Innerhalb der kommenden drei Jahre: G+J will bis zu 400 Arbeitsplätze abbauen

27.08.2014
 

Gruner + Jahr ("stern", "Brigitte", "Geo") will innerhalb der kommenden drei Jahre 75 Mio Euro einsparen. Dieses Ziel sei das Ergebnis einer Analyse, die mit der strategischen Neuausrichtung von G+J zum "Haus der Inhalte" vor zwölf Monaten begonnen habe. Die Einsparungen sollen durch eine "signifikante Reduzierung der Sach- und Personalkosten" erreicht werden und alle Bereiche von G+J Deutschland betreffen.

Gruner + Jahr ("stern", "Brigitte", "Gala", "Geo") will innerhalb der kommenden drei Jahre 75 Mio Euro einsparen. Dieses Ziel sei das Ergebnis einer Analyse, die mit der strategischen Neuausrichtung von G+J zum "Haus der Inhalte" vor zwölf Monaten begonnen habe. 

Die Einsparungen sollen durch eine "signifikante Reduzierung der Sach- und Personalkosten" erreicht werden und alle Bereiche von Gruner + Jahr Deutschland betreffen. Das Unternehmen kündigt einen schrittweisen Stellenabbau von bis zu 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an, der ebenfalls innerhalb der kommenden drei Jahre vollzogen werden soll. Die harten Einschnitte begründet der Hamburger Verlag vor allem mit dem Hintergrund rückläufiger Marktentwicklungen im Printgeschäft. G+J hat in Deutschland 2.400 Beschäftigte.

Der G+J-Vorstand versichert, den Stellenabbau sozialverträglich und im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern umsetzen. Gruner + Jahr werde alle personalpolitischen Instrumente nutzen, um für die betroffenen Mitarbeiter faire und angemessene Lösungen zu finden.

Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Darüber hinaus macht Gruner + Jahr deutlich, dass der Stellenabbau "nach Prüfung jedes Einzelfalles" die Nicht-Nachbesetzung offener Stellen (Fluktuation, Renteneintritt) sowie Regelungen für Altersteilzeit einschließe. Auch betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden.

Die "Effizienzmaßnahmen" sollen bereichsspezifisch und schrittweise unter Leitung von Oliver Radtke, Vorstand Operations, und Stephan Schäfer, Vorstand Produkt, umgesetzt werden. Damit beginnen will der Verlag in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern innerhalb der kommenden Wochen und Monate.

"Diese Effizienzmaßnahmen beziehen sich ausschließlich auf die Aktivitäten von G+J Deutschland. Die G+J-Mehrheitsbeteiligungen Motor Presse Stuttgart sowie das Dresdner Druck- und Verlagshaus sind hierin nicht mit einbezogen", so das Medienunternehmen. Auch die Geschäftsaktivitäten von G+J International seien nicht Teil dieser Maßnahmen.

Jäkel setzt bei Neuausrichtung auf "Effizienz" 

Julia Jäkel, Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr: "Gruner + Jahr hat zwölf Monate nach dem Start seiner strategischen Transformation bereits eine Menge erreicht, und wir werden unseren Weg fortsetzen. Dazu gehört für uns nicht nur, an unseren Titeln zu arbeiten, sie immer besser zu machen, neue Magazine zu lancieren und ganz besonders unser Digital-Geschäft deutlich auszubauen, sondern auch eine effiziente Aufstellung. Effizienz war von Beginn an ein wichtiges Element unserer strategischen Neuausrichtung. Sowohl im Vertriebs- als auch im Anzeigenmarkt entwickelt sich G+J bei vielen Titeln besser als der Markt. Trotzdem müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass sich die Marktbedingungen grundlegend verändert haben. Wir sind überzeugt, dass Gruner + Jahr aus diesem für uns alle fordernden Prozess stark hervorgehen und eine gute Zukunft haben wird."

"FAZ" erwartet schwächere Halbjahreszahlen bei G+J

Nach einem Bericht der "FAZ" soll bei Gruner + Jahr, das Bertelsmann mehrheitlich gehört, im ersten Halbjahr der Umsatz um rund 100 Mio Euro auf etwa 900 Mio Euro gesunken sein. Beim operativen Ergebnis erwartet die "FAZ" einen Rückgang um rund 25 Mio Euro auf knapp 89 Mio Euro. G+J legt am kommenden Freitag seine Geschäftszahlen vor.

Im April hatte sich Gruner von dem amerikanischen Druckunternehmen Brown Printing getrennt. Entsprechend fehlt ein Teil der im Vorjahr vereinnahmten Umsätze und Erträge.

Ihre Kommentare
Kopf

Dr.Daniela Kämmerer

27.08.2014
!

Dass im Printbereich viele Verlage Ihre "verkauften Auflagen" drastisch nach unten korrigieren werden ist nur noch eine Frage der Zeit.Geschuldet ist dies aber ebenso der Unfähigkeit einiger Anzeigenleiter in den jeweiligen Resorts.Z..B. spürbar bei der Bild Zeitung ( Ausgabe Frankfurt),die kaum noch mit Anzeigen bzw. Sonderformaten glänzt. Anders sieht es bei der Zeit aus.Hier hat man wohl mit dem sogenannten Content Marketing eher die "Zeichen der Zeit" erkannt.


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