Laut dpa: Jugendkanal von ARD und ZDF nur im Internet

17.10.2014
 

Der von ARD und ZDF geplante Jugendkanal wird offenbar nur in stark abgespeckter Form starten. Laut dpa haben die Ministerpräsidenten der Länder in Potsdam beschlossen, dass das Angebot nur im Internet entstehen soll.

Der von ARD und ZDF geplante Jugendkanal wird offenbar nur in stark abgespeckter Form starten. Laut dpa haben die Ministerpräsidenten der Länder in Potsdam beschlossen, dass das Angebot nur im Internet entstehen soll. Die Nachrichtenagentur bezieht sich dabei auf gut unterrichtete Kreise.

ARD und ZDF hatten ursprünglich ein umfassendes Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren einführen wollen. Abrufbar auf Smarthphone, Tablet und PC und im klassischen Fernsehen, eng verzahnt mit den jungen Radiowellen.

SWR-Intendant Peter Boudgoust richtete in dieser Woche einem dpa-Gespräch noch einen Appell an die Ministerpräsidenten: "Sollen junge Menschen nur die Wahl haben zwischen Brutalo-Videos und Katzenfilmchen auf YouTube und Billig-Trash bei privaten Fernsehsendern? Soll so die mediale Sozialisation zukünftiger Generationen aussehen? Sicher nicht, das kann die Politik nicht wollen."

Die Regierungschefs der Länder hatten ihre Entscheidung im März vertagt, weil es aus den unionsgeführten Ländern Bayern, Hessen und Sachsen noch Widerstände gab. Zuletzt hatte Sachsen seine Bedenken erneuert. "Ein überzeugendes Konzept liegt aus unserer Sicht noch nicht vor. Auch sind Fragen zum Finanzierungskonzept nach wie offen", hatte der sächsische Medienminister Johannes Beermann (CDU) der Zeitung "Sonntag Aktuell" gesagt. Boudgoust widersprach dem Minister.

Das Projekt sollte in der geplanten Form 45 Millionen Euro pro Jahr kosten. Die ARD wollte 30 Millionen Euro übernehmen, das ZDF 15 Millionen Euro.

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