Kuscheln mit der Konkurrenz: "NRZ" und "RP" kooperieren im Lokalen

 

Gerade erst hat der Zeitungsforscher Horst Röper konstatiert, dass hierzulande der "am lokalen Geschehen interessierte Zeitungskäufer" immer häufiger keine Wahl mehr zwischen redaktionell unterschiedlichen Titeln hat, da kommt eine zu diesem Befund passende Meldung hereingeflattert: 

Gerade erst hat der Zeitungsforscher Horst Röper konstatiert, dass hierzulande der "am lokalen Geschehen interessierte Zeitungskäufer" immer häufiger keine Wahl mehr zwischen redaktionell unterschiedlichen Titeln hat, da kommt eine zu diesem Befund passende Meldung hereingeflattert: Am späten Donnerstagnachmittag haben die Funke Mediengruppe (Essen) und die Rheinische Post Mediengruppe (Düsseldorf) über eine Kooperation am Niederrhein, in Düsseldorf und Duisburg infomiert. Der Funke-Titel "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (NRZ) soll fortan im Linksrheinischen Nachrichten von der "Rheinischen Post" beziehen, während diese im Rechtsrheinischen stärker auf Material der "NRZ" zurückgreift.

Grundlage der Zusammenarbeit sei das "Agenturprinzip", so die beiden Verlage in ihren Pressemitteilungen: "Der jeweilige Zulieferer stellt sein Nachrichtenmaterial zur Verfügung, der Abnehmer sorgt durch ergänzende Beiträge und regionale Seiten für die notwendige Differenzierung, Breite und spezifische Wertung", schreibt etwa Funke. Beide Zeitungen behielten aber an allen Standorten "Profilredaktionen", die für "eigenständige, unabhängige Kommentare und Analysen, Kolumnen und Serien" sorgen sollten. Die Kooperation solle in den nächsten Wochen erprobt werden.

In der Mitteilung der Rheinische Post Mediengruppe lässt sich Geschäftsführer Stephan Marzen mit dem Satz zitieren, sein Verlag freue sich über eine neue Erlösquelle - was ja vielleicht ein dezenter Hinweis darauf ist, welche der beiden beteiligten Zeitungen in der neuen Partnerschaft Oberwasser hat. Zu den Auswirkungen auf Arbeitsplätze äußern sich weder Funke noch die Rheinische Post Mediengruppe.

Das Kuscheln am Niederrhein ist nicht die erste und wohl auch nicht die letzte Form der Kooperation zwischen den beiden Verlagshäusern: Gerade erst haben sie eine Zusammenarbeit bei der IT publik gemacht: Funke will Teilbereiche davon an die circ IT übergeben und sich im Gegenzug mit 10% an dem Unternehmen beteiligen (kress.de vom 24. Juni 2014). Der IT-Dienstleister gehört derzeit der Saarbrücker Zeitungsgruppe und der Rheinische Post Mediengruppe.

Kooperation bei den Auslandskorrespondenten

Wie bereits im kressreport 10/2014 berichtet, kommt es möglicherweise auch zu einer Zusammenarbeit bei den Auslandskorrespondenten. Die "RP" will das Funke-Flaggschiff "WAZ" als Partner für die von ihr geführte Arbeitsgemeinschaft Korrespondenten gewinnen. Die ist in Not, weil eines ihrer Mitglieder, die "Rhein-Zeitung" aus Koblenz, zum Jahresende aussteigen will.

Die Rheinische Post Mediengruppe hat in ihrer Pressemitteilung zur Zusammenarbeit mit Funke auch Details der bereits angekündigten Zusammenarbeit mit der "Westdeutschen Zeitung" ("WZ") aus Düsseldorf genannt. Schon ab September will die "RP" im Kreis Mettmann, im Rhein-Kreis Neuss, in Mönchengladbach und Viersen und Teilen des Niederrheins Inhalte für die "WZ"-Lokalausgaben liefern sowie deren Seiten gestalten.

Ach ja: Die Pressemitteilung der Funke Gruppe zur Zusammenarbeit mit den Düsseldorfern ist übrigens mit dem Satz "Nachrichtenaustausch sichert Meinungsvielfalt" überschrieben.

Ihre Kommentare
Kopf

Düsselbarsch

27.06.2014
!

Immerhin macht das von der redaktionellen Linie her Sinn. Die RP ist schließlich stramm konservativ, wie der linke Niederrhein, ausgerichtet.

Sonst aber gilt weiterhin der Satz eines nicht ganz unbekannten Düsseldorfers:
Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
......


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