"Den Wert einer Zeitung machen ihre Leser aus": "Handelsblatt" will regelmäßig Meinungen drucken

 

Gedanken zur Zeitungskrise machten sich erst am Sonntag drei Autoren der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nun greift auch "Handelsblatt"-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs das Thema auf. In der Dienstagsausgabe seines Blattes schreibt er: "Man kann lange Lamenti anstimmen auf den angeblichen Niedergang der Presse. Viele Verlage verkaufen weniger bedrucktes Papier als vor Jahrzehnten. Die Branche verliert sich im schaurigen Gefühl des Untergangs, dabei war es immer ihr Privileg, kämpfen zu können. Aber stimmt das überhaupt? Lesen die Leute wirklich weniger?"

Gedanken zur Zeitungskrise machten sich erst am Sonntag drei Autoren der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nun greift auch "Handelsblatt"-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs das Thema ebenfalls auf. In der Dienstagsausgabe seines Blattes schreibt er: "Man kann lange Lamenti anstimmen auf den angeblichen Niedergang der Presse. Viele Verlage verkaufen weniger bedrucktes Papier als vor Jahrzehnten. Die Branche verliert sich im schaurigen Gefühl des Untergangs, dabei war es immer ihr Privileg, kämpfen zu können. Aber stimmt das überhaupt? Lesen die Leute wirklich weniger?"

Jakobs Antwort: Es sei nicht belegt, dass Jugendliche der Gesellschaft und den Medien entsagen, sie hätten nur ihre eigenen Zugänge und ihre eigene Kritik. Es gebe vielmehr einen neuen Wohlstand der Zeitungen, weil sie viel mehr Menschen erreichen und besser mit ihnen kommunizieren können. Und zwar direkt und live, so Jakobs. Es sei kein Frontalunterricht mehr gefragt, sondern ein Voneinander-Lernen.

"Je aktiver die Leser, desto besser die Zeitung"

"Redakteure machen ein wohlbegründetes Leseangebot, das der Ergänzung und Erweiterung bedarf, das Reaktionen einholt und sich selbst fortschreibt. Wer sich der Wahrheit verpflichtet, weiß, dass man sie nicht per Erbpachtvertrag übernimmt, sondern sie täglich neu ortet, mit der Hilfe von Wissenden und Zeugen", schreibt der "Handelsblatt-Chef weiter. "Den Wert einer Zeitung machen ihre Leser aus. Je aktiver sie sind, desto besser ist die Zeitung."

Jakobs kündigt im Zuge dessen an, die Doppelseite "Debatte" künftig regelmäßig zu veröffentlichen. Sie soll dokumentieren, was Zeitungskäufer, Twitter-Nutzer und Facebook-Freunde interessiert. Die Seite seit eine Einladung an die Leser, dem "Handelsblatt" zu schreiben und die eigene Meinung mitzuteilen.

Ihre Kommentare
Kopf

Peter Weißenberg

12.08.2014
!

"Es sei kein Frontalunterricht mehr gefragt, sondern ein Voneinander-Lernen" - stimmt genau.
Genau das aber ist ein Riesenproblem vieler traditioneller Schreiber. Und darum auch geht es bergab; für ebendiese und ihre Blätter.


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