Gegenwind in Frankreich, Ungarn und bei Fremantle: RTL-Group legt durchwachsene Bilanz vor

 

In seinem "Morning Briefing" unterstellte "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart der RTL-Group-Chefin Anke Schäferkordt noch, sie sei eine "Zahlenmagierin", die "Kaninchen aus dem Hut" zaubert. Die eigentliche Bilanz fiel nüchterner aus - mit einem Rekordergebnis in Deutschland (operativer Gewinn: 313 Mio Euro) und einem um 2,5% gesunkenen Gesamt-Umsatz.

In seinem "Morning Briefing" unterstellte "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart der RTL-Group-Chefin Anke Schäferkordt noch, sie sei eine "Zahlenmagierin", die "Kaninchen aus dem Hut" zaubert. Die eigentliche Bilanz fiel nüchterner aus - mit einem Rekordergebnis in Deutschland (operativer Gewinn: 313 Mio Euro) und einem um 2,5% gesunkenen Gesamt-Umsatz. 

Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt

Der Gewinneinbruch der Gruppe im ersten Halbjahr ist nicht unerheblich: Das EBITA der RTL-Group sank um 6 Prozent auf 519 Mio Euro. Der Umsatz ging auf 2,69 Mrd Euro zurück. Nun soll der operative Gewinn aufs Gesamtjahr gesehen weiter sinken, wie Schäferkordt und ihr Kollege Guillaume de Posch bei der Präsentation der Zahlen in Luxemburg ankündigten. Gerechnet wird mit einem "leichten" Umsatzrückrang in diesem Jahr. 

Auslöser für den Dämpfer - zuvor waren stabile Umsätze erwartet worden - sind unter anderem die RTL-Geschäfte in Frankreich. Dort sank das EBITA der Groupe M6 in den ersten sechs Monaten des Jahres von 127 auf 113 Mio Euro. Dies begründet die RTL Group mit geringeren TV-Werbeeinnahmen in einem "angespannten wirtschaftlichem Umfeld". 

Ungarische Werbesteuer trifft RTL hart

Noch härter dürfte das Business künftig in Ungarn werden - vor allem wegen der Einführung einer neuen Werbesteuer, die direkt auf RTL Ungarn zielt und laut Schäferkordt und de Posch die Profitabilät des Senders stark reduzieren wird. Am Engagement in Ungarn wolle man dennoch festhalten. Auf das ungarische Geschäft musste die RTL-Group Abschreibungen in Höhe von 88 Mio Euro vornehmen. 

Schlecht entwickelt sich auch das Geschäft mit der Produktionstochter Fremantle. Das EBITA gab dort von 47 auf nur noch 29 Mio Euro nach. Auslöser sind geringere Auslastungen, fallende Produktionspreise und ungünstige Währungseffekte. 

RTL-Gruppe Deutschland bleibt der Klassenprimus

Zugpferd der Gruppe bleibt weiterhin die Mediengruppe RTL Deutschland. Sie legte ein Rekordergebnis vor. Der operative Gewinn stieg um 2,3% auf das bislang beste Halbjahresergebnis.

Erfolgreich brummt es auch in den Niedelanden: Der Gewinn von RTL Nederland stieg sogar um 15,8% auf 44 Mio Euro. 

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