Themen statt Köpfe: ZDF-Chefredakteur Frey bremst neue Moderatoren

05.09.2014
 
 

Neue Gesichter, aber bitte nicht mehr Persönlichkeit: Das ZDF hat vor und hinter der Kamera viel Personal ausgetauscht. Zur Dauermarke soll aber keiner der neuen Moderatoren werden. Das hat Chefredakteur Peter Frey bei einem Pressetermin in Berlin gesagt. 

Neue Gesichter, aber bitte nicht mehr Persönlichkeit: Das ZDF hat vor und hinter der Kamera viel Personal ausgetauscht. Zur Dauermarke soll aber keiner der neuen Moderatoren werden. Das hat Chefredakteur Peter Frey bei einem Pressetermin in Berlin gesagt. 

Jeder der Moderatoren verkörpere eine Sendung nur auf eine bestimmte Zeit, sagte Frey. Die Formate an sich hätten aber länger Bestand, eine Aufgabe für das neue Personal sei es, Sendungen in sich zu modernisieren und jüngere Themen zu finden.

Gesichter über die Sendungsmarke zu stellen hält Frey für gefährlich: "Es führt auf lange Sicht dazu, eine Marke nicht mehr von einem Gesicht lösen zu können", sagte er. Alle Moderatoren sollten mit ihrem Themenumfeld in Verbindung gebracht werden können – und zum Beispiel als Kopf im "Morgenmagazin" auftauchen. Mehr persönliche Noten sind aber verpönt.

Die 40-Jährigen übernehmen das Ruder

Zum neuen starken Nachrichten-Mann wird ab Montag Christian Sievers. Der frühere Nahost-Korrespondent und dritte Mann beim "heute journal" moderiert ab dann regelmäßig die "heute"-Nachrichten um 19 Uhr. Seit Mitte Juli verkörpert Antje Pieper schon das "Auslandsjournal". Ilka Brecht ist seit Mai das Gesicht von "Frontal 21" und Martin Leutke der alleinige "Wiso"-Mann, nachdem Michael Opoczynski im Februar in Ruhestand ging.

Die Generation der 40-Jährigen übernehme das Ruder im ZDF, sagte Frey. Ein großer Personalwechsel vor und hinter den Kulissen sei nun abgeschlossen. Unter anderem tauschte der Sender Studioleiter im Ausland aus, machte Matthias Fornoff zum Politik-Chef und Susanne Biedenkopf-Kürten zur Leiterin der Wirtschaft-Hauptredaktion.

Sievers will weiter mit Zuschauern twittern

Alle Personen gemeinsam müssen das ZDF digitaler machen. Twitternde Moderatoren findet Chefredakteur Frey deshalb toll – auch wenn er manchmal gerne reingrätschen würde: "Manches bei Twitter kriegt einen Zungenschlag, wo ich denke: So würden es die 'heute'-Nachrichten nicht formulieren." Für seine lockeren Formulierungen ist etwa Claus Kleber beliebt. Frey hält sich von Twitter fern.

Sievers mag den Austausch mit den Zuschauern – und will ihn beibehalten. Twitter sei für ihn zu einem Recherchetool geworden, das manchmal wichtiger sei als Nachrichtenagenturen. Brecht twittert gern vertiefende Infos zur Sendung, sagt aber: "Man muss auch nicht auf alles antworten." Häufig schrieben Zuschauer nicht des Dialogs willen, sondern um "sich auszumären".

Autor: Jens Twiehaus

 

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