History dreht Doku über Befreiung im KZ Dachau: "Führender Player bei Eigenproduktionen in der Pay-TV-Welt"

 

Mit kleiner Münze klappern: Emanuel Rotstein, Produktionschef bei den Sendern History und A&E, dreht derzeit unter dem Arbeitstitel "KZ Dachau - Die Stunde der Befreier" eine Dokumentation, die Ende Mai 2015 bei dem Geschichtssender zu sehen sein soll. Dafür spricht er derzeit mit "rund zwei Dutzend Liberators", ehemaliger GIs, die vor Ort das damals unvorstellbare Grauen mit ersten Bildern dokumentierten. 

Mit kleiner Münze klappern: Emanuel Rotstein, Produktionschef bei den Sendern History und A&E, dreht derzeit unter dem Arbeitstitel "KZ Dachau - Die Stunde der Befreier" eine Dokumentation, die Ende Mai 2015 bei dem Geschichtssender zu sehen sein soll. Dafür spricht er derzeit mit "rund zwei Dutzend Liberators", ehemaliger GIs, die vor Ort das damals unvorstellbare Grauen mit ersten Bildern dokumentierten. 

"Glaubt uns, was wir gesehen haben", zitiert Rotstein die Devise der sogenannten Liberators. Sie wurden von ihren Offizieren einst angehalten, so viele Bilder wie möglich zu machen, um die Grausamkeit der Nazis in die Weltöffentlichkeit zu tragen. Im April 1945 befreiten die vorrückenden Truppen das erste KZ der Nazis in der Nähe von München - und trafen über 30.000 komplett ausgemergelte Gefangene vor.

Authentisches aus der Augenzeugen-Perspektive

Viele der ehemaligen Augenzeugen hat der Produzent, der für History bereits unter anderem mit der Dokumentation "Der elfte Tag" über die Überlebenden des Olympia-Terroranschlags in München weltweit aufmerksam gemacht hat, in den USA aufspüren können.

"Das wird eine spannende und überraschende Geschichte", sagt Senderchef Andreas Weinek. Er vertraut darauf, dass Rotstein erneut "etwas gefunden hat, was anderen bislang verborgen blieb". Dem Vernehmen nach konzentrieren sich Sender wie ZDF und BR auf einen ähnliche Stoffe - allerdings aus dem KZ Auschwitz. Außerdem ist offenbar der Augenzeugen-Zugang wieder ein anderer. History will seine Doku im Mai in Deutschland ausstrahlen. Der US-Muttersender plant dazu eine ganze Reihe.

"Rost'n'Roll"-Star Kasi sucht die "verschwundenen Dinge"

Emanuel Rotstein, der im nächsten Jahr auch die History-Eigenproduktion "Rost'n'Roll" in einer dritten Staffel weiterführen darf, macht die Produzententätigkeit trotz bescheidener Budgets Spaß - für die Sender entfalten sie große (Image-)Wirkung. "Wir haben uns als ein führender Player in der Pay-TV-Welt etabliert, was Eigenproduktionen angeht", sagte er bei der Vorstellung der neuen Programme in München.

Für "Rost'n'Roll" hat sein Team einen neuen Dreh gefunden: Künftig läuft die Reihe über drei schrullige Berliner Autoschrauber unter dem Titel "Kasi - Jäger der verschwundenen Dinge" weiter. Protagonist Kasi macht sich dabei in und um die Hauptstadt auf die Suche nach "Verschwundenem", was einst prägend war, im heutigen Alltagsleben aber keine Rolle mehr spielt - Telefonzellen etwa oder Audio-Kassetten, Trockenshampoo, aber auch Abstraktes wie die "Unerreichbarkeit". 

Alexander Hartmann soll die USA verzaubern

Erfreulich für die Zwei-Sender-Kleinfamilie: Bisherige Eigenproduktionen lassen sich offenbar sogar gut weiter vermarkten. "Rost'n'Roll" soll beim ZDF laufen - und ist aktuell bereits in Japan, Italien und im französischsprachigen Kanada zu sehen. Ein besonderer Coup ist Weinek und Rotstein mit der Verpflichtung von Alexander Hartmann ("Der Reality-Hacker") gelungen: Die Show-Idee mit dem deutschen Mentalisten wird in Lateinamerika fortgeführt. Außerdem ist laut Rotstein mit Hartmann in den USA ein "Live-Event" mit Hartmann geplant. "Er spricht exzellentes Englisch."

