EU-Wettbewerbsverfahren: Auch die Telekom beschwert sich über Google

19.05.2014
 

Die Liste wird immer länger. Nun hat sich auch die Deutsche Telekom dem in Brüssel laufenden Wettbewerbsverfahren gegen Google angeschlossen. Die Telekom bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt".

Die Liste wird immer länger. Nun hat sich auch die Deutsche Telekom dem in Brüssel laufenden Wettbewerbsverfahren gegen Google angeschlossen. Die Telekom bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt". Das Unternehmen beschwert sich darüber, dass die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Auflagen für Google vollkommen unzureichend seien. Es werde mit zweierlei Maß gemessen. Google werde eher mit Samthandschuhen behandelt, während beispielsweise europäische Telekommunikations-Unternehmen mit ganzer Härte geprüft würden.

Die Telekom sieht sich im Verfahren mit ihrem Suchportal "suche.t-online.de" selbst betroffen. "Die derzeitigen Zugeständnisse [von Google] räumen nach Meinung der Deutschen Telekom nicht die ernsthaften Wettbewerbsbedenken aus dem Weg", zitiert die "Welt" aus einem Begleitschreiben der Telekom-Beschwerde.

Hintergrund ist ein Verfahren wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung, das die Kommission bereits 2010 eröffnet hat. Mehrere Google-Konkurrenten, darunter der US-Online-Reiseanbieter Expedia und das Reiseportal TripAdvisor, werfen dem Konzern vor, eigene Dienste auf den Suchergebnisseiten bevorzugt darzustellen. 

Google hatte im vergangenen Jahr Änderungen an seiner Anzeige von Online-Suchergebnissen angeboten (kress.de berichtete). EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hält diese Zugeständnisse für ausreichend und will das Verfahren beenden. Dagegen laufen europäische Medienunternehmen Sturm (kress.de berichtete). Springer-Boss Mathias Döpfner stellte jüngst fest, dass die EU dem Umgang mit diesem Problem nicht gewachsen sei (kress.de berichtete). Mit einer Entscheidung der Kommission wird im Sommer gerechnet.

Vergangene Woche hatte der Bundeswirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in einem Gastbeitrag in der "FAZ", harte Regulierungsmaßnahmen gegen Google erwogen (kress.de berichtete).  Sein Ministerium und das Bundeskartellamt prüften, ob Google seine marktbeherrschende Stellung missbrauche, schrieb Gabriel. Eine Entflechtung, wie sie bei Strom- und Gasnetzen durchgesetzt wurde, müsse dabei ernsthaft überlegt werden.

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