Gruner + Jahr unter Druck - Bertelsmann mit Umsatzhoch, aber weniger Gewinn

29.08.2014
 

Der Medien-Konzern Bertelsmann hat im ersten Halbjahr den Umsatz weiter gesteigert, aber weniger verdient. Der Konzernumsatz erhöhte sich um knapp 7% auf 7,8 Mrd Euro, den höchsten Wert seit sieben Jahren. Das Konzernergebnis lag mit 254 Mio Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes, der von positiven Sondereffekten geprägt war. Freud und Leid gibt es bei den Konzerntöchtern:

Der Medien-Konzern Bertelsmann hat im ersten Halbjahr den Umsatz weiter gesteigert, aber im Vergleich zum Vorjahr weniger verdient. Der Konzernumsatz erhöhte sich um knapp sieben Prozent auf 7,8 Mrd Euro, den höchsten Wert seit sieben Jahren (H1 2013: 7,4 Mrd Euro). Zum Umsatzwachstum trugen vergangene Transaktionen wie der Zusammenschluss von Penguin und Random House, die Übernahmen des Finanzdienstleisters Gothia und des E-Commerce-Dienstleisters Netrada durch Arvato sowie der vollständige Erwerb des Musikrechteunternehmens BMG bei.

Das Operating Ebitda, das Anlaufverluste für Neugeschäfte und negative Wechselkurseffekte enthielt, lag mit 1,10 Mrd Euro leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (H1 2013: 1.01 Mrd Euro). Gestiegene Ergebnisse verbuchten die deutschen und niederländischen TV-Aktivitäten, das Buchverlagsgeschäft, das Musikrechtegeschäft sowie einige Dienstleistungsgeschäfte von Arvato.

Belastet wurde das Operating Ebitda durch die Entwicklung strukturell rückläufiger Geschäfte, das Zeitschriftengeschäft sowie durch die schwache Marktlage in Frankreich. Die Ebitda-Marge betrug 12,9 Prozent (H1 2013: 13,7 Prozent).

Das Konzernergebnis lag mit 254 Mio Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes (H1 2013: 419 Mio Euro), der von positiven Sondereffekten geprägt war. Ergebnismindernd wirkte sich im Berichtszeitraum eine Wertberichtigung in Höhe von 88 Mio Euro auf die TV-Aktivitäten der RTL Group in Ungarn aus, wo das Parlament jüngst eine Sondersteuer auf Werbung verabschiedet hatte.

Thomas Rabe zufrieden: "Sind auf gutem Weg"

Der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe ist zufrieden mit den ersten sechs Monaten 2014: "Das deutliche Umsatzplus belegt die Wirksamkeit unserer Strategie, die hohen Investitionen des Vorjahres zahlen sich aus. In unseren vier strategischen Stoßrichtungen - Stärkung der Kerngeschäfte, digitale Transformation, Ausbau von Wachstumsplattformen und der Geschäfte in Wachstumsregionen - sind wir in den vergangenen Monaten deutlich vorangekommen. Wir sind auf einem guten Weg, das Unternehmen langfristig wachstumsstärker, digitaler und internationaler zu machen." In den kommenden Monaten will Rabe vor allem das Bildungsgeschäft ausbauen, das langfristig zur dritten Ertragssäule neben Medien und Dienstleistungen werden soll."

RTL Deutschland mit Rekordergebnis 

Die RTL Group erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 2,7 Mrd Euro (H1 2013: 2,8 Mrd Euro). Bertelsmann führt das leichte Minus insbesondere auf das schwierige Marktumfeld in Frankreich sowie den Umsatzrückgang bei Fremantle Media zurück. Positiv hätten sich hingegen die Aktivitäten in den Niederlanden entwickelt. 

Das Operating Ebitda der RTL Group betrug 612 Mio Euro (H1 2013: 631 Mio Euro) und wurde insbesondere durch den marktbedingten Ergebnisrückgang bei Groupe M6 und RTL Radio in Frankreich sowie durch Fremantle Media beeinträchtigt. Die Mediengruppe RTL Deutschland erzielte dagegen ein neues Rekordergebnis und auch RTL Nederland konnte den operativen Gewinn deutlich steigern.

G+J: Deutlicher Umsatz- und Ergebnisrückgang

Bedingt durch die rückläufige Entwicklung im Zeitschriftengeschäft und Portfoliobereinigungen sank der Umsatz von Gruner + Jahr im erste Halbjahr auf 908 Mio Euro (H1 2013: 1,0 Mrd Euro). Die Umsätze der Digitalaktivitäten von Gruner + Jahr legten dabei in sämtlichen Ländern zu. Infolge der insgesamt sinkenden Erlöse ging das Operating Ebitda auf 77 Mio Euro (H1 2013: 108 Mio Euro) zurück. Bei G+J Deutschland habe sich das rückläufige Zeitschriftengeschäft deutlich auf Umsatz und Ergebnis ausgewirkt, so das Fazit von Bertelsmann. Der Konzern steuert nun mit einem drastischen Sparkurs der Entwicklung entgegen (kress.de berichtete).

Die internationalen G+J-Geschäfte entwickelten sich in Summe rückläufig: Die Aktivitäten in Österreich und China blieben in Umsatz und Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. G+J Spanien steigerte dagegen aufgrund im Jahr 2013 durchgeführter Strukturmaßnahmen sein Ergebnis trotz schwächerer Umsätze. G+J Frankreich erwarb kurz vor Ende des Geschäftsjahres 2013 den Videovermarkter, Advideum, stärkte so seine Position in der digitalen Vermarktung und konnte den Umsatz weitgehend stabil halten.

Das Dresdner Druck- und Verlagshaus konnte Umsatz und Ergebnis auf vergleichbarer Basis leicht gegenüber dem Vorjahr steigern.

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