Gruner + Jahr macht es offiziell: Krug löst Wichmann als "stern"-Chefredakteur ab

 

Den ganzen Donnerstag wurde bereits spekuliert, nun ist es offiziell: Der Vorstand von Gruner + Jahr ernennt "Gala"-Chefredakteur Christian Krug, 48, zum Chefredakteur des "stern". Damit wird Dominik Wichmann (Foto) nach nicht mal zwei Jahren als "stern"-Chef abgesetzt. Der Vorstand befinde sich in Trennungsgesprächen mit ihm, heißt es in einer Mitteilung des Verlages.

Den ganzen Donnerstag wurde bereits spekuliert, nun ist es offiziell: Der Vorstand von Gruner + Jahr ernennt "Gala"-Chefredakteur Christian Krug, 48, zum Chefredakteur des "stern". Damit wird Dominik Wichmann (Foto), 42, nach nicht mal zwei Jahren als "stern"-Chef abgesetzt. Der Vorstand befinde sich in Trennungsgesprächen mit ihm, heißt es in einer Mitteilung des Verlages. Bis zum Amtsantritt von Krug zum 1. Oktober wird "stern"-Herausgeber Andreas Petzold die Chefredaktion übernehmen.

Krug startete nach einer zweijährigen Tätigkeit bei der "Hamburger Morgenpost" seine journalistische Karriere 1989 beim "stern" als Inlands-Korrespondent in München unter den damaligen Chefredakteuren Michael Jürgs und Herbert Riehl-Heyse. Weitere Stationen als stellvertretender Ressortleiter Kultur und Unterhaltung und als Reporter folgten.

1996 holte Stefan Aust Krug als Redaktionsleiter zu Spiegel-TV. Zudem war er Leiter "Digitale Tageszeitungen" beim Spiegel Verlag. 1999 kehrte er zum "stern" als Ressortleiter "Deutschland Aktuell" zurück. Ein Jahr später wurde Krug Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift "Max", die er entwickelte und führte. Zudem leitete er die Entwicklungsredaktion der Verlagsgruppe Milchstraße. 2009 kehrte er zu Gruner + Jahr als Chefredakteur der Lufthansa Magazinfamilie zurück. 2012 folgte die Berufung zum Chefredakteur der "Gala".

Christian Krug: "Ich freue mich sehr, dass ich nach meinen Erfahrungen bei unterschiedlichen Verlagen und Mediengattungen wieder in meine journalistische Heimat, dem 'stern', zurückkehre. Ich bin dort beruflich geprägt worden und hatte die spannendste Zeit meiner Laufbahn. Umso mehr bedanke ich mich für das Vertrauen, den 'stern' nun gemeinsam mit der Redaktion weiter zu entwickeln und ihn noch stärker zu machen."

Dominik Wichmann startete 2011 als stellvertretender Chefredakteur beim "stern". 2013 übernahm er die Chefredaktion und löste im Rahmen eines Generationswechsels die Chefredakteure Andreas Petzold und Thomas Osterkorn ab. 1999 ging er als Redakteur zum "Süddeutsche Zeitung Magazin". Ein Jahr später wurde er Chefredakteur.

Andreas Petzold, 59, war - zusammen mit Thomas Osterkorn - 13 Jahre Chefredakteur des "stern". Petzold und Osterkorn brachten während ihrer Amtszeit außerdem zahlreiche Ableger, Extra-Hefte und Editionen auf den Markt. Seit 2013 ist Petzold Herausgeber des "stern", darüber hinaus fungiert er als Herausgeber der Titel "Neon", "Nido" sowie "Capital".

Julia Jäkel
, Vorstandsvorsitzende, Gruner + Jahr: "Dominik Wichmann hat als Chefredakteur des 'stern' viele wichtige Impulse gesetzt und im Frühjahr des letzten Jahres einen umfassenden Veränderungsprozess des 'stern' in Print und digital eingeleitet. Diese Neuerungen waren wichtig. Wichmann hat mit großem Elan und viel Energie das journalistische Profil des 'stern' gestärkt, sein Gesicht modernisiert und ihm eine neue Frische gegeben. Auf dieser Grundlage wollen wir den 'stern' Print und digital weiter entwickeln."

Und weiter sagt Jäkel: "Dominik Wichmann wird Gruner + Jahr und den 'stern' mit bester Reputation verlassen. Im Namen des gesamten Vorstands danke ich Dominik Wichmann sehr herzlich für die geleistete Arbeit, seine Kreativität und die inspirierende Zusammenarbeit. Christian Krug wird an diese Arbeit anknüpfen. Wir erwarten von ihm, dass er den unabhängigen, kritischen und relevanten Journalismus des 'stern' weiterentwickelt."

Stephan Schäfer, G+J-Vorstand Produkt: "Ich möchte mich dem Dank von Julia Jäkel an Dominik Wichmann ausdrücklich anschließen. Der 'stern' ist unter der Führung von Dominik Wichmann erheblich vorangekommen. Christian Krug ist ein erfahrener Reporter, ein sehr erfolgreicher Blattmacher und eine starke Führungspersönlichkeit."

Hintergrund: Dicke Luft soll es beim "stern" bereits ein paar Monate nach Wichmanns Amtsantritt gegeben haben. Ende Mai 2013 berichtete das "Hamburger Abendblatt" von Verstimmungen: Ressorts seien zum Teil mit dem Redigieren von Texten überfordert gewesen, weil sie keinen Textchef hätten, auch die neue Redaktionsstruktur wurde kritisiert. Außerdem gebe die Chefredaktion nun die Haltung gegenüber bestimmten Themen vor. Wichmann gehe zudem kaum auf Anregungen der Redaktion ein und könne mit der in den Konferenzen geäußerten Kritik nicht umgehen, berichtete das Blatt weiter.

Ihre Kommentare
Kopf

Ulrich Saake

14.08.2014
!

Glaubt ein Herr Schäfer bzw. eine Frau Jäkel das wirklich, was diese beiden über das Ausscheiden von Herrn Wichmann sagen. Warum sagt man nicht die Wahrheit wie es wirklich war. Glaubt man der " Lobhudelei" , wäre doch ein Wechsel an der Spitze gar nicht nötig. Dieser Satz von Frau Jäkel sagt alles, Herr Wichmann wird das Haus G & J und den Stern mit bester Reputation verlassen.... Solche Dinge werden auch gesagt, wenn der Pförtner das Haus verlässt. Angebracht wäre Schweigen.


Wolfgang Groth

Wolfgang Groth

WildWolfMedia
Inhaber

15.08.2014
!

Da hat Herr Saake völlig recht: um der Ehrlichkeit Genüge zu tun, muß man sagen, daß Herr Dr. Wichmann ein liebes, nettes und intellektuell versiertes "Weichei" ist, das mit seinem Karrieresprung vom netten SZ-Magazin nach Hamburg einfach im "Haifischbecken" medialer Prozesse scheitern mußte und nicht unverdient eine glatte Bauchlandung hinlegte. Im Kampf um Auflagen, Abos und Reichweiten muß man heute halt doch ein Alphatier oder ein Macho sein, wie Herr Krug. Chapeau! Wird schon was werden!


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