Recht auf Vergessen: Google löscht Wikipedia-Link - Jimmy Wales zürnt

05.08.2014
 

Google hat bis Mitte Juli 91.000 Anträge von Europäern erhalten, die Links aus Suchergebnissen entfernen lassen wollen. Gut die Hälfte der bislang abgearbeiteten Löschanträge hat der Internet-Konzern nach eigenen Angaben durchgewunken. Wie jetzt bekannt wurde, ist erstmals auch ein Wikipedia-Antrag betroffen,

Google hat bis Mitte Juli 91.000 Anträge von Europäern erhalten, die Links aus Suchergebnissen entfernen lassen wollen. Gut die Hälfte der bislang abgearbeiteten Löschanträge hat der Internet-Konzern nach eigenen Angaben durchgewunken. Wie jetzt bekannt wurde, ist erstmals auch ein Wikipedia-Antrag betroffen, was Mitgründer Jimmy Wales auf die Palme bringt.

Der britische "Observer" berichtet, dass Google einen Link auf einen Wikipedia-Artikel aus seinem europäischen Suchindex gelöscht hat. Wer die Löschanfrage gestellt hat und an welchen Artikel aus der Online-Enzyklopädie er sich stört - bislang unklar. Der Inhalt des Wikipedia-Artikels bleibt von der Aktion ohnehin unberührt.

Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales bezeichnete das EuGH-Urteil zum Recht auf Vergessen gegenüber dem "Observer" als "völligen Unsinn, der korrigiert werden muss". Schon bevor Wikipedia betroffen war, hatte Wales die Entscheidung scharf als Schritt in Richtung Zensur kritisiert.

Wales gehört einem Beirat von externen Experten an, der Google als unabhängiger Berater in Fragen der Löschung von Suchergebnissen zur Seite steht. Von deutscher Seite ist die ehemalige Bundesjustizministern Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit der Erörterung von besonders schwierigen Fällen mit dabei.

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