"Keine Perspektive": "Westfälische Rundschau" geht in die Insolvenz

26.09.2014
 

Es gibt doch keine Lösung für die "Westfälische Rundschau". Der Westfälische Zeitungsverlag hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Zu diesem Schritt sieht sich die Funke Mediengruppe gezwungen, nachdem das Bundeskartellamt angekündigt hatte, Kooperationen mit dem Medienhaus Lensing zu untersagen.

Es gibt doch keine Lösung für die "Westfälische Rundschau". Der Westfälische Zeitungsverlag hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Zu diesem Schritt sieht sich die Funke Mediengruppe gezwungen, nachdem das Bundeskartellamt angekündigt hatte, Kooperationen mit dem Medienhaus Lensing zu untersagen (kress.de berichtete). Von der jetzigen Insolvenzanmeldung seien keine Beschäftigungsverhältnisse berührt, heißt es bei Funke am Freitag.

Das Medienhaus Lensing strebte eine Übernahme von sieben Lokalausgaben der Tageszeitungen "Westfälische Rundschau" und "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" in den Städten Dortmund, Schwerte, Lünen und Castrop-Rauxel an. Die Ausgaben werden allesamt von der WZV herausgegeben. Weitere Ausgaben gibt die Gesellschaft nicht heraus. Beide Medienunternehmen hatten sich in dem Antrag beim Bundeskartellamt auf die Grundsätze der Sanierungsfusion berufen. Das Medienhaus Lensing beabsichtigte die Lokalausgaben "langfristig weiterzuführen", beide Medienunternehmen hätten bei den Zeitungsinhalten zusammengearbeitet.

"Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sehen wir keine Perspektive, die Westfälische Zeitungsverlag GmbH & Co. KG weiterhin im Portfolio der Funke Mediengruppe zu führen. Nach der überraschenden Entscheidung des Bundeskartellamts, das uns angekündigt hatte, einen Verkauf der sanierungsbedürftigen Lokalausgaben an das Medienhaus Lensing zu untersagen, bleibt uns nur eine Möglichkeit: Unter den Rahmenbedingungen eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung die Vermögenswerte zu sichern", sagt Thomas Ziegler, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. "Die Gesellschaft ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zahlungsunfähig, es besteht aber bereits Insolvenzantragspflicht bei einer negativen Fortbestehensprognose."

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wird der neue Geschäftsführer der WZV, der Sanierungsfachmann Helmut Balthasar von der Sozietät Görg (kress.de berichtete), operativ verantworten. Aufgabe von Balthasar und dem Insolvenzverwalter soll es sein, so viele Vermögenswerte wie möglich zu sichern.

Funke-Chef Ziegler will sich für Lokalausgaben einsetzen

Thomas Ziegler: "Wir hätten den Verkauf an das Medienhaus Lensing gerne abgeschlossen, denn dann hätten wir die Lokalausgaben in guten Händen gewusst und deren langfristiges Bestehen sichern können. Sofern es in unserer Macht steht, werden wir uns im Insolvenzverfahren dafür einsetzen, dass für die Lokalausgaben ein Käufer gefunden wird und sie erhalten bleiben". Das Verfahren soll nichts an der Funke-Strategie ändern: "Wir haben starke Standbeine im Regionalzeitungs- und Zeitschriftenmarkt, in die das Unternehmen auch künftig investieren wird, um sie erfolgreich weiterzuführen", so Ziegler.

Hintergrund: Funke hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären "WR" mit 120 Stellen geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte der "WR", in Dortmund sind es die zu Lensing gehörenden "Ruhr Nachrichten". Der Mantelteil kommt von der Funke-Gruppe, die in NRW auch die "WAZ", die "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (NRZ) und die "Westfalenpost" herausgibt.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.