Hoffen auf DVB-T2-Plattform: RTL Deutschland verlängert DVB-T-Engagement

03.06.2014
 

Die Mediengruppe RTL Deutschland wird ihre Free-TV-Sender RTL, Vox, Super RTL, RTL II sowie n-tv bis auf Weiteres über digitales Antennenfernsehen (DVB-T) verbreiten. Mit dem Distributionspartner Media Broadcast haben die Kölner ihren zum Jahresende auslaufenden Vertrag für zunächst zwei weitere Jahre verlängert. Anfang 2013 hatte die Mediengruppe noch ihren Rückzug aus der DVB-T-Verbreitung angekündigt.

Die Mediengruppe RTL Deutschland wird ihre Free-TV-Sender RTLVoxSuper RTL, RTL II sowie n-tv bis auf Weiteres über digitales Antennenfernsehen (DVB-T) verbreiten. Mit dem Distributionspartner Media Broadcast haben die Kölner ihren zum Jahresende auslaufenden Vertrag für zunächst zwei weitere Jahre verlängert.

Die RTL-Gruppe hatte noch im Januar 2013 angekündigt, bis zum 31. Dezember 2014 die Verbreitung ihrer Programme über die digitale Antenne bundesweit einzustellen. Die Kölner begründeten den Rückzug damals damit, dass DVB-T der mit Abstand teuerste Verbreitungsweg sei. Auch war aus Sicht des Medienkonzerns zu der Zeit, ein durch die Politik garantierter Verbleib der terrestrischen Frequenzen beim Rundfunk nicht erkennbar. (kress.de berichtete). 

Zum Umdenken habe nun geführt, das sich mit einer von Media Broadcast geplanten bundesweiten Plattform im DVB-T2-Standard erstmals ein "tragbares kommerzielles Geschäftsmodell für digitales Antennenfernsehen" abzeichne, heißt es bei RTL. Der neue Standard DVB-T2 soll ab 2016 eingeführt werden. Ziel der RTL-Gruppe ist es, über diese Plattform künftig die Free-TV-Sender der Mediengruppe RTL in HDTV-Qualität verschlüsselt auch terrestrischen Fernsehhaushalten anbieten zu können. Bis zu einer verbindlichen Entscheidung für DVB-T2 seien jedoch noch mehrere Rahmenbedingungen zu erfüllen.

Die Politik hat Ende 2013 im Koalitionsvertrag eine Absichtserklärung aufgenommen, die Frequenzen für einen Umstieg auf DVB-T2 für den Rundfunk zu erhalten.

Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik bei der Mediengruppe RTL Deutschland: "DVB-T ist ein spannendes Beispiel für die hohe Relevanz von Politik und Regulierung für einen funktionierenden Medienmarkt in Deutschland. Wir haben wie versprochen nach dem Commitment der Berliner Koalition zu den Frequenzen nun den nächsten Schritt gemacht. Ob das zu einer langfristigen Versorgung der Bevölkerung mit terrestrischem Fernsehen führt, hängt jetzt wiederum von den ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen ab." Eine Zukunft für DVB-T könne es nur mit einer ökonomisch tragfähigen DVB-T2 Plattform geben, unterstreicht Schmidt. "Wenn die Regulierungsbehörden von Bund und Ländern die besondere Situation bei der Terrestrik und da vor allem die geringen technischen und ökonomischen Spielräume anerkennen, kann es gelingen, diese Empfangsalternative für Zuschauer und Sender langfristig zu erhalten."

Die Entscheidung der Mediengruppe RTL Deutschland begrüßt Wolfgang Breuer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Media Broadcast: "Für die Zuschauer bleibt damit die Breite des DVB-T-Angebotes mit Inhalten der großen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendergruppen gesichert, und digitales terrestrisches Fernsehen mit einer noch größeren Sendervielfalt und besserer Bildqualität über DVB-T2 gewinnt an Fahrt." Breuer kündigt an: "Wir treiben die Einführung von DVB-T2 im Schulterschluss mit allen TV-Sendern voran und wollen dem Zuschauer möglichst schon 2016 ein noch breiteres Programmangebot auch in HD bieten." Es sei gut, die Mediengruppe RTL mit ihrer attraktiven Senderfamilie hierfür an Bord zu wissen.

Ausgenommen von der vorübergehenden Fortführung des DVB-T-Engagements seien die in einer anderen Technologie betriebenen Regionen Halle/Leipzig und Stuttgart, heißt es zudem bei RTL.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.