Karl-Heinz Heusers Nachfolge: Edelmans Alexander Fink wird Burson-Marsteller-Boss

24.09.2014
 

Der Vertrag ist unterschrieben: Alexander Fink (Foto), derzeit in der zweiten Reihe bei Edelman unterwegs, wird zum 1. November neuer Deutschlandchef von Burson-Marsteller,

Der Vertrag ist unterschrieben: Alexander Fink (Foto), derzeit in der zweiten Reihe bei Edelman unterwegs, wird zum 1. November neuer Deutschlandchef von Burson-Marsteller, damit Nachfolger von Karl-Heinz Heuser.

Nach Stationen unter anderem bei ProSieben, Daimler und Kohtes Klewes, führte Fink einst seine eigene Agentur in der Schweiz, die er an Edelman veräußerte - und im Gegenzug hinter Deutschlandchefin Susanne Marell neuer Corporate-Chef der Agentur wurde. Unlängst aber heuerte Edelman mit Christian Maertin den ehemaligen MLP-Kommunikationschef für den Posten an, zuletzt Geschäftsführer der Kölner Agentur Siccma Media. Fink übernahm die Verantwortung für eine neue Edelman-Sparte, die sich der Top-Führungskräfteberatung widmen sollte. Jetzt grätscht Burson dazwischen.

In der vergangenen Woche wurden hinter den Kulissen zahlreiche Namen für Heusers Nachfolge herumgereicht. Mit der Suche nach einem Nachfolger hatte die Agentur offenbar ihre Mühe, murmelt es in der Branche. Der Job hat es in sich: Dem Vernehmen nach stehen bei Burson-Marsteller diverse Top-Etats auf der Kippe - etwa SAP und HP, die globale Deals mit der Holding WPP haben, zu der Burson gehört. Beide Unternehmen sind auch Kunde in Deutschland.

Heuser war es auch in der jüngsten Vergangenheit gelungen, die Performance der Agentur zumindest stabil zu halten, allerdings dürfte der Druck auch auf die Mitarbeiter zugenommen haben. Zuletzt hatte die Agentur in Deutschland zudem den Abschied leitender Köpfe zu verkraften - teils gingen diese aus eigenem Antrieb, teils schienen sie im Netzwerk nicht zu reüssieren.

Die Meldung zu Heusers Ausstieg kam zeitlich überraschend, nachdem die Agentur im vergangenen Jahr rauschend 40-jähriges Bestehen in Deutschland feierte, und wird als Generationenwechsel verstanden. Heusers Talent, Kunden über viele Jahre bei der Stange zu halten, wird in der Branche bewundert. Über zehn Jahre führte Heuser die Agentur erfolgreich vom Frankfurter Büro aus, war parallel auch am Berliner Standort und im politischen Umfeld sehr präsent. Als Kopf des Berliner Büros, mit dem Heuser in den vergangenen Jahren bisweilen seine liebe Not hatte, habe sich im vergangenen Jahr Christian Thams gut etabliert, wie die Berliner Szene beobachtet. Thams soll nun auch in der Deutschlandführung mehr Gewicht erhalten, Burson macht ihn zum COO. Thams, bisher vor allem für Public- und Corporate Affairs zuständig, soll in der neuen Rolle die Zusammenarbeit der Agenturstandorte vertiefen und das Digitalgeschäft ausbauen.

In der Burson-Führung sitzen daneben außerdem Anita Wälz, mittlerweile Leiterin der Corporate Practice, und Carsten Siemon als Chief Financial Officer. Karl-Heinz Heuser ist offiziell noch bis Ende des Jahres bei Burson unter Vertrag und hegt offenbar Pläne, danach wieder selbstständig als Berater und Agenturunternehmer zu arbeiten - ganz wie in alten Zeiten.

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