Kritik an MDS-Programm "Perspektive Wachstum": Betriebsräte befürchten "Schwächung und Zerschlagung"

 

Die Betriebsräte von M. DuMont Schauberg (MDS) werfen der Unternehmensführung in einer Erklärung vor, "im Namen einer Neustrukturierung der Mediengruppe Hand an die betrieblichen Interessenvertretungen in Köln, Halle, Berlin und Hamburg zu legen".

Die Betriebsräte von M. DuMont Schauberg (MDS) werfen der Unternehmensführung in einer Erklärung vor, "im Namen einer Neustrukturierung der Mediengruppe Hand an die betrieblichen Interessenvertretungen in Köln, Halle, Berlin und Hamburg zu legen". Anlass für die Klage der Arbeitnehmervertreter ist das Programm "Perspektive Wachstum", das MDS im September verkündet hat (kress.de vom 26. September 2014). Es sieht u.a. vor, bestimmte Verlagsfunktionen im Konzern zu zentralisieren und bestehende Einheiten wie den Berliner Verlag in Teilgesellschaften aufzuspalten.

Die vier Betriebsräte aus Berlin, Halle ("Mitteldeutsche Zeitung"), Hamburg ("Hamburger Morgenpost") und Köln (u.a. "Express", "Kölner Stadt-Anzeiger") kritisieren vor allem die Folgen des Programms auf die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer: Der MDS-Vorstand versuche durch "Perspektive Wachstum" auch, "die Betriebsräte an den einzelnen Standorten zu schwächen und zu zerschlagen – unter anderem durch die Bildung von Mini-Gesellschaften mit nur einigen wenigen Beschäftigten am jeweiligen Ort", heißt es in der Erklärung.

Die Betriebsräte verlangen daher, "dass trotz allen Abspaltungen und Aufspaltungen in der Konzernstruktur die Beschäftigten weiterhin im Rahmen eines gemeinsamen Betriebes von den von ihnen gewählten amtierenden Betriebsräten vertreten werden". Entsprechende Vereinbarungen seien "möglich und nötig".

Niederlage des Kölner Betriebsrats

Der Kölner Betriebsrat hat unterdessen vor dem Arbeitsgericht Köln eine Niederlage in einer Auseinandersetzung mit MDS erlitten. Das Gericht erklärte die dortige Betriebsratswahl von März 2014  für unwirksam. In Köln hatten neben MDS-Beschäftigten auch Mitarbeiter mitgewählt, die zu Jahresanfang in die Tochtergesellschaft Media Vermarktung Rheinland gewechselt waren. MDS focht die Betriebsratswahl deswegen an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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