Deutscher Fernsehpreis 2014: Scholl, Bartels und Welke im WM-Jahr nominiert

 

Am 2. Oktober werden - vorerst letztmalig - die Auszeichnungen beim Deutschen Fernsehpreis vergeben. Bei den Nominierungen dominiert die ARD - und das auch bei den zumindest quotentechnisch meistbeachteten Fernsehereignissen des Jahres: Für die "Beste Sportsendung" ist Kommentator Tom Bartels im Rennen, außerdem kann sich ARD-Experte Mehmet Scholl Hoffnungen machen. Sie treten gegen Oliver Welke (ZDF) an.

Am 2. Oktober werden - vorerst letztmalig - die Auszeichnungen beim Deutschen Fernsehpreis vergeben. Bei den Nominierungen dominiert die ARD - und das auch bei den zumindest quotentechnisch meistbeachteten Fernsehereignissen des Jahres: Für die "Beste Sportsendung" ist Kommentator Tom Bartels im Rennen, außerdem kann sich ARD-Experte Mehmet Scholl Hoffnungen machen. Sie treten gegen Oliver Welke (ZDF) an.

Vor allem in den vermeintlichen Königskategorien wie etwa den besten Fernsehfilmen zeigt sich die übliche öffentlich-rechtliche Übermacht. Chancen auf die begehrte Trophäe können sich die ARD-Dramen "Grenzgang" und "Männertreu" machen. Sie konkurrieren mit den ZDF-Krimis "Spreewaldkrimi - Mörderische Hitze" und "Helen Dorn - Das dritte Mädchen" sowie dem Sat.1-Film "Nichts mehr wie vorher". In dem Zeitsprung-Drama agierte Annette Frier in einer ernsten Rolle, abgehandelt wurde das Thema der Vorverurteilung von Unschuldigen in den sozialen Netzwerken. 

Zwei ausgelaufene Sat.1-Serien in der Auswahl

Eine melancholische Note bringt die Jury-Auswahl der nominierten Serien ins Spiel, weil "Danni Lowinski" und "Der letzte Bulle" jetzt schon aller Voraussicht nach endgültig Sat.1-Vergangenheit sind. Dritter Hoffnungsträger ist die ARD-Serie "Weissensee". 

"Circus Halligalli" kann sich erneut Preis-Hoffnungen machen

Eine rein private Veranstaltung wird die Kür der besten Showkonzepte: Hier treten mal wieder die Überflieger Joko und Klaas vom "Circus Halligalli" (ProSieben) an. Sie müssen sich mit "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" (Vox) und dem RTL-"Wer wird Millionär? - Prominentenspecial" messen. 

RTL schafft es auch mit "Wallraff" und "Jenke" ins Rennen

Jetzt schon Punkte gesammelt hat RTL übrigens im anspruchsvollen Fach. In der Kategorie "Reportage" ist "Team Wallraff - Reporter Undercover" nominiert, beim Dokutainment "Das Jenke-Experiment". 

Jugendsender Joiz tritt gegen ARD- und ZDF-Interviews an

Für die vielleicht größte Überraschung auf der umfangreichen Nominierungsliste, die hier komplett eingesehen werden kann, sorgte der junge interaktive Sender Joiz. Er hat es ausgerechnet in die "Interview"-Kategorie geschafft. Dort gilt es, unter Tilo Jung für seinen Joiz-Beitrag "Jung & Naiv - Politik für Desinteressierte", Hubert Seipel mit "Snowdon exklusiv - Das Interview" (ARD) und Anne Will für ihren ARD-Talk eine Entscheidung zu treffen.

"Es war ein historisches Fernsehjahr, das die Jury zu beurteilen hatte. Die mediale Erinnerung an den Ersten Weltkrieg verband sich mit der Berichterstattung über aktuelle Konflikte, und zugleich setzte der Sport mit den Olympischen Winterspielen und der Fußball-WM globale Ereignismarken. Zu diesen Ausnahmepunkten gesellte sich der Fernseh-Alltag, mit all seinen herausragenden Leistungen, die wir durch unsere Nominierung wertschätzen wollen. Die ungewöhnlich starken Formate in der Dokumentation beweisen große analytische Stärken und offenbaren zugleich einen Hunger nach profunder Realitätserkundung", gibt der Jury-Vorsitzende Torsten Körner der diesjährigen Nominierungsliste mit auf den Weg.

"Fernsehen ist noch lange nicht entbehrlich"

"Die Fiktion war wie so oft fabelhaft und wunderbar vielschichtig. Auch im Bereich der Information und Unterhaltung gilt es, auf Leistungen hinzuweisen, die das Fernsehen weiterhin zu dem großen verbindenden Erzähl- und Ereignismedium machen, das noch lange nicht entbehrlich ist." 

Ausgestrahlt wird die Preisverleihung diesmal in der ARD - allerdings auch nicht live. Eine Aufzeichnung läuft am Freitag, 3. Oktober um 22:00 Uhr.

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