Clapp-Mobile-Chef Scherer im kressreport: Warum Verlage jetzt neue Apps entwickeln müssen

06.10.2014
 
 

Das Zeitalter der Apps ist vorbei? Mobile-Experte Heiko Scherer glaubt das nicht. Seine Berliner Agentur Clapp Mobile ist aktiver denn je – vor allem für Verlage. Im kressreport 18/2014 spricht der 41-Jährige über bremsende Manager und die erfolgreiche Produktion von mobilen Inhalten.

Das Zeitalter der Apps ist vorbei? Mobile-Experte Heiko Scherer glaubt das nicht. Seine Berliner Agentur Clapp Mobile ist aktiver denn je – vor allem für Verlage. Im kressreport 18/2014 spricht der 41-Jährige über bremsende Manager und die erfolgreiche Produktion von mobilen Inhalten.

Als größtes Hemmnis im Entwicklungsprozess digitaler Angebote macht Scherer die ewig dauernden Diskussionen aus. Je größer das Medienhaus, desto länger die Diskussionen. Scherer denkt lieber pragmatisch statt allzu strategisch: "Wir versuchen lieber gleich von Grund auf einen Prototypen zu entwickeln und halten keine zehn Meetings ab. Wenn wir dann in ein paar Wochen das erste Mal scheitern, haben wir wenigstens schon ein Arbeitsergebnis und nicht nur geredet."

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In den fünf Jahren seit Gründung des Unternehmens hat Clapp unter anderem für DuMont, "FAS", "Rheinische Post" und die Verlagsgruppe Handelsblatt gearbeitet. Zuletzt konzipierten sie die Seite des Startups Krautreporter, die in Kürze online geht.

Kleine Schritte sind besser als der große Wurf

Die Herangehensweise des Trial-and-Error sei in vielen Häusern noch tabu. Ihre Entscheidungsträger fürchteten die Geldverschwendung. Doch die Kosten für erste Entwicklungsergebnisse seien gering. Für etwa 10.000 bis 20.000 Euro baue sein Team eine Startseite und eine Artikelansicht – innerhalb von vier Wochen. Ein Klacks im Vergleich zu vielen anderen Posten im Budget. Und ein notwendiges Risiko, meint der Geschäftsmann Scherer: "Wenn Verlage das Smartphone nicht knacken, haben sie ein existenzielles Problem."

Kleine schnelle Schritte zu gehen ist in Medienhäusern noch unüblich. Viele denken lieber in Großprojekten und wollen alles mit allem verzahnen. Doch gerade dies wird teuer, warnt Scherer: "Es dauert locker sechs bis zehn Monate, neue Angebote in bestehende Systeme zu integrieren. Das ist eine absurd lange Zeit, wenn man sich anschaut, wie schnell sich der Markt ändert. Dieses Warten ist das große Fail der Verlage."

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Autor: Jens Twiehaus

 

Ihre Kommentare
Kopf

soulman

03.11.2014
!

Interessant, wie leichtfertig hier über das Scheitern gesprochen wird. Die Leserbindung ist eine langfristige, und bei der o.g. Vorgehensweise hat man sich als Anbieter digitaler Inhalte schnell seinen Ruf ruiniert (= 1 Stern im App Store, gekündigte Abos etc.).
Auch ordentliche Projektvorgehen müssen keine Monate dauern. Innerhalb von vier Wochen gibt es dann eine ganze App, inkl. Designanpassungen, In-App-Purchases etc., und das für eine ähnliche Summe wie die o.g. Startseite + Artikelansicht.


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