Wegen Wodka-Saufen und Lippen-Zunähen: KJM prangert Jugendschutz-Verstöße von Joko & Klaas an

 

Nicht alles, was im Fernsehen mehr oder weniger lustig aussieht, ist auch jugendschutzrechtlich unbedenklich: Gleich mit zwei Verstößen landeten die ProSieben-Protagonisten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auf dem Halbjahresbericht der Kommission für Jugendmedienschutz. Ein Wodka-Wettsaufen bei "Circus Halligalli" hätte unter 18-Jährigen nicht gezeigt werden dürfen.

Nicht alles, was im Fernsehen mehr oder weniger lustig aussieht, ist auch jugendschutzrechtlich unbedenklich: Gleich mit zwei Verstößen landeten die ProSieben-Protagonisten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auf dem Halbjahresbericht der Kommission für Jugendmedienschutz. Ein Wodka-Wettsaufen bei "Circus Halligalli" hätte unter 18-Jährigen nicht gezeigt werden dürfen. 

Weil sie eine "Entwicklungsbeeinträchtigung für unter 18-Jährige" mit sich hätte bringen können, hätte eine Sendung aus dem Oktober 2013, in der sich die "Halligalli"-Gastgeber Joko und Klaas gemeinsam mit ihrem Gast Matthias Schweighöfer einen Wodka nach dem anderen hinter die Binde kippten, um sich die Sendung vermeintlich "schön zu trinken", nicht auf der 22:00-Uhr-Schiene, sondern erst nach 23:00 Uhr ausgestrahlt werden dürfen. 

"Alkohol als Spaßmacher eingesetzt"

"In dieser Sendung wird Alkohol gezielt als Spaßmacher eingesetzt und relativierende Momente, in denen auf mögliche negative Folgen von Alkoholkonsum hingewiesen wird, sind nicht vorhanden", heißt es in dem KJM-Bericht. Jugendlichen unter 18 Jahren hätte damit eine "sozialethische Desorientierung" gedroht. 

Bei der zweiten Beanstandung hatte der Joko- und Klaas-Sender ProSieben im Vorfeld schon selbst jugendschutzrechtliche Bedenken angemeldet. Dennoch landete nun auch die viel diskutierte "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt"-Skandalsendung auf der KJM-Liste, in der sich Joko in einer bizarren Mutprobe die Lippen vor laufender Kamera zunähte. Auf Anraten der ProSieben-Jugendschutzabteilung war die Gesamt-Show damals "geteilt" worden.

Kritik an brutalen Bestrafungen in der "Joko gegen Klaas"-Show

Ein "unzensierter" Teil mit der blutigen Handarbeit lief erst nach 23:00 Uhr. Die KJM geht nun alledings davon aus, das die Sendung inhaltlich zusammenhing und daher als Ganze nicht schon um 20:15 Uhr, sondern erst ab 22:00 Uhr hätte beginnen dürfen. Außerdem werden Show-Elemente wie "die Bestrafungen eines der Protagonisten durch Boxschläge gegen den Kopf und mittels Stromschlägen in die Oberarme" als "entwicklungsbeeinträchtigend" für Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren eingestuft. 

Beide Verstöße bleiben offenbar zunächst folgenlos - obwohl es bereits früher Joko- und Klaas-Verstöße gab, die es in den KJM-Bericht schafften. 2010 hatten die Moderatoren Ärger bekommen, als sie seinerzeit noch für ihr Magazin "MTV Home" die Berliner "Venus"-Sexmesse besuchten, was unter 12-Jährige nicht hätten sehen dürfen

Aktuell hat es ProSieben unter anderem auch mit der Reihe "Unter fremden Decken – Die Suche nach dem besten Sex der Welt geht weiter" auf den aktuellen Jugendschutz-Bericht geschafft.

DMAX: Zynische Kommentare zu Sterbe-Szenen

Zwei Mal taucht dort auch DMAX mit der Reihe "1000 Wege ins Gras zu beißen" auf. Hier wurde ebenfalls eine Entwicklungsbeeinträchtigung für Unter-18-Jährige angeprangert: "Das Format beinhaltet tödliche Unfälle und menschliche Tragödien mit teilweise drastischen Bildern und zynischen Kommentaren. In dieser Folge werden einzelne Tötungs- bzw. Sterbeszenen intensiv dargestellt. Insbesondere bei gefährdungsgeneigten Jugendlichen kann eine Empathiestörung nach der Rezeption der zynischen Darstellungen von sterbenden Menschen nicht ausgeschlossen werden", heißt es bei der KJM.

Eine Übersicht aller beanstandeten Fälle des aktuellen Halbjahresberichts findet sich hier.

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