Am Donnerstagabend wurden in Hamburg zum fünften Mal die sogenannten Radio-Oscars vergeben. 950 Gäste fanden den Weg in den Schuppen 52 zu der Verleihung des Deutschen Radiopreises. Barbara Schöneberger moderierte die Gala, in der es auch ein paar ernste Worte gab.

Georg Kofler, früherer ProSieben- und Premiere-Chef, übergab den 1. Sonderpreis des Beirates an Helmut Markwort, "dessen publizistische Leistung in Sachen Vielfalt, Qualität und Fülle seinesgleichen sucht". Markwort sei ein "multimediales Naturschauspiel". Er habe sein Talent als Unternehmer in der Radiobranche verwirklicht. Markwort war erster Chef von Radio Gong 2000, ehe er später geschäftsführender Gesellschafter der Medienpool GmbH wurde. Mit der Gründung von Antenne Bayern habe der heutige "Focus"-Herausgeber einen Radiomeilenstein gesetzt.

Markwort: "Keine Zwangsdiktatur"

Markwort nutzte seine Dankesrede, um auf ein weniger spaßiges Thema aufmerksam zu machen: Den Kampf um UKW und DAB+ halte er für Quatsch. "Die Hörer sollen entscheiden, wie sie Radio hören wollen und keine Zwangsdiktatur", teilte er in Richtung der politischen Entscheidungsträger aus.

In einem Einspieler plauderte Markwort-Lebensgefährtin Patricia Riekel aus dem Nähkästchen: Markwort beginne seinen Tag mit den Nachrichten von B5. Außerdem sei er ein leidenschaftlicher Fußballkommentator - nur für den Fall, dass einer der anwesenden Programmentscheider noch jemanden für die Sportredaktion benötige. Stefan Aust gratulierte kurz und knapp mit der Frage: "Herr Markwort, Sie sind ein großer Radiomann. Hätten Sie nicht dabei bleiben können?" Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur spielte damit auf das Wettrennen an, dass er sich seinerzeit mit dem ehemaligen "Focus"-Kopf am Kiosk lieferte.

Mascolo und Diekmann als Laudatoren

Als Laudatoren traten u.a. noch Georg Mascolo, Chef-Rechercheur vom NDR, WDR und "SZ" sowie "Bild"-Boss Kai Diekmann auf. Diekmann outete sich als früherer Techno-Fan - heute würde er seine Familie allerdings mit Klassik Radio nerven oder über das Netz Radiosender aus San Francisco hören.

63 Radiostationen übertrugen die Gala aus dem Hamburger Hafen, moderiert von Andreas Kuhlage von N-Joy und Sina Peschke von der LandesWelle Thüringen.

Alle Preisträger im Überblick:

Bestes Interview: Bayern 3 für "Mensch, Otto!" mit Thorsten Otto und Julia Liebing

Beste Sendung: N-Joy (als federführend für die jungen ARD-Programme) für den "Kanzlercheck" mit Nina Zimmermann und André Steins

Beste Programmaktion: Hitradio Ohr für "Die Buchstabenjagd zur 1. Ortenauer Kreisputzete 2013" mit Claudia Roggisch und Yannick Steffen

Beste Comedy: radio ffn für "Günther, der Treckerfahrer" mit Dietmar Wischmeyer

Beste Reportage: MDR Sputnik für "Land unter Suchtdruck" mit Karoline Scheer und Gerald Perschke

Beste Morgensendung: 104,6 RTL für "Arno und die Morgencrew" mit Katja Desens und Arno Müller

Beste Innovation: WDR KiRaKa und Funkhaus Europa für "Kelebek im Konzert - kelebek Konserde" mit Tuba Tuncak und Mirjam von Jarzebowski

Bester Moderator: Kristian Thees für den "SWR 3 Club"

Beste Moderatorin: Diane Hielscher für "FluxFM Superfrüh"

Beste Nachrichtensendung: SR1 Europawelle - SR1 Domino für "Nachrichten für dich - Les infos pour toi" mit Boris Theobald und Christian Langhorst

Den 2. Sonderpreis des Beirates erhielten die Fantastischen 4 für mehr als 4 Mio. verkaufte Plattenträger und das 25jährige "Betriebsjubiläum". Zusammen mit der NDR Big Band sorgten sie für Tanz-Stimmung im Saal.

kress kürt die besten Entscheider

Soviel zu der Gala und den kreativsten Köpfen der Branche. Die kress-Redaktion hingegen kürt in ihrer neuesten Ausgabe die besten Radiomanager. Aus mehr als 40 Kandidatinnen und Kandidaten haben wir die Top Ten der Entscheider ermittelt.

Wer auf welchem Platz liegt und warum Branchengrößen wie Hans Dieter Hillmoth oder Karlheinz Hörhammer in dieser Liste nicht auftauchen, lesen Abonnenten exklusiv im kressreport, der am 5. September erscheint. Interesse? Hier gehts zur Einzelheftbestellung

Ihre Kommentare
Kopf
Birgitt Jendrosch

Birgitt Jendrosch

Holistische Beratung Birgitt Jendrosch
Personal und Business Coach

05.09.2014
!

Gut gesagt Herr Markwort:
"Die Hörer sollen entscheiden, wie sie Radio hören wollen und keine Zwangsdiktatur",

Eine Hörer-Petition für BR Klassik versus PULS ging eben mal so ganz anders aus. Welcher Entscheider schaut schon "dem Volk aufs Maul"?


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