Zehn Jahre "GEOkompakt": Ein ganzes Heft für den Neandertaler

 

Um revolutionäre Erkenntnisse der Evolutionsforschung geht es in der am 3. Dezember erscheinenden Jubiläumsausgabe von "GEOkompakt", verspricht Chefredakteur Michael Schaper. Er selbst hat mit dem Wissenschafts-Ableger von "Geo" bereits im Sommer eine neue Entwicklungsstufe erklommen – zumindest was die Optik anbelangt: Das Heft bekam eine neue Titelgestaltung, ein anderes Schriftbild und ein modernes Layout. Inhaltlich trennte sich das Team von einigen Rubriken.

Um revolutionäre Erkenntnisse der Evolutionsforschung geht es in der am 3. Dezember erscheinenden Jubiläumsausgabe zu zehn Jahren "GEOkompakt", verspricht Chefredakteur Michael Schaper. Er selbst hat mit dem alle drei Monate erscheinenden Wissenschafts-Ableger von "Geo" bereits im Sommer eine neue Entwicklungsstufe erklommen – zumindest was die Optik anbelangt: Das Heft bekam eine neue Titelgestaltung, ein anderes Schriftbild und ein modernes Layout. Inhaltlich trennte sich das Team von einigen Rubriken.

Ursprünglich war der Relaunch für die Jubiläumsausgabe geplant – "aber dann war der Prozess der Layout-Verjüngung sehr viel schneller abgeschlossen, als wir anfangs gedacht hatten", sagt Schaper. Warum also noch eine Ausgabe damit warten? Zumal das der Redaktion die Gelegenheit verschafft hat, Anregungen der Leser in die Geburtstagsausgabe mit aufzunehmen.

Feiern will Schaper, der "GEOkompakt" 2004 als Chefredakteur mit aus der Taufe hob und neben dem eher sozialwissenschaftlich ausgerichteten Halbjahresmagazin "Geo Wissen" etablierte, das zehnjährige Jubiläum nur im Kleinen: Redaktion und Verlagsleitung wollen gemeinsam essen gehen.

Was Chefredakteur Michael Schaper und Publisher Alexander Schwerin noch mit "GEOkompakt" vorhaben, erzählen sie im kress-Interview *.

kress: Herr Schaper, welche Anregungen zum neuen Konzept haben Sie in die Jubiläumsausgabe eingearbeitet?

Michael Schaper: Wir haben nicht nur das Layout verjüngt, sondern insgesamt ein wenig im Heft aufgeräumt, bestimmte Rubriken weggelassen, das Heft etwas klarer strukturiert. Sehr viel war da allerdings auch nicht zu erledigen, weil wir "GEOkompakt" auch in der Vergangenheit alle zwei bis drei Jahre behutsam renoviert hatten.

kress: Das Wissenschaftsmagazin der Zeit, "Zeit Wissen", hat im Oktober sein zehnjähriges Bestehen gefeiert und dies auch inhaltlich aufgegriffen. Bei Ihnen geht es um den Neandertaler. Warum?

Schaper: Zum einen wollten wir keine Ausgabe über unser Jubiläum machen – was bei einem monothematischen Heft ja auch deutlich schwieriger ist als bei einem multithematischen. Zum anderen haben wir seit unserer ersten Ausgabe vor zehn Jahren immer wieder Hefte und Beiträge über den Beginn und die Evolution des Lebens auf der Erde gebracht – und natürlich auch über die Entwicklung des Menschen, biologisch und kulturell. So lag es nahe, sich aus diesem Bereich ein Thema zu suchen; und da es in den letzten Jahren etliche revolutionäre neue Erkenntnisse über die Verwandtschaft zwischen Homo sapiens und Neandertaler gab, hielten wir die Zeit für gekommen, diesem Aspekt ein ganzes Heft zu widmen.

kress: Die grüne "Geo"-Redaktion wird gerade von einer Autoren- zu einer "Netzwerkredaktion" umgebaut, was auch betriebsbedingte Kündigungen für 14 Kolleginnen und Kollegen bei "Geo", "Geo Saison" und "Geo Special" bedeutet. Laut Pressemitteilung haben die Wissenstitel der Gruppe eine solche Umstrukturierung bereits vor Jahren durchlebt. Wie arbeiten also "Geo Wissen", "Geo Epoche" und "GEOkompakt" zusammen?

Schaper: Vor allem "Geo Wissen" und "GEOkompakt" arbeiten seit einiger Zeit eng zusammen, es gibt gemeinsame Brainstorming- und Themenkonferenzen und einen sehr intensiven Austausch zwischen den jeweiligen Text-, Bild- und Verifikationsredakteuren. Viele Autoren, Layouter und Fotografen arbeiten inzwischen für beide Reihen, manchmal werden sogar Texte übernommen. Diese Zusammenarbeit gibt es in etwas geringerem Maße auch zwischen diesen beiden Titeln auf der einen und "Geo Epoche" auf der anderen Seite. "Netzwerkredaktion" heißt ja vor allem, das eine verhältnismäßig kleine Redaktion sehr intensiv mit einem großen Kreis an freien Mitarbeitern kooperiert, und das tun wir bei allen drei Titeln schon seit vielen Jahren.

kress: Bei "Geo Epoche" ist der Relaunch zum 15-jährigen Jubiläum mit einer Preiserhöhung um 50 Cent einhergegangen. Erwartet das auch die Leser von "GEOkompakt"?

