Digital-Kiosk aus den Niederlanden: Axel Springer investiert in Blendle

27.10.2014
 

Axel Springer fördert den kostenpflichtigen Zugang zu Qualitätsjournalismus. Zusammen mit The New York Times Company investiert die Springer-Tochter Axel Springer Digital Ventures 3 Mio Euro in das niederländische Start-up Blendle. Es betreibt einen digitalen Kiosk, in dem Einzelartikel aus Zeitungen und Zeitschriften an Webnutzer verkauft werden.

Axel Springer fördert den kostenpflichtigen Zugang zu Qualitätsjournalismus. Zusammen mit The New York Times Company investiert die Springer-Tochter Axel Springer Digital Ventures 3 Mio Euro in das niederländische Start-up Blendle. Es betreibt einen digitalen Kiosk (blendle.nl), in dem Einzelartikel aus Zeitungen und Zeitschriften an Webnutzer verkauft werden. Geplant ist, die finanziellen Mittel in den kommenden zwei Jahren zur Ausweitung des Angebots in mehrere europäische Länder zu nutzen.

Das Unternehmen wurde 2013 von den beiden damals 27-jährigen ehemaligen Journalisten Alexander Klöpping und Marten Blankesteijn gegründet und bietet seine Dienstleistung seit fünf Monaten in den Niederlanden an. Auch nach der Investition behalten die beiden Gründer mit Anteilen von mehr als 75 Prozent weiterhin die Kontrolle über Blendle. Die neuen Investoren sollen keinen Einblick in die Verkaufszahlen anderer Verlage bei Blendle erhalten und ihre Zeitungen und Publikationen keinerlei Vorzugsbehandlung, betonen die Macher.

Auf Blendle können Leser Artikel aus niederländischen Zeitungen und Zeitschriften finden und lesen. Dabei bezahlen sie nur für die Artikel, die sie auch tatsächlich lesen. Im Durchschnitt kostet ein Artikel auf Blendle 20 Cent. Den Preis bestimmen die Verlage, die Einnahmen werden im Verhältnis 70:30 zwischen dem jeweiligen Verlag und Blendle aufgeteilt. Blendle hat derzeit nach eigenen Angaben mehr als 130.000 registrierte Nutzer.

"Wir fühlen uns wirklich geehrt, dass zwei der einflussreichsten Medienhäuser der Welt so viel Vertrauen in uns haben", erklärt Blendle-Geschäftsführer Klöpping. "Axel Springer hat sich erfolgreich zum digitalen Verlag gewandelt und hat ein großartiges Portfolio an Online-Angeboten und Start-ups, von denen wir viel lernen können. Die Online-Strategie der 'New York Times' dient als weltweites Beispiel für andere Zeitungen und Magazine."

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner, erklärte: "Wir als Verlag wollen die Leute davon überzeugen, dass auch im digitalen Zeitalter guter Journalismus sein Geld wert ist. Deshalb freut es mich sehr, dass ein europäisches Start-up einen umfassenden und einfachen kostenpflichtigen Zugang zu Qualitätsjournalismus schafft. Blendle hat das Potenzial, vor allem junge internetaffine Leser anzusprechen."

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