Presserat rügt "BamS" nach islamkritischem Kommentar: "Grenze der Meinungsfreiheit deutlich überschritten"

10.09.2014
 

Der Beschwerdeausschuss 2 des Deutschen Presserats hat sich in seiner jüngsten Sitzung nicht nur mit den MH-17-Berichterstattungen sondern auch mit dem umstrittenen "BamS"-Kommentar "Islam als Integrationshindernis" befasst. Das Gremium sprach eine öffentliche Rüge wegen Verletzung der Ziffern 1, 10 und 12 des Pressekodex aus.

Der Beschwerdeausschuss 2 des Deutschen Presserats hat sich in seiner jüngsten Sitzung nicht nur mit den MH-17-Berichterstattungen sondern auch mit dem umstrittenen "BamS"-Kommentar "Islam als Integrationshindernis" befasst (erschienen am 27. Juli 2014).

 Das Gremium sprach eine öffentliche Rüge wegen Verletzung der Ziffern 1, 10 und 12 des Pressekodex aus. 215 Leserbeschwerden waren hierzu beim Presserat eingegangen. Der Kommentar hatte sich kritisch mit dem Islam auseinandergesetzt. In dem Beitrag hieß es unter anderem: "Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle [...] Nun frage ich mich: Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber beim Islam wohl ja. [...] Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht."

Der Beschwerdeausschuss stellte fest, dass der vorliegende Kommentar pauschalisierende Aussagen über das Verhalten von Muslimen im Allgemeinen enthält und diese eine diskriminierende Wirkung für Angehörige dieses Glaubens entfalten. Der Kommentar verletze nicht nur die Ziffer 12 des Pressekodex, sondern sei auch mit dem Ansehen der Presse nach Ziffer 1 des Pressekodex unvereinbar. Der Kommentar spreche zudem dem Islam als Glaubensrichtung die Integrationsfähigkeit an sich ab und verletze damit die Ziffer 10 des Kodex, urteilte das Gremium.

Ursula Ernst, Vorsitzende des Ausschusses: "Kommentare dürfen pointiert sein, starke Kritik - auch an Religionen - enthalten und manchmal auch an Grenzen gehen. Hier wird jedoch die Grenze der Meinungsfreiheit deutlich überschritten, indem alle Muslime unter einen Generalverdacht gestellt werden. Die Angehörigen der Religion fühlen sich verständlicherweise diskriminiert."

Hintergrund: Der Artikel von "BamS"-Vize-Chef Nicolaus Fest hatte nicht nur im Internet Empörung hervorgerufen. Der Axel-Springer-Verlag distanzierte sich. "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann schrieb etwa: "Bei Bild und Axel Springer ist (...) kein Raum für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam und den Menschen, die an Allah glauben."

Ihre Kommentare
Kopf

Gjon Pjetri

10.09.2014
!

Der Islam ist sehr wohl ein Integrationshindernis.Ich pauschalisiere und stehe dazu. Islamisch orientierte Migranten (ultra,radikal oder gemäßigt), die im westlichen Europa oder christlich dominierenden Ländern leben, picken sich lediglich die in deren Vorteil liegenden Leistungen des Lebens. Die gemäßigten islamischen Migranten handeln lediglich aus "Vernunfts-oder Kalkülgründen" scheinbar demokratisch und integrativ.Der Islam kennt das Gebot der Nächstenliebe nicht und kennt keine Dankbarkeit.


Michael den Hoet

10.09.2014
!

Winston Churchill sagte einst: "Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, dass immer wieder Dummes, Hässliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen."
Der reklamierte Kommentar mag platt und provokant geschrieben sein. Fest sollte man mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung kommen, anstatt ihn mit Formalien zu bekämpfen. Es gilt immer noch der Grundsatz: "Facts are sacred, but commentary is free."


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