Sein Militärvelo bleibt in der Schweiz: Bollmann wird doch nicht NRW-Chef bei Funke

 

Rolf Bollmanns Militärvelo bleibt in der Garage: Der 66-Jährige, derzeit Vorsitzender der Basler Zeitung Medien AG, wird nun doch nicht Verlagsgeschäftsführer der Funke Mediengruppe in Nordrhein-Westfalen. Darüber haben die Funke-Geschäftsführer Manfred Braun und Thomas Ziegler ihre Mitarbeiter am Mittwoch informiert.

Rolf Bollmanns Militärvelo bleibt zuhause: Der 66-Jährige, derzeit Vorsitzender der Basler Zeitung Medien AG, wird nun doch nicht Verlagsgeschäftsführer der Funke Mediengruppe in Nordrhein-Westfalen. Darüber haben die Funke-Geschäftsführer Manfred Braun und Thomas Ziegler ihre Mitarbeiter am Mittwoch informiert. Begründung: Bollmann habe aus "persönlichen Gründen" um Auflösung seines Vertrags gebeten.

Die "Süddeutsche Zeitung" mutmaßt allerdings, in Wahrheit habe die Funke Mediengruppe selbst die Reißleine gezogen und Bollmanns Vertrag noch vor dessen Ankunft in Essen gekündigt. Grund soll sein bisheriger Arbeitgeber sein: Eigentümer der Basler Zeitung Medien AG ist der Schweizer rechtskonservative Politiker Christoph Blocher, der nicht so recht zu den politischen Wurzeln der Essener Mediengruppe passt.

Das Unternehmen hatte Bollmanns Kür Anfang Mai publik gemacht - in einer Mitteilung, die mit "Funke Mediengruppe setzt Erneuerung fort" überschrieben war. Darin informierten die Essener auch über eine ganze Reihe von Abschieden und Personalwechseln, darunter den an der Redaktionsspitze der "WAZ" (kress.de vom 9. Mai 2014).

Bollmanns Verpflichtung weckte unter den Mitarbeitern in Essen große Befürchtungen: Der Medienmanager aus der Schweiz trägt aus seiner Zeit als Fußball-Profi nicht umsonst den Namen "Eisenfuß". Sein Xing-Profil ziert der Spruch "Einmal Sanierer, immer Sanierer", und im Schweizer Branchendienst "Persoenlich.com" nahm er noch vor dem Start in Essen schon einmal Maß: "Sicher ist, dass im Zeitungsmarkt, ob in der Schweiz oder Deutschland, die gleichen Probleme vorhanden sind. Stichworte: Strukturwandel, sinkende Vertriebserlöse, sinkende Werbeerlöse, zu hohe Kosten – und als Folge davon eine ungenügende Rendite. Dies gilt es zu korrigieren, sicher auch in Nordrhein-Westfalen." In Anspielung an ein Zitat von Peer Steinbrück witzelte Bollman auch, er gehe mit seinem Militärvelo nach Deutschland - aber "ohne böse Absichten".

Das haben ihm viele seiner künftigen Mitarbeiter nicht abgenommen. Für Furore sorgte bei Funke intern auch ein Interview, das Bollmann demselben Branchendienst im Jahr 2012 gegeben hatte und in dem er von "widerlichen Figuren im Journalismus" schwadronierte.

Ihre Kommentare
Kopf
Tobias Loitsch

Tobias Loitsch

HarmonyMinds Media
Herausgeber

02.06.2014
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"Einmal Sanierer, immer Sanierer". Eine klare An- und Aussage von Herrn Bollmann. Viel Erfolg auf diesem Wege.


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