Neuer "Abendzeitung"-Eigner Martin Balle: "Wahrscheinlich schon in diesem Jahr eine schwarze Null"

 

Als "anarchischer Niederbayer" stilisiert sich Martin Balle, der Straubinger Verleger und neue Eigner der Münchner "Abendzeitung". In einem "FAZ"-Interview verrät er, dass er bei der Neuerwerbung auf eine Umsatzrendite von fünf Prozent zielt und die wirtschaftliche Wende rasch schaffen möchte: "Ich wäre arm dran, wenn ich mit der 'AZ' sofort Geld verdienen müsste. Aber wenn du gar nichts verdienst, bist du der Depp."

Als "anarchischer Niederbayer" stilisiert sich Martin Balle, der Straubinger Verleger und neue Eigner der Münchner "Abendzeitung". In einem "FAZ"-Interview verrät er, dass er bei der Neuerwerbung auf eine Umsatzrendite von fünf Prozent zielt und die wirtschaftliche Wende rasch schaffen möchte: "Ich wäre arm dran, wenn ich mit der 'AZ' sofort Geld verdienen müsste. Aber wenn du gar nichts verdienst, bist du der Depp."

Laut Balles Berechnungen kann er das zuletzt in die Insolvenz abgewirtschaftete Traditionsblatt, das nach der Übernahme beim Format her leicht, bei der Belegschaft drastisch eingeschrumpft wurde, mit einer verkauften Auflage von 25.000 bis 30.000 Auflagen wieder in die Gewinnzone bringen. "Wir werden wahrscheinlich schon in diesem Jahr eine schwarze Null schreiben", sagt er in dem aktuellen "FAZ"-Gespräch vom Donnerstag. 

"Mittelfristig 40 Mitarbeiter"

Derzeit lässt er 25 verbliebene Mitarbeiter in München, zehn in Straubing an dem Blatt werkeln. Von der ehemaligen "AZ"-Redaktion werden nur Lokals, Feuilleton und Teile des Sports beigesteuert, der Rest stammt aus der Zentralredaktion. Dennoch plant Balle offenbar, behutsam wieder aufzustocken. "Mittelfristig wird die 'AZ' 40 Mitarbeiter haben", lässt er sich zitieren. 

Um überhaupt Teile der Mannschaft zu halten, setzte Balle Gehaltskürzungen durch. Allerdings verrät er im Interview Ortskenntnisse, die tief blicken lassen. "Wer in München lebt, muss mindestens 40.000 Euro im Jahr verdienen, sonst geht gar nichts." In Niederbayern sei das anders. "Wir haben gelernt, sparsam zu wirtschaften."

Eine Heimatzeitung - ohne "aufgeblasene Probleme"

Künftig schwebt ihm eine moderne Form von "Heimatzeitung" vor - getreu der Devise "nah am Leser, aber zum Wohlfühlen", so Martin Balle. "Ich bin gegen künstliches Aufblasen von Problemen", sagt er. "Wir bieten eine schöne Zeitung zum Frückstück. Die soll weich sein, heller, aufgeräumter."

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