"Eine Antwort auf die Medienkrise": David Schraven gründet gemeinnütziges Recherchebüro

 

David Schraven bleibt seinem Beruf als recherchierender Journalist treu: Zum 1. Juni hatte er die Funke Mediengruppe verlassen. Danach wurde bekannt, dass er Gespräche mit der Brost-Stiftung führt. Nun ist klar, was der ehemalige Funke-Recherche-Chef künftig macht: Schraven leitet mit "Correct!V" das "erste gemeinnützige Recherchebüro im deutschsprachigen Raum". Die Essener Brost-Stiftung steckt 3 Mio Euro in dieses Projekt.

David Schraven bleibt seinem Beruf als recherchierender Journalist treu: Zum 1. Juni hatte er die Funke Mediengruppe verlassen. Danach wurde bekannt, dass er Gespräche mit der Brost-Stiftung führt (kress.de berichtete). Nun ist klar, was der ehemalige Funke-Recherche-Chef künftig macht: Schraven leitet mit "Correct!V" das "erste gemeinnützige Recherchebüro im deutschsprachigen Raum". Die Essener Brost-Stiftunsteckt 3 Mio Euro auf eine Laufzeit von drei Jahren in dieses Projekt.

Bodo Hombach, Vorstandsmitglied der Brost-Stiftung: "Mit unserer Initialförderung für 'Correct!V' unterstützen wir eine ambitionierte wie wegweisende Innovation."

"Glaubwürdige Informationen unerlässlich für eine lebendige Demokratie"

Und weiter sagt Hombach: "Wir setzen von Anfang an auf Kooperation mit interessierten Partnern, die genauso wie wir der Ansicht sind, dass glaubwürdige Informationen unerlässlich für eine lebendige Demokratie sind. Unser Projekt soll neue Wege in der Finanzierung einer aufklärerischen wie unabhängigen Publizistik zeigen, und damit die Spielräume für anspruchsvollen Journalismus auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erhalten." Hombach und Schraven hoffen auf weitere Zustifter und Spender für das Recherche-Projekt.

"Correct!V" soll "eine von vielen Antworten auf die Medienkrise" sein. "Die alten Geschäftsmodelle funktionieren immer weniger. Die Medien haben Probleme, ihrer Wächterfunktion nachzukommen. Hier setzt 'Correct!V' an", sagt Wächterpreis-Gewinner David Schraven.

Das Büro finanziert sich durch Stiftungsgelder und Zuwendungen von Lesern und Nutzern. Seine investigativen Recherchen und Geschichten reicht "Correct!V" an große und kleine Zeitungen und Magazine wie auch an Radio- und Fernsehsender weiter – lokal, regional und national. Außerdem wird das Team rund um Schraven nach Wegen suchen, große Geschichten im Internet auf "correctiv.org" zu veröffentlichen.

"Correct!V" will den Journalismus als vierte Gewalt und die Bürger näher zusammen bringen. "Deshalb starten wir auch ein Bildungsprogramm, um die Methoden des investigativen Journalismus weiterzugeben und Bürger vor Ort in die Lage zu versetzen, selbst für Transparenz zu sorgen", sagt Geschäftsführer Schraven.

Bei den Machern von "Correct!V" handelt es sich um Journalisten und Programmierer. Sie recherchieren zu den "Bedrohungen und Herausforderungen unserer Gesellschaft, zu Machtmissbrauch und Korruption in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur, zu Themen wie Umwelt, Bildung, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit oder Rechtsradikalismus und Islamismus". Gemeinsam sei allen Themen, dass sie von nationaler Bedeutung sind, aber auch erhebliche Auswirkungen auf die Menschen vor Ort haben, heißt es in einer Mitteilung.

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Matthias Hodel-Elfeldt

Matthias Hodel-Elfeldt

DELPHI INSTITUTE International
Managing Partner

02.07.2014
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"Die Medien haben Probleme, ihrer Wächterfunktion nachzukommen."
Die Probleme sind selbstverständlich hausgemacht und beruhen auf verloren gegangener Distanz der Medien zu Politik und Wirtschaft und mangelnder Konfliktbereitschaft. In Zeiten, in denen die dumpfe bundesrepublikanische Politikrealität ehrlich und unmissverständlich nur noch in Sendungen wie "Heuteshow" und "Die Anstalt" aufbereitet wird, kann eine solche neue Institution ein Segen sein. Schaun mer mal ...


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