"Recht auf Vergessen": Google stellt Löschantrags-Formular ins Netz

 

Google hält Wort: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum "Recht auf Vergessen" kündigte der Suchmaschinen-Riese vor zwei Wochen ein neues Verfahren für Löschanträge an. Nun hat der Konzern ein Formular online gestellt, mit dem User die Entfernung von Suchergebnissen verlangen können.

Google hält Wort: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum "Recht auf Vergessen" kündigte der Suchmaschinen-Riese vor zwei Wochen ein neues Verfahren für Löschanträge an (kress.de vom 16. Mai 2014). Nun hat der Konzern ein Formular online gestellt, mit dem User die Entfernung von Suchergebnissen verlangen können.

Ausfüllen werden dieses Formular wohl sehr viele: Eine Emnid-Umfrage für den "Focus" hatte vor Kurzem ergeben, dass gut die Hälfte der Deutschen plant, von ihrem Recht auf Löschung persönlicher Daten bei Suchmaschinen wie Google Gebrauch zu machen (kress.de berichtete).

Bei dem Formular handele es sich um eine erste Maßnahme, wie Google mitteilt. In den kommenden Monaten werde das Unternehmen "eng mit Datenschutzbehörden und anderen Stellen zusammenarbeiten" und die Mechanismen verbessern.

Jede Anfrage wird laut Google individuell geprüft und zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abgewägt.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband, twitterte dazu: "Wenn es klappt, bedarf es keiner Schlichtungsstelle". Eine solche Stelle, an die sich Betroffene wenden können, wenn sie sensible Informationen aus den Trefferlisten entfernt haben wollen, planen Union und SPD (kress.de berichtete).

Laut der "Financial Times" bildet Google außerdem einen Beirat, der den Konzern beim Umgang mit dem Problem beraten soll. Dem Gremium gehört neben Googles Chairman Eric Schmidt unter anderen auch Jimmy Wales, Gründer des Online-Lexikons Wikipedia, an. Wales hatte die EuGH-Entscheidung scharf als Schritt in Richtung Zensur kritisiert.

"Wir versuchen jetzt, europäischer zu sein"

Google-Chef Larry Page kommt den Google-Kritikern in Europa entgegen. Sein Konzern müsse sich mehr in die europäische Debatte über Datenschutz und Privatsphäre einbringen, sagte er laut "Financial Times". Das habe er aus dem EuGH-Urteil gelernt. "Wir fangen jetzt an, wirklich auf die Leute zuzugehen und mit ihnen zu sprechen", so Page. "Wir versuchen jetzt, europäischer zu sein und das Thema vielleicht ein bisschen mehr im europäischen Kontext zu denken."

Page warnte in der "Financial Times" aber auch vor negativen Folgen des EuGH-Urteils. Es könne der nächsten Generation von Internet-Startups schaden. "Wir sind ein großes Unternehmen und wir können auf solche Sorgen antworten und Geld dafür ausgeben, es ist kein Problem für uns." Das Urteil hätte Google härter getroffen, wenn es noch aus drei Leuten in einer Garage bestand hätte. Er befürchte auch, dass dies ein ermutigendes Signal für Regierungen sein könnte, die Online-Zensur betreiben.

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Tobias Loitsch

Tobias Loitsch

flexhelp / NeuInstitut für Technologie und Gesellschaft
CEO

31.05.2014
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