Wegen "Wetten, dass ..?"-Einstellung: Gabor Steingart fordert Grimme-Preis für Thomas Bellut

 

Gut unterhalten gefühlt hat sich "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart offenbar auch von der letzten "Wetten, dass ..?"-Ausgabe am Samstagabend in Nürnberg nicht. In seinem "Morning Briefing" vom Montag tritt er der ZDF-Show noch einmal nach. "Eine Sendung ohne Sendungsbewusstsein ging vom Netz, ohne dass es zu größeren nostalgischen Auffallungen kam", schrieb er. 

Gut unterhalten gefühlt hat sich "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart offenbar auch von der letzten "Wetten, dass ..?"-Ausgabe am Samstagabend in Nürnberg nicht. In seinem "Morning Briefing" vom Montag tritt er der ZDF-Show noch einmal nach. "Eine Sendung ohne Sendungsbewusstsein ging vom Netz, ohne dass es zu größeren nostalgischen Auffallungen kam", schrieb er. 

"Anhaltende Monotonie", sagt Steingart

Für seine Entscheidung, den Show-Klassiker "nach gefühlten 100.000 Sendungen ... wegen anhaltender Monotonie" einzustellen, so Steingart, habe ZDF-Intendant Thomas Bellut den Grimme-Preis verdient. "In den letzten Jahren hatte die Show den empirischen Beweis erbracht, dass Kultur für alle gar keine Kultur ist", ätzte der meinungsfreudige Herausgeber. 

In den Feuilletons schlug der überlangen Abschiedsgala nur selten euphorische Anteilnahme entgegen. Kritisiert wurde unter anderem auch, dass sich selbst die ZDF-Show-Redaktion durch die Aufbereitung mit Rückblicks-Clips nicht allzu liebevoll von der großen "Wetten, dass ..?"-Tradition verabschiedet hatte. 

"Eine professionelle Sendung", so Bellut

In einem kurzen "Bild"-Interview unmittelbar nach der Live-Sendung zog ZDF-Intendant Bellut - nicht wirklich überraschend - ein versöhnliches Fazit dessen, was er selbst aus der ersten Reihe beobachtet hatte. "Es war eine sehr professionelle Sendung, und Markus Lanz hat genau den richtigen Ton getroffen. Und das war bestimmt nicht einfach für ihn. Das Licht auszumachen ist schwierig. Das hat er prima hingekriegt. Und Samuel Koch. Das war natürlich ein anrührender Auftritt", zitiert ihn die Zeitung. 

In einem "BamS"-Gespräch wurde Bellut konkreter - auch was die Zukunft des "Wetten, dass ..?"-Moderators angeht. "Markus Lanz wird weiterhin in gewohnter Schlagzahl den Talk "Markus Lanz" präsentieren. Dazu kommen Eventshows wie zuletzt etwa 'Menschen 2015'", so der ZDF-Intendant.

"Das Ende von 'WD' führt nicht zu Entlassungen"

Die Zeiten der großen ZDF-Samstagabendshows sieht er noch nicht komplett als beendet an. "Der Wettbewerb bei den Shows ist viel härter geworden. Es gibt heute Abende, an denen vier Shows gleichzeitig um die Gunst des Publikums buhlen. Wir werden weiter nach attraktiven Ideen und Formaten suchen, aber die Zeiten des großen Lagerfeuers sind wohl vorbei", zitiert ihn die "BamS". 

Die rund 350 fest oder frei an der Produktion von "Wetten, dass ..?"-Sendungen beteiligten Mitarbeiter stehen offenbar nicht hoffnunglos im Regen. "Das Ende von 'Wetten, dass ..?' führt nicht zu Entlassungen", so Bellut. "Die meisten Kolleginnen und Kollegen arbeiten nicht nur für 'Wetten, dass ..?', sondern auch für viele andere Livesendungen."

Ihre Kommentare
Kopf

Michael Hofmann

15.12.2014
!

Mir wurde bei der letzten Sendung von Wetten Dass klar, dass es gut ist, die Reihe nicht fortzusetzen. Ben Stiller wurde vorgeführt wie ein Tanzbär. Der aus einer jüdischen österreichischen Einwandererfamilie stammende "Hollywood-Star" aufgefordert, die Worte "wunderbar" und "Oachkatzlschwoaf" auszusprechen. Was vielleicht in den 1980er Jahren gerade noch den einen oder anderen Schenkelklopfer ausgelöst hätte, muss heute nur als zum Fremdschämen peinlich bezeichnet werden.


Oliver Barckhan

Oliver Barckhan

Oliver Barckhan - Das Blaue Haus an der Elbchaussee
Redakteur, Inhaber

15.12.2014
!

Gabor Steingart, treten Sie am kommenden Samstagabend zurück!

https://www.freitag.de/autoren/oliver-barckhan/wetten-dass-formatieren-authentizitaet-toetet


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