Beide sollen die Redaktionsreform umsetzen: Afhüppe wird "Handelsblatt"-Chefredakteur neben Jakobs

 

Sven Afhüppe (Foto), 43, bisher stellvertretender Chefredakteur beim "Handelsblatt", steigt zum 1. Januar zum Chefredakteur auf und steht dann gemeinsam mit Hans-Jürgen Jakobs an der Spitze der Wirtschafts- und Finanzzeitung. Das Führungs-Duo wird die geplante Redaktionsreform des "Handelsblatts" umsetzen,

Sven Afhüppe (Foto), 43, bisher stellvertretender Chefredakteur beim "Handelsblatt", steigt zum 1. Januar zum Chefredakteur auf und steht dann gemeinsam mit Hans-Jürgen Jakobs an der Spitze der Wirtschafts- und Finanzzeitung.

Das Führungs-Duo wird die geplante Redaktionsreform des "Handelsblatts" umsetzen, bei der die zwei Digitalredaktionen "Handelsblatt Online" und "Handelsblatt Live" sowie die Printredaktion miteinander verschmolzen werden. Die Doppelspitze trägt vor allem der arbeitsintensiven Umbauphase der knapp 200-köpfigen Redaktion, die an 25 Standorten in 18 Ländern arbeitet, Rechnung, teilt der Verlag mit.

Multimediale Reporter-Zeitung

Mit der Redaktionsreform sollen die "Trennlinien zwischen Zeitung und Digitalredaktionen" überwunden werden. Die Redaktion wird künftig in vier Ressorts unterteilt - Unternehmen, Wirtschaft & Politik, Finanzen und Agenda - und für alle technischen Plattformen arbeiten. Gesteuert werden die Ressorts von den beiden Chefredakteuren Afhüppe und Jakobs sowie den beiden stellvertretenden Chefredakteuren Thomas Tuma und Oliver Stock.

Ziel der neuen Struktur sei es, Arbeitsabläufe zu vereinfachen, unnötige Barrieren zu beseitigen und den Qualitätsjournalismus weiter voranzutreiben. Es soll künftig mehr Zeit für die Vor-Ort-Recherche im In- und Ausland gewonnen werden. Das "Handelsblatt" sehe sich als multimediale Reporter-Zeitung, heißt es weiter in einer Mitteilung.

Präsenzpflicht in der Redaktion wird gelockert

Begleitet wird die Neuorganisation von einer "Agenda Freiheit". Sie sieht unter anderem vor, die Selbstbestimmung der Redakteure zu erhöhen und die Präsenzpflicht in der Redaktion zu lockern. So kann künftig jeder Redakteur selbst entscheiden, wo er seine Arbeitszeit verbringt - am Schreibtisch oder bei der Vor-Ort-Recherche. Sie soll die Redakteure auch darin bestärken, sich selbst stärker als Reporter zu definieren und noch mehr Zeit dort zu verbringen, wo ihr jeweiliges Thema zu Hause ist.

Zahl der Redakteure bleibt unverändert

Das neue Konzept "Das Handelsblatt, die Reporter-Zeitung" wurde den Handelsblatt-Redaktionen vorgestellt und soll im ersten Quartal 2015 umgesetzt werden. Die Zahl der Redakteure bleibt unverändert. Es gehe um eine Neugewichtung: Die Zahl der Korrespondenten und Reporter soll sich perspektivisch erhöhen, die Zahl der internen Redaktionsstellen verringern.

"Wir haben Sven Afhüppe als sehr verantwortungsbewussten Journalisten kennengelernt. Der Verleger, Hans-Jürgen Jakobs und ich trauen ihm das nötige Fingerspitzengefühl bei der Umsetzung der Reform zu und glauben, dass seine Kreativität bei der Weiterentwicklung der Zeitung einen wichtigen Beitrag leisten wird", so Gabor Steingart.

"Mit Sven Afhüppe wird beim Handelsblatt ein Generationenwechsel eingeleitet. Seine wichtigste Aufgabe wird es sein, den Qualitätsjournalismus der Zeitung weiter zu entwickeln - in der Papierausgabe und auf den digitalen Endgeräten", ergänzt Verleger Dieter von Holtzbrinck.

Sven Afhüppe startete seine Karriere 1999 als Hauptstadtkorrespondent für die "WirtschaftsWoche". Ab 2004 war er in gleicher Position beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" tätig, bevor er 2006 ins Berliner Büro des "Handelsblatts" wechselte. Seit Oktober 2011 ist er stellvertretender Chefredakteur des "Handelsblatts" in Düsseldorf.

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