Ottfried Fischers Comeback auf dem Heimatkanal: "Die Kamera nimmt sich von mir, was sie braucht"

 

17 Jahre lang stand der Volksschauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer für rund 170 Ausgaben des BR-Klassikers "Ottis Schlachthof" im Rampenlicht - bis zu seinem Rückzug 2012. Nun kehrt er für den Pay-Sender Heimatkanal von Gottfried Zmeck in die Münchner Traditionswirtschaft zurück: kress war bei der Aufzeichnung der ersten beiden Ausgaben von "Ottis Aquarium" dabei. 

17 Jahre lang stand der Volksschauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer für rund 170 Ausgaben des BR-Klassikers "Ottis Schlachthof" im Rampenlicht - bis zu seinem Rückzug 2012. Nun kehrt er für den Pay-Sender Heimatkanal von Gottfried Zmeck in die Münchner Traditionswirtschaft zurück: kress war bei der Aufzeichnung der ersten beiden Ausgaben von "Ottis Aquarium" dabei. 

Es war eine große Bühne, die der Österreicher Zmeck, Vorstandsvorsitzender der Mainstream Media AG, seinem urbayerischem Spezl Ottfried Fischer bereitet hatte. "Man hat es geschafft, ihn wieder zum Fernsehen zu bewegen", freute sich der Moderator Alexander-Klaus Stecher, der immer wieder das Heimatkanal-Motto "Fernsehen mit Herz" beschwor. 

Sichtlich positiv zu Herzen nahm sich Ottfried Fischer den Rummel um seine Rückkehr in den Schlachthof, einer der führenden Kabarett-Bühnen Münchens und durch die Serie "Zur Freiheit" TV-verewigt. Sein Comeback, für das er sich selbst die "Aquariums"-Anmutung ausgedacht hatte, kam offenbar per Handschlag zustande. "Gottfried Zmeck ist ein Medienunternehmer, wie's kaum mehr einen gibt", lobte er brav den neuen Auftraggeber. 

Ottis Sturm im Goldfisch-Glas

"Wir sind dazu da, die anderen nass zu machen - und nicht selber nass zu werden", sagte Fischer zum Goldfischglas-Motto seiner neuen jeweils halbstündigen Reihe, die regelmäßige "Ottis Schlachthof"-Seher nicht sonderlich verwirren dürfte. Wieder stehen jeweils zwei Gäste im Zentrum - zu Beginn die Kabarett-Kollegen Lizzy Aumeier und Helmut A. Binser -, die die in vielerlei Hinsicht dankbare Aufgabe haben, Ottis Redezeit zu strukturieren.

Augenzwinkernd selbstverliebt erklärte Fischer das Konzept selbst: "Ich stehe vorne, sehe gut aus - und die Kamera nimmt sich von mir, was sie braucht." Von "Hausaufgaben", die der langjährige "Bulle von Tölz"- und "Pater Braun"-Darsteller seinen Gästen im Vorfeld aufträgt, erzählte Gottfried Zmeck - und von einem behutsamen Wettbewerbscharakter der Sendung. "Auf verträgliche, salomonische Art wird ein Sieger gekürt", kündigte der TV-Unternehmer an. 

"Man darf es nicht bei der Nostalgie allein belassen"

Für den exklusiv auf Sky ausgestrahlten Heimatkanal und "Bulle"-Wiederholungssender ist die Verpflichtung des Kabarettisten mehr als nur ein Image-Coup. Für eine "zeitgenössischen Interpretation von Heimat", für die Ottfried Fischer stehe, kann sich Zmeck erwärmen. "Man darf es nicht bei der Nostalgie allein belassen." 

Deswegen hat der Sender ein knuffiges Logo und einen animierten Vorspann von Bulo, dem Zeichner und "Clap"-Co-Chefredakteur entwickeln lassen. Die Motive greifen die Goldfischglas- und Fischer-Rundungen charmant auf.

Nostalgie-resistent zeigte sich am Münchner Premieren-Abend, an dem die ersten beiden "Ottis Aquarium"-Folgen durch den Regisseur Pit Weyrich ("Feste der Volksmusik", "ZDF-Fernsehgarten") aufgezeichnet wurden, Ottfried Fischer selbst. Über sein TV-Comeback - nach dem Publikmachen seiner Parkinson-Erkrankung - nahm er selbst spöttisch-gelassen. "Ich hatte schon gefürchtet, dass ich zum Howard Carpendale werde", sagte er. 

Ein "Zur-Seite-Treten" - kein "Rücktritt"

Sein Ausscheiden beim langjährigen Haussender BR sieht er heute offenbar nicht unkritisch. "Es war kein Rücktritt. Ein Zur-Seite-Treten. Damit die vorbei kommen", sagte er über seine ehemaligen Dienstherren. 

Schlagfertig, beweglich und offensichtlich gut aufgelegt präsentierte sich Ottfried Fischer "live" vor Premierenpublikum. Bei der Aufzeichnung wirkte vieles, was vorher im Aquariumglas funkelte, eher etwas aufgewühlt. Kenner des sprunghaften Fischer-Stils werden sich erinnert fühlen - mit oder ohne nostalgische Anwandlungen. 

Zunächst einmal zehn Folgen von "Ottis Aquarium" will der Heimatkanal aufzeichnen. Ganz leicht dürfte das nicht werden. 

Erstmalig zu sehen ist die erste fertige Sendung am Samstag, 15. November um 21.45 Uhr.

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