.2014
!

Ach Herr Jobig... Zu Ihrem Kommentar fällt mir ja nur ein: Wer den Erfolg hat, braucht für den Neid nicht zu sorgen - oder wie war doch gleich dieses Sprichwort? ;-) Es ist echt erstaunlich, zu verfolgen, welche Urteile Sie sich hier immer anmaßen. Aber glücklicherweise kann so was einen Henry-Nannen-Preis ja nicht "entwerten"...


Tobias Loitsch

Tobias Loitsch

HarmonyMinds Media
Herausgeber

20.05.2014
!

Ich denke jede Öffentlichkeit zu dem Thema ist gut. Nur so wird den Verantwortlichen klar gemacht, dass Sie mit ihren Spähatacken nicht ungestört sind.


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