Madsack eröffnet RND-Newsroom: Düffert will am Qualitätsjournalismus festhalten

 

Geht es nach Thomas Düffert, 47, ist am Dienstagabend ein bisschen mehr Qualitätsjournalismus in den achten Stock des Madsack-Verlagshauses in Hannover eingezogen. "Wir meinen das wirklich ernst", sagte er vor rund 200 geladenen Gästen und Mitarbeitern, mit denen der Vorsitzende der Konzerngeschäftsführung die Eröffnung des neuen RND-Newsrooms feierte, der schon jetzt 35 Zeitungen mit überregionalen Nachrichten beliefert.

Geht es nach Thomas Düffert, 47, ist am Dienstagabend ein bisschen mehr Qualitätsjournalismus in den achten Stock des Madsack-Verlagshauses in Hannover eingezogen. Mit Mitarbeitern und rund 200 geladenen Gästen – darunter etliche Chefredakteure u.a. Wolfgang Büchner ("Der Spiegel") und Ulrich Reitz ("Focus"), aber auch Prominente aus Kultur und Wirtschaft wie "Scorpions"-Sänger Klaus Meine, Drogerie-Chef Dirk Rossmann oder Bettina Wulff – feierte der Vorsitzende der Konzerngeschäftsführung die Eröffnung des neuen RND-Newsrooms.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland, kurz RND, ist Teil des Strukturierungsprogramms "Madsack 2018", mit dem Düffert den Konzern rentabel halten und noch stärker als regionales Medienunternehmen positionieren will (kress.de vom 29. November 2013). Bereits seit der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2014 beliefern rund 40 Print- und Online-Redakteure Zeitungen aus der Madsack Mediengruppe (u.a. "Hannoversche Allgemeine Zeitung", "Göttinger Tageblatt", "Märkische Allgemeine", "Leipziger Volkszeitung", "Dresdner Neueste Nachrichten") sowie weitere Partner (u.a. "Hildesheimer Allgemeine", "Kieler Nachrichten"). Mittlerweile beziehen laut Düffert 35 Tageszeitungen die überregionalen Geschichten des RND, womit das Netzwerk pro Tag fast 3,5 Mio Leser erreicht.

Videowand ersetzt Konferenzraum

Herzstück des Newsrooms ist eine Videowand aus 16 Einzelbildschirmen, auf die nicht nur die Kollegen an anderen Standorten zur Konferenz versammelt, sondern auch der aktuelle Produktionsstand einzelner Zeitungsseiten jederzeit abgerufen werden kann. Vier Kernteams werden in den kommenden Tagen ihre Arbeitsplätze im komplett neu gestalteten achten Stock des Verlagsgebäudes in Beschlag nehmen: Aktuelles mit überregionaler Politik und Wirtschaft, Leben, also Kino und Medien, Ratgeber und aus aller Welt, die überregionale Sportberichterstattung sowie wöchentlichen Serviceseiten zu Reise, Wohnen, Auto und Beruf.

Hoffen auf mehr Qualität

In seiner Rede betonte Düffert, dass Madsack es mit dem Qualitätsjournalismus "wirklich ernst meine" – allen Unkenrufen zum Trotz: "Ohne den Willen, am Qualitätsjournalismus festzuhalten, brauchen wir auch in Zukunft gar nicht erst anzutreten." Düffert will durch die Arbeitsumschichtung auf eine überregionale Zentralredaktion die lokale und regionale Berichterstattung seiner Blätter stärken. Das wird in der Branche aufmerksam beobachtet. Betriebsbedingte Kündigungen sind im Zuge der RND-Errichtung bislang zwar ausgeblieben, Kritiker fürchten aber den Verlust der Pressevielfalt (kress.de vom 4. Oktober 2013).

So konnte es sich der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, den Madsack als Festredner gewinnen konnte, trotz aller Lobeshymnen für das RND-Konzept nicht verkneifen, auf diesen Punkt hinzuweisen. Er schlug an Düffert gewandt das neue Kapitel in der Madsack-Firmengeschichte mit den Worten auf: "Wird Ihr Beispiel Schule machen? Ich bin gespannt."

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Kress Pro Magazin
2019/#10

Lesen Sie im aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte bei Medien: Relotius-Affäre und Print-Online-Fusion: Wie Steffen Klusmann sein erstes Jahr beim 'Spiegel' überlebte. Dazu: Die besten Medienmanager, Chefredakteure und Newcomer 2019 - und Klambt-Verleger Lars Rose sagt im Strategiegespräch, wo er zukaufen möchte.

Inhalt konnte nicht geladen werden.