Wirbel um "heute-show"

Die ZDF-Satiresendung "heute-show" darf nicht im Deutschen Bundestag filmen. Das Parlament hat einem Drehteam die Akkreditierung zur Pressetribüne und zur westlichen Lobby verweigert. Die Akkreditierung sei abgelehnt worden, weil das Team laut Antrag einen "Protagonisten" auf der Pressetribüne drehen wollte, so ein Sprecher des Bundestages gegenüber dpa. Das sei nicht mit den Regeln für Journalisten vereinbar, die von einer unmittelbaren politischen Berichterstattung ausgingen. "Wir haben eine eiserne Grundregel: Der Bundestag ist keine Location." Der Parlamentssprecher betonte: "Es liegt uns fern, inhaltliche Vorgaben zu machen. Das ist absurd."

"heute-show"-Moderator Oliver Welke thematisierte die Angelegenheit in der jüngsten Sendung (siehe Video). "Ja, ich meine, was machen wir denn sonst hier außer politischer Berichterstattung? Ohne Scheiß jetzt: Jeder darf drehen im Bundestag. KiKA dreht im Bundestag. 'Bauer sucht Frau' dreht im Bundestag. Aber wir dürfen nicht rein."

Beim ZDF heißt es, das "heute-show"-Team werde weiter versuchen, Drehgenehmigungen zu erhalten. Seit dem Start der Sendung 2009 sei für die Sendung erst einmal im Foyer gedreht worden. Bilder aus Bundestagsdebatten werde es aber in der Show weiter geben. "Die 'heute-show' greift regelmäßig auf Bildmaterial aus den Plenardebatten zurück und berichtet somit auch von dort."

Die große Fangemeinde der Sendung diskutiert auf allen Kanälen über das Drehverbot. Manchen sehen sogar einen Angriff auf die Pressefreiheit. Nach Informationen von "Spiegel Online" sollen in den vergangenen Tagen rund 600 Protestmails bei der Verwaltung des Bundestags eingegangen sein.

21.10.2014
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