Jahresbilanz beim "Tagesspiegel": Herausgeber Turner plant mehr Angebote für Eliten-Publikum

12.12.2014
 
 

Klotzen statt klagen: Der Medienunternehmer Sebastian Turner glaubt an den Berliner "Tagesspiegel" und will den Verlag im kommenden Jahr weiter umbauen. Er sehe "weiterhin erhebliche unausgeschöpfte Potenziale", bilanziert der Herausgeber und Miteigentümer im Interview mit dem aktuellen kressreport 23.14. Turner baut seit seinem Einstieg in die "Tagesspiegel"-Gruppe diverse Angebote für die Zielgruppe politischer Entscheider auf und plant noch mehr.

Klotzen statt klagen: Der Medienunternehmer Sebastian Turner glaubt an den Berliner "Tagesspiegel" und will den Verlag im kommenden Jahr weiter umbauen. Er sehe "weiterhin erhebliche unausgeschöpfte Potenziale", bilanziert der Herausgeber und Miteigentümer  im Interview mit dem aktuellen kressreport 23.14 (ET: 12. Dezember). Turner war zum Jahresbeginn in die "Tagesspiegel"-Gruppe eingestiegen, baut seitdem diverse Angebote für die Zielgruppe politischer Entscheider auf und plant noch mehr.

Diesen Kurs will Turner 2015 forcieren. Nicht nur politische Entscheider, sondern auch Menschen in hervorgehobenen Positionen in der Wirtschaft und den Medien sollen mehr Themen für ihre Bedürfnisse im Blatt finden. "Meinung wird nirgendwo so stark geprägt wie in Berlin – und der 'Tagesspiegel' ist die Morgenlektüre auch dieser Gruppe", sagt Turner. Solche Leser seien hoch attraktiv für Anzeigenkunden, die Markenkampagnen oder politische Werbung schalten.

"Agenda" meldet ausgebuchte Anzeigenplätze

Als Anzeigenumfeld in jener Zielgruppe führte der "Tagesspiegel" im Februar die "Agenda"-Seiten ein, auf denen politische Hintergrundberichte und Analysen stehen. Anfangs erschienen sie nur in Sitzungswochen des Bundestags, im Sommer wurde die Frequenz auf eine wöchentliche Erscheinungsweise erhöht. "Der Grund dafür war schlicht das erfreulich hohe Anzeigenaufkommen", berichtet Turner.

Neugierig geworden? Dann sichern Sie sich den aktuellen kressreport (Ausgabe 23.14) als Einzelheft. Hier geht es zur Bestellung

Im Vertrieb herrscht zum Jahresende ebenfalls positive Stimmung: Der "Tagesspiegel" meldet zwar eine leicht gesunkene Auflage, konnte aber seine Reichweite steigern. Bei 96.181 Exemplaren lag die harte Auflage aus Abonnement und Einzelverkäufen im dritten Quartal laut IVW-Werten. Das entspricht einem Minus von rund 2.200 Exemplaren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor einem Jahr hatte der "Tagesspiegel" jedoch noch mehr als 4.000 Exemplare in der harten Auflage eingebüßt. Bei der Reichweite geht es für "Tagesspiegel" und die Schwesterzeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten" indes aufwärts: Laut der Leseranalyse Berlin 2014 stieg sie auf 331.000 Leser, was einem Plus von 8,2 Prozent entspricht.

Mehr Monitorings für Polit-Fachleute

Für profunde Fachinformationen verleibte sich der Verlag außerdem den Berliner Informationsdienst ein. Unter dem Label "Politikmonitoring" und dem Logo des "Tagesspiegel" stellt eine eigene Redaktion Dossiers zusammen. Auch dies will Turner ausbauen, wie er dem kressreport sagte: "Es wird zum Beispiel mehr aktuelle und personalisierte Monitorings geben, wie zum Beispiel jüngst der Überblick zu den Russland-Sanktionen. Solche Themen können wir mit dem Antritt und der Geschwindigkeit einer Tageszeitung abdecken." Potenzielle Käufer sind Mitarbeiter von Ministerien, Verbänden, im Parlament sowie Berater.

Die Nähe zu diesem Umfeld sorgt jedoch auch für Unmut. Die Organisation Lobbycontrol kritisiert an der gestrigen "Agenda"-Konferenz einen Interessenkonflikt mit der journalistischen Arbeit. Hintergrund: Lobbyisten könnten sich für bis zu 36.000 Euro Präsentationsflächen im Konferenz-Programm kaufen. "Was der Tagesspiegel zahlungsfähigen Lobbyisten damit anbietet, geht weit über normale Werbung im Zeitungsumfeld hinaus", merkt Lobbycontrol an.

Warum Turner an viele Neuabonnenten glaubt, was er auf dem Markt mit Veranstaltungen und Konferenzen plant und wie Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff den Wandel seiner Zeitung findet, lesen die Abonnenten im neuen im kressreport 23.14, der am 12. Dezember erschienen ist. Hier gehts zum kostenlosen Probe-Abonnement...


Autor: Jens Twiehaus

 

Ihre Kommentare
Kopf

Ulrich Saake

12.12.2014
!

Endlich ein Verleger der mit positiven Meldungen an die Öffentlichkeit geht.
Das wurde nach den letzten Nachrichten höchste Zeit. Was sich hier zeigt, ist ein gut gemachtes Blatt u.a. mit zeitnahen Berichten, gute Recherchenarbeit und den Leser erfreut. Es geht also doch noch was im deutschen Blätterwald. Wenn Ihr so weitermacht, bleibe ich Euch als treuer Leser erhalten.


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.