Wegen "unterschiedlicher Auffassung": Reitz löst Quoos als "Focus"-Chefredakteur ab

 

Nach dem aufsehenerregenden Abgang von Dominik Wichmann beim "stern" folgt nun auch ein Chefredakteurs-Wechsel beim "Focus": Jörg Quoos wird zum 1. Oktober von Ex-"WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz (Foto), 53, abgelöst.

Nach dem aufsehenerregenden Abgang von Dominik Wichmann beim "stern" folgt nun auch ein Chefredakteurs-Wechsel beim "Focus": Jörg Quoos wird zum 1. Oktober von Ex-"WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz, 53, abgelöst. Quoos habe das Nachrichtenmagazin in den vergangenen 20 Monaten "maßgeblich reformiert", heißt es in einer Mitteilung von Burda. Quoos und das Unternehmen seien aber unterschiedlicher Auffassung bezüglich der künftigen Ausrichtung des Magazins. Reitz soll das Profil des Magazins "als meinungsbildende Stimme schärfen".

Der ehemalige "Bild"-Mann Quoos ist erst seit dem 1. Januar 2013 alleiniger "Focus"-Chefredakteur (kress.de berichtete).

Es folgen weitere lobende Worte über Quoos in der Verlagsmitteilung: Er habe die Leistungsfähigkeit der Redaktion deutlich erhöht, er habe hochkarätige Journalisten verpflichtet, Strukturen sowie Arbeitsabläufe optimiert, das Blatt optisch überarbeitet und bedeutende Scoops gelandet. So wurde von der Redaktion die Steueraffäre von Uli Hoeneß aufgedeckt und der Fund von Nazi-Kunst in München enthüllt.

Vorstand Philipp Welte: "Die Verdienste von Jörg Quoos um die Erneuerung unseres Nachrichtenmagazins sind enorm. Wir danken einem exzellenten Journalisten für seine hervorragende Arbeit. Ulrich Reitz findet beste Bedingungen vor. Von ihm erwarten wir uns eine entschlossene Weiterentwicklung unseres Magazins im gesellschaftlichen Diskurs. Er ist ein renommierter und erfahrener Journalist, der die 'Focus'-DNA in sich trägt."

Ulrich Reitz ist Gründungsmitglied des Focus, bis 1997 leitete er in Bonn die Parlamentsredaktion des Nachrichtenmagazins. Zuvor ist er für "Die Welt" tätig gewesen, nach seiner Zeit bei "Focus" übernahm er die Chefredaktion der "Rheinischen Post". Von 2005 bis Juni 2014 war er Chefredakteur der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

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