Peters wird Super-Chefredakteur - Warum N24 und "Welt" noch lange nicht vereint sind

18.09.2014
 
 

Aller Anfang ist zäh: Das Zusammenwachsen von N24 und der "Welt" verläuft in der Praxis noch schleppend. Auch wenn die Chefredaktion bald für alles zuständig ist: Im Alltag läuft die Zusammenarbeit noch auf Sparflamme. Der neue kressreport zieht eine Zwischenbilanz.

Aller Anfang ist zäh: Das Zusammenwachsen von N24 und der "Welt" verläuft in der Praxis noch schleppend. Auch wenn die Chefredaktion bald für alles zuständig ist: Im Alltag läuft die Zusammenarbeit noch auf Sparflamme. Der neue kressreport zieht eine Zwischenbilanz.

Noch ist wenig zu sehen vom "neuen multimedialen Nachrichtenunternehmen für Qualitätsjournalismus". So lautet die PR-Bezeichnung für den journalistischen Mischkonzern WeltN24. Denn die Bedingungen für Absprachen und gemeinsame Produktionen sind und bleiben schwierig. N24 arbeitet am Potsdamer Platz an TV-Inhalten, die Redakteure der "Welt" produzieren Print und Digitales inklusive Videos zwei Kilometer entfernt am Konzern-Hauptsitz. 

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Daran wird sich erst einmal nichts ändern. "Aus organisatorischen Gründen" bleibe es vorerst bei der räumlichen Trennung, heißt es bei Axel Springer. Vermutlich werden alle Journalisten erst dann Tür an Tür sitzen, wenn in einigen Jahren der geplante Neubau neben dem jetzigen Hochhaus fertig ist. Immerhin: "n24.de" wird schon bald aus dem Newsroom der "Welt" produziert – ab wann genau, steht noch nicht fest. Denn redaktionelle Abläufe müssen noch umorganisiert werden.

Ziehen "Welt"-Leute an den Potsdamer Platz?

Auch die Videotruppe der "Welt" könnte umziehen – und zwar zu den TV-Kollegen. Springer schließt die Überlegung nicht aus, wenngleich sie wenig Sinn machen würde. Allzu viel kann die "Welt" nämlich noch nicht mit den Sendeschnipseln von N24 anstellen. Sie sind fürs Fernsehen produziert und funktionieren selten auch im Netz.

Die Produktion trotz der zwei Standorte zusammenzuführen, wird künftig Jan-Eric Peters obliegen. Der 49 Jahre alte Chefredakteur aller journalistischen Formate der "Welt" übernimmt zum nächsten Jahr die Gesamtverantwortung für WeltN24, wird also auch Fernseh-Chefredakteur. N24-Chefredakteur Arne Teetz, 47, wird dann zum Stellvertreter mit spezieller Zuständigkeit für TV und Bewegtbild. Stellvertreter bleibt Ulf Poschardt, der schon seit 2010 an Peters‘ Seite steht. Oliver Michalsky, 50 (Digitales) und Beta Balzli, 47 ("Welt am Sonntag") bleiben stellvertretende Chefredakteure.

Peters sagt: "Wir werden die einzige Redaktion in Deutschland sein, die digitale Medien und Zeitungen und Fernsehen aus einer Hand macht." Im Redaktionsalltag umsetzen dürfen das auch drei bisherige stellvertretende Chefredakteure, die im Januar zu multimedialen Ressortleitern werden: Thomas Exner, 47, für Wirtschaft und Finanzen, Andrea Seibel, 56, für Meinung und Cornelius Tittel, 37, für Kultur.

Schon Mittwoch hatten sich personelle Umbrüche an der Redaktionsspitze angekündigt. Frank Schmiechen, seit zehn Jahren in der "Welt"-Chefredaktion und dort für Digitales zuständig, fängt zum 1. Oktober als Chefredakteur des Portals "Gründerszene" an. Am Verlag hinter "Gründerszene", Vertical Media, ist Springer seit Juni mehrheitlich beteiligt.

Nach vorerst zähem Zusammenwachsen könnte die gemeinsame Redaktion also ab nächstem Jahr Gestalt annehmen. Warum die bisherige Zusammenarbeit von Print, Digital und TV nur Markenpflege ist und wie es in der Vermarktung aussieht, lesen Abonnenten im neuen kressreport 17.14, der am Freitag, 19. September erscheint und hier als Probeabo bezogen werden kann.

Autor: Jens Twiehaus

 

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