Über 20 Betroffene: Bonner "General-Anzeiger" schließt Verlagsabteilungen

 

Der Bonner "General-Anzeiger" schließt zum Jahresende den Online-Service sowie eine Reihe von Verlagsabteilungen. Darüber hat Geschäftsführer Thomas Regge die Beschäftigten am Montag informiert. In einem Schreiben, das kress vorliegt, nannte er die Bereiche Anzeigen-Team Kundenservice, Anzeigen-Sonderveröffentlichungen, Grafik, Vertrieb Aboservice und Forderungsmanagement.

Der Bonner "General-Anzeiger" schließt zum Jahresende den Online-Service sowie eine Reihe von Verlagsabteilungen. Darüber hat Geschäftsführer Thomas Regge die Beschäftigten am Montag informiert. In einem Schreiben, das kress vorliegt, nannte er die Bereiche Anzeigen-Team Kundenservice, Anzeigen-Sonderveröffentlichungen, Grafik, Vertrieb Aboservice und Forderungsmanagement. Deren Aufgaben sollen fortan von externen Dienstleistern erledigt werden. Als Partner für die Sonderveröffentlichungen hat Regge dabei offenbar die Rheinland Presse Service GmbH in Düsseldorf ausgeguckt.

Zu dem damit verbundenen Arbeitsplatzabbau gibt es unterschiedliche Angaben: In Redaktionskreisen ist von 23 Betroffenen die Rede. Regge selbst ließ auf Anfrage von kress mitteilen, dass "Änderungskündigungen" geplant seien, deren Zahl aber unter 20 liegen werde. In einigen Fälle seien zudem Versetzungen und Vorruhestandsregelungen vorgesehen. Von betriebsbedingten Kündigungen ist in der Stellungnahme der Geschäftsführung nicht die Rede.

Nach kress-Infos gehört auch eine Führungskraft zu den Betroffenen: Wolfgang Schmitz-Vianden, bisher Bereichsleiter Online und Geschäftsführer des Radios Bonn/Rhein-Sieg.

Redaktion ist nicht betroffen

Die Redaktion ist von den Sparmaßnahmen hingegen nicht unmittelbar betroffen: Die Online-Redaktion gehört - anders als vom Branchendienst turi2 behauptet - organisatorisch nicht zu dem Bereich Online-Services, der ersatzlos abgewickelt werden soll. "Die zukünftige strategische Ausrichtung in diesem Geschäftsfeld liegt damit ab 01.01.2015 bei der neuen Chefredaktion", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der "General-Anzeiger"-Geschäftsführung. Neuer Chefredakteur wird im kommenden Jahr Helge Matthiesen (kress.de vom 24. Oktober 2014).

Eine detaillierte Begründung für die Einschnitte gibt es nicht: In dem am Montag intern veröffentlichten Schreiben ist nur allgemein von "sinkenden Umsätzen  im Anzeigenmarkt und einer ebenfalls rückläufigen Auflage" die Rede. In der Stellungnahme des Verlags heißt es zudem, die Schließung der Verlagsabteilungen erfolge wegen "betrieblicher Umstrukturierungen in der Bonner Zeitungsdruckerei".

Die Journalistengewerkschaft DJV hat dem Verlag vorgeworfen, "unfair" zu spielen: In einer lapidaren Mitteilung habe er die Schließung mehrerer Bereiche angekündigt, "ohne ausreichend mit den Mitarbeitern gesprochen zu haben", so der Vorwurf. Die Gewerkschaft fordert die Geschäftsführung auf, "endlich ihre Strategien offen zu legen".

Mit der Strategie ist es in Bonn aber so eine Sache - sie wechselt häufiger einmal. Zwischen November 2012 und April 2014 war Werner Hundhausen interimistisch Geschäftsführer, in dieser Zeit wurden zahlreiche Vorhaben des alten Managements wieder rückgängig gemacht, so die Schließung des Berliner Büros. Unter Hundhausen setzte der Bonner "General-Anzeiger" insgesamt wieder auf das Zeitungmachen nach alter Verlage Sitte.

Ein dauerhafter Erfolg war dieser Strategie offenbar nicht beschieden. Die Auflagenkurve zeigt seit einigen Quartalen steiler nach unten als zuvor: Im dritten Quartal betrugen die Verluste im Vergleich zum Vorjahr laut IVW 3,8%. Der Bonner "General-Anzeiger" hat insgesamt eine Auflage von 70.163 verkauften Exemplaren.

Ihre Kommentare
Kopf

Thomas

06.11.2014
!

Der General-Anzeiger ist auch einfach schlecht. Wer schon in anderen Regionen der Republik Regionalzeitungen las, findet eine bessere Blattstruktur, echte redaktionelle Beiträge aus Sport, Wirtschaft, etc. von breitem Interesse und einen echten USP, warum man dieses Blatt lesen sollte ... ich lebe 8 Jahre in Bonn und ich kenne keinen Grund, außer WCC- und Festspielhaus-Themen, warum der General-Anzeiger Relevanz haben könnte ... dafür interessieren sich aber nur Ur-Bonner.


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