Alexander Schwerin: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist keine Preiserhöhung geplant. Aber wie bei allen Titeln und Produkten unseres Hauses überprüfen wir regelmäßig die Preise und passen sie gegebenenfalls an, wie 2013, als die letzte Copypreiserhöhung bei "GEOkompakt" erforderlich war.

kress: Wie entwickelt sich die Auflage von "GEOkompakt"?

Schwerin: Die gesamt verkaufte Auflage aus den beiden Versionen mit und ohne DVD behauptet sich vergleichsweise gut gegen die allgemein rückläufige Marktentwicklung. Wir verkaufen im Jahresdurchschnitt über 100 Tsd. Exemplare je Ausgabe, davon ca. 25% im Abonnement. Was besonders erfreulich ist: Die Ausgabe mit DVD, die mit 16,50 Euro eine sehr kaufkräftige Zielgruppe anspricht, verkauft bei guten Ausgaben 20 Tsd. Exemplare im EV.

kress: Welche Themen gehen gut, welche weniger gut?

Schwerin: Naturgemäß gibt es bei einem monothematischen Heftkonzept wie dem von "GEOkompakt" ausgeprägte Auflagenschwankungen. Themen die dicht an der Lebensrealität unserer Leser liegen und die einen hohen Nutzwert versprechen, verkaufen sehr gut. Aber auch naturwissenschaftliche Themen wie "Der Urknall" oder "Die Milchstraße" sind von so breitem Interesse, dass wir hier gute Verkäufe erzielen. "Enge" Themen, wie etwa "Das geheime Leben der Pflanzen", sind in ihrem Verkaufspotenzial eingeschränkt, aber sie sind eine notwendige Komplettierung des Themenspektrums dieser als Kompendium angelegten Heftreihe.

kress: Wie wichtig ist die Zweitauflage für "GEOkompakt"?

Schwerin: Die Zweitvermarktung dieser Heftreihe ist ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell und hat im Laufe der letzten Jahre an Bedeutung noch zugenommen. Hier zeigt sich, dass auch Printprodukte über den Zeitraum der regulären Angebotszeit hinaus relevante Verkäufe erzielen können. Durchschnittlich 20 Tsd. Exemplare werden so über einen Zeitraum von mehreren Jahren nachträglich noch abgesetzt.

kress: Bei "Geo Epoche" verzichten Sie seit Frühjahr 2014 auf Anzeigen – um den Sammel- und Buchcharakter der Reihe hervorzuheben. Ist das bei "GEOkompakt" genauso?

Schaper: Nein, das ist bei „GEOkompakt“ derzeit nicht geplant.

kress: Anders als bei "Geo Epoche" gibt es für "GEOkompakt" noch keine App. Wann ist mit einem ersten Aufschlag zu rechnen?

Schwerin: Im Rahmen der Transformationsstrategie von Gruner+Jahr haben wir angekündigt, die Inhalte unserer Marken in spannenden, kreativen und digitalen Formaten anzubieten. Dies prüfen wir auch für "GEOkompakt".

kress: Im Mai ist in Kooperation mit RTL der erste Pay-TV-Kanal von Geo" gestartet: Geo Television. Auch "Geo Wissen" darf dort präsentieren. "GEOkompakt" geht als Marke leer aus. Verkaufen Sie die Expertise Ihres Teams hier nicht unter Wert?

Schwerin: Nein, ich empfinde nicht, dass wir leer ausgehen. Geo Television zahlt auf die Gesamtmarke von "Geo" und damit auch auf "GEOkompakt" ein. Das hochwertige Pay-TV Angebot bringt erstklassige Dokumentationen mit den Themenschwerpunkten Natur, Technik, Forschung, Abenteuer und Weltgeschichte – da steckt "GEOkompakt" überall mit drin.

kress: Zu ausgewählten "Geo Wissen"-Reportagen geben Sie E-Books heraus. Warum nicht auch für "Geo kompakt"?

Schwerin: E-Books sind in der gesamten "Geo"-Gruppe ein noch junges Betätigungsfeld. Es gibt bereits E-Books von "Geo Epoche", "Geo Wissen" und "Geo" grün. Die Erweiterung unserer digitalen Buchreihe geht schrittweise weiter – zudem sind ab dem 3. Dezember auch die ersten drei E-Books von "GEOkompakt" verfügbar, zu den Themen "Liebe und Sex", "Ernährung" sowie "Intelligenz".

* Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.

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