Die Umfirmierung und der inhaltliche Neustart von Bio als A&E im September hat dem Pay-Kanal offenbar gut getan. Aktuell wird er nach und nach bei den Verbreitungspartnern als HD-Angebot eingespeist, nur Sky zögert offenbar noch. "Es hat uns sehr geholfen, dass wir aus dem engen Korsett der Biografie ausbrechen konnten", so Weinek.

Dicke Rapper mit Herz

Für 2015 hat er Programme wie die Lizenz-Serie "Big Smo - Rapper mit Herz" im Angebot. Dabei dreht sich alles um einen wuchtigen Familienvater, der Südstaaten-Country-Rock mit HipHop verbindet (11 Episoden, 9. Februar). Aus der erfolgreichen Reihe "Storage Wars - Die Geschäftemacher" hat sich "Brandi & Jarrod - Ein perfektes Team" heraus entwickelt (8 Folgen, ab 17. März).

Außerdem startet am 21. Februar die neue Reihe "Panic 9-1-1", die ziemlich reißerisch reale Anrufe bei den Polizei-Verbrechensnotrufzentralen illustriert. "Alles sendbar", versichert man beim deutschen A&E. Hinzu kommen Neues mit selbsterklärenden Titeln wie "I Dated a Psycho" oder "Catch a Killer". Und natürlich eine zweite "Wahlburgers"-Staffel über den Familiengrill von Donnie & Mark Wahlberg.

Bei History, dem Pay-Sender, der mittlerweile in Deutschland zehn Jahre alt geworden ist, laufen neue Reihe wie "Hightech der Antike" (10 Episoden, ab 15. Februar), "Museum Men" über Ausstellungsmacher (ab Mitte August) sowie Esoterisch-Mysteriöses wie "Auf den Spuren der Aliens" (10 Folgen, ab 24. März) sowie "Auf der Suche nach den Riesen" (voraussichtlich ab Mitte Juli) an.

Mit Sean "Boromir" Bean aufs Schlachtfeld

Noch gedreht wird derzeit - zum Jahrestag der großen Schlacht von 1815 - "Sean Bean's Waterloo" mit dem "Herr der Ringe"- und "Game of Thrones"-Darsteller. Zu sehen gibt's die US-Produktion Mitte Juni. Und noch ein weiteres Gedenkdatum wird bei History gewürdigt - mit der emotional bewegenden Ein-Stunden-Dokumentation "Hiroshima und Nagasaki - Ich habe überlebt" (EA: 21. Februar). 

Bis zu 0,6% Marktanteil im deutschen Pay-TV-Markt

History wird bereits von der GfK gemessen. Demnach schalteten 2014 durchschnittlich 1,28 Mio Zuschauer den Sender pro Monat ein - mit rund 190.000 Zuschauern pro Tag. Im Spitzenmonat-November betrug der Marktanteil in der letzten Woche durchschnittlich 0,3% - bezogen auf den Gesamt-TV-Markt. Im Pay-TV-Markt erzielte History damals 0,6% - die bislang besten Werte in der Sendergeschichte. 

"Wollen im Werbemarkt eine wichtige Rolle spielen"

Am erfolgreichsten laufen Formate wie der ZDF-Klassiker "Terra X", aber auch "Ancient Aliens - Unerklärliche Phänomene" und "Die Drei vom Pfandhaus" mit jeweils bis zu 100.000 Zuschauern pro Folge. Laut Sebastian Wilhelmi, Director Marketing & Communications, stoße man bei den Marktanteilen - gerechnet auf den Gesamt-Markt - so langsam in die Region vor, in der Sender der dritten Generation die Profitabilität erreichen.

Und das obwohl man als Pay-Anbieter primär ein anderes, das Abo-Geschäftsmodell verfolgt. Aber: "Der Werbemarkt ist für uns nicht uninteressant. Da wollen wir eine wichtige Rolle spielen", so Wilhelmi.